Cradle Of Filth - Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay

CD Reviews, Cradle Of Filth - Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay

Wie viele Menschen haben versucht, CRADLE OF FILTH Zeit ihres Bestehens ans Bein zu pinkeln? Aller Kritiker zum Trotz, stellt die Band mit "Cryptoriana" tatsächlich schon ihr 14. Studioalbum zur Diskussion.

Lässt man die Diskogafie von CRADLE OF FILTH geistig Revue passieren, fällt auf, dass die Band vor allem von Beständigkeit lebt. Beständigkeit allerdings nicht in Bezug auf das Line-Up (da hat es über die Jahre mächtig gerappelt). Musikalisch hält die Konstante Dani Filth seinen kleinen Horror-Laden aber seit jeher auf Kurs und arbeitet weiter an seiner Version der symphonischen Black Metal-Oper. Inwieweit er dieser Version mit "Cryptoriana" näher gekommen ist, als mit dem Vorgänger "Hammer Of The Witches", muss letztlich jeder selbst beurteilen, da sich die Variationen auf Nuancen beschränken. Ich finde, dass "Cryptoriana" mal wieder wirklich gute Songs zu bieten hat, die sich gut in der nächsten Setlist machen würden (insbesondere "Achingly Beautiful"). Überraschung und Höhepunkt der Platte ist für mich aber tatsächlich die abschließende Coverversion von Annihilators "Alison Hell" (auch wenn mich der Oberannihilator Zwingelzwerg dafür schelten wird...). Die Atmosphäre des Songs passt dermaßen zu den CRADLES, dass Hörer, die den Jahrhundertklassiker noch nicht kennen, von einer Eigenkomposition ausgehen könnten.

 

Viel ändert sich auf "Cryptoriana" nicht: Die nicht wenigen Fans werden wieder eskalieren, während die Bandhasser den Gesang und symphonische Elemente kritiesieren werden. Ist doch schön, wenn Bands noch polarisieren!