Die Punkies – Gig auf der Geisterinsel (3)

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Nachdem sich Die Punkies in der ersten Folge gefunden und in der zweiten Folge einer gestohlenen Gitarre hinterhergejagt sind, machen sie sich im dritten Teil auf, um beim Beats & Waves Festival auf der Nordseeinsel Nebelhörn aufzutreten.

Die Vorfreude der Band wird jäh enttäuscht, als sie feststellen, dass der Schiffsverkehr zur Insel eingestellt wurde. Geisterstimmen und plötzlich auftretende Erdbeben haben die Insulaner verschreckt. Kurzerhand wurde das Festival aufs Festland verlegt und der Hauptsponsor Fresh, eine ortsansässige Firma, hat die Erzrivalen der Punkies als Headliner gebucht: die Krashkiddz. Letztere benehmen sich im Vorfeld des Festivals derart divenhaft, dass sich die Punkies zusammen mit anderen Vorbands dazu entschließen einfach ihr eigenes Festival aufzuziehen – und zwar auf der Geisterinsel Nebelhörn.

Abgesehen davon, dass der treue Twilight-Leser natürlich die Brauen hochzieht, wenn er oder sie liest, dass eine Band einfach so das Festival verlässt, um im Nachbarort ein eigenes Festival aus dem Boden zu stampfen. Nicht sehr realistisch und die Macher des Fehmarn-Festivals oder des Hurricane-Vorläufers in Scheeßel können bestätigen, wie schnell erboste Fans das gesamte Festival abfackeln, wenn sie unzufrieden sind. Doch davon mal abgesehen, bietet „Gig auf der Geisterinsel“ eine ganz unterhaltsame Mischung aus naiver Musikergeschichte und abwechslungsreichem Detektivabenteuer, da es zwei parallele Handlungsstränge gibt. Einerseits dreht sich alles um die Organisation des Festivals auf Nebelhörn, andererseits versuchen Ben, Leonie & Co herauszufinden was es mit den Geisterstimmen und den rätselhaften Erbeben auf sich hat. Das ergibt, wie ich finde, im Großen und Ganzen eine recht gefällige Hörspielepisode.

Natürlich bewegt sich eine Serie wie „Die Punkies“ immer nahe am Abgrund der Anbiederung. Ähnlich wie bei Schulbüchern kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Erwachsene eine Geschichte schreiben und ein Artwork entwerfen, von dem sie glauben, dass die coolen Kids von heute total darauf abfahren. Ein hoffnungsloses Unterfangen, denn dafür ändert sich die Jugendsprache und die Kultur der Teenies mittlerweile viel zu schnell. Wer heute noch ein Post mit „lol“ oder „rofl“ kommentiert, kann ebenso sagen: Die Punkies sind knorke. Produktion und Sprecher überzeugen natürlich wie gewohnt durch Professionalität – auch wenn der nordische Akzent stellenweise eher an Cäpt’n Blaubär erinnert.

Während das Artwork eher auf eine jüngere Zielgruppe schließen lässt und die Besetzung der Band klar auf Jungs und Mädchen als potentielle Hörer hinweist, so weiß das Hörspiel selbst doch auch erwachsene Zuhörer zu unterhalten. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass Eltern die Folge gemeinsam mit ihren Kindern hören und gemeinsam Spaß daran haben. Für postpubertäre Teenager dürfte die Serie hingegen weniger interessant sein, da der Versuch jung und hip zu erscheinen in dieser Altersgruppe wohl eher für Vorbehalte sorgen dürfte.