Die drei Fragezeichen und das kalte Auge – Specialfolge

CD Reviews, Die drei Fragezeichen und das kalte Auge – Specialfolge

Pünktlich zum Start der neuen Hörspielsaison in den Planetarien, erscheint mit DIE DREI FRAGEZEICHEN und das kalte Auge die dritte Specialfolge aus der vergangenen Saison und zwar gleich als Doppel-CD.

Als John White und seine Leute 1590 an die Küste des heutigen North Carolina zurückkehrten, war von der ehemaligen englischen Siedlung nur noch ein in einen Baum geritztes Wort übriggeblieben: Croatoan! In blutigen Lettern klafft dieses Wort von den Wänden der Tatorte, die von einem unheimlichen Räuber, einem Phantom das selbst den Ersten Detektiv erblassen lässt, heimgesucht wurden. Der Dieb nimmt ausnahmslos alles mit, was er vor Ort finden kann. Nur in einem Fall lässt er Kleingeld zurück – handelt es sich hierbei um einen Trittbrettfahrer? Und was hat es mit dem seltsamen Indianer auf sich, der stets vor den Taten am Tatort auftaucht? Ein Fall, der die drei Detektive an die Anfänge der US-amerikanischen Geschichte zurückführt und zudem mit der Mystiker-Szene in Kontakt bringt.

Yona Franke hat sich für ihr Hörspielbuch an der gut bekannten amerikanischen Sage von der „Lost Colony“ bedient und die Geschichte der verschwundenen Kolonie auf Roanoke Island geschickt als Grundlage für einen weiteren Fall der Juniordetektive aus Rocky Beach verwendet – auch wenn die „Lost Colony“ einige tausend Meilen von der kalifornischen Küste entfernt gelegen hat. Neben den Ermittlungen in Sachen Diebstähle kreuzt immer wieder der Erzfeind Skinny Norris den Weg der Drei Fragezeichen. Stellenweise sind seine Absichten jedoch für den Hörer ebenso schnell zu durchschauen wie letztlich für Justus Jonas & Co und sorgen somit mitunter für einige Längen. Auch das Ende der Geschichte überrascht nicht wirklich. Letztlich bleibt eine unterhaltsame Folge mit Höhen und Tiefen, die aber womöglich mehr durch den Eventcharakter im Planetarium lebte als von der inhaltlichen Genialität. Hörenswert ist die Folge dennoch – und für mich schon aufgrund der Liebe zu North Carolina eine Pflichtanschaffung. Und wer mal in der Gegend ist, sollte sich ruhig mal die „Lost Colony“ Freilichtaufführung anschauen!