Deathwhite - For a Black Tomorrow

CD Reviews, Deathwhite - For a Black Tomorrow

Das Motto der Newcomer scheint ein Zitat des Philosophen Friedrich Nietsche zu sein, und zwar dass die Zukunft die Gegenwart genauso beeinflusse wie die Vergangenheit. Für den Sound der US-amerikanischen Alternative Rocker von DEATHWHITE, die gerade dabei sind, ihren ersten Longplayer "For A Black Tomorrow" unter die Leute zu bringen, passt dieses Zitat in der Tat wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Denn zum einen sind Anleihen beim Alternative Rock und Grunge der frühen neunziger Jahre unverkennbar. Denn hier trifft tiefe emotionale Niedergeschlagenheit auf passionierte Leidenschaft. Und mitunter kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass hinter dem Mikro der leibhaftige Sohn von Eddie Vedder (PEARL JAM) steht und das Erbe seines Vaters weiterführen möchte. Einflüsse anderer Bands wie CREED oder BUSH sind auch zu vernehmen. So viel zur Vergangenheit. In die Zukunft weist aber frische Vitalität, mit der das mitreißende Leiden zelebriert wird. Bestes Beispiel dafür ist der Song 'Eden', der phasenweise zwar ein hohes Maß an hymnischer Eingängigkeit besitzt, sich aber hauptsächlich durch seine atmosphärische Melancholie und leidende Passion zu entfalten vermag. Solch einen Schmachtfetzen im Alternative-Gewand hat man die letzten Jahre bei den Großen des Genres vergebens gesucht. Dazu tragen natürlich auch die schrammeligen Gitarren und der überaus düstere, druckvolle Bass bei. Hammer!

In noch düsterere Gefilde wird man in 'Dreaming The Inverse' geführt, und zwar in einem etwas beschleunigteren Tempo, wobei jedoch auch ruhigere Partien zu einem wahren Wechselbad der Gefühle führen. Metallische Anleihen finden sich darüber hinaus in dem soundmäßig überaus dichten 'Death And The Master', das nach sperriger, düsterer Härte phasenweise der Melodie und dem Pathos größeren Platz einräumt. Hammermäßig ist auch die rhythmische Entwicklung in 'Prison Of Thought', die zu einer überraschenden Vielfältigkeit führt. Besonderes Augenmerk ist natürlich auf den titelgebenden Track zu legen, und siehe da, mit diesem Song im Gepäck verliert der Gedanke an ein schwarzes "Morgen" seine abschreckende Wirkung. Denn dieser Verbindung aus melodischer Eingängigkeit und riffiger Passion kann man sich einfach nicht entziehen. Gleiches gilt für den Opener 'The Grace Of The Dark' und die nicht weiter einzeln erwähnten Tracks.

Fazit: DEATHWHITE legen mit ihrem Debüt-Album "For A Black Tomorrow" genau das Album vor, was wir von PEARL JAM, CREED, BUSH oder anderen Alternative Rock oder Grunge Bands seit Jahren vermissen. Denn hier wird ein düsterer Gitarrensound zelebriert, der in einem Klima melancholischer Niedergeschlagenheit atmosphärisches Pathos, leidenschaftliche Passion und melodische Intensität miteinander verbindet. Unbedingt reinhören und kaufen!

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