Ex Deo - The Immortal Wars

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Auch nach über 2200 Jahren hat die Geschichte des Karthagers Hannibal, der die sich im Mittelmeerraum ausbreitende Großmacht Rom herausforderte und die Geschichte hätte umschreiben können, nichts von seiner Faszination eingebüßt. Das liegt vor allem daran, dass er im Jahre 218 v.Chr. mit seinem Heer und seinen Kriegselephanten von Spanien aufbrechend als einer der ersten die Alpen überquerte, um die Römer in ihrer Heimat anzugreifen. Dabei konnte er den Römern mehrere vernichtende Niederlagen beibringen und selbige über 15 Jahre in Schach halten, ehe er im karthagischen Mutterland von Publius Cornelius Scipio Africanus geschlagen wurde.

Dieses interessanten Stoffes haben sich die sechs Mannen von EX DEO angenommen, ein KATAKLYSM-Nebenprojekt, das auch vorher schon aufgrund der Behandlung antiker Themen aufgefallen ist. Musikalisch fühlt man sich dabei dem leicht symphonischen, melodischen (Death) Metal verpflichtet, der schon im Opener 'The Rise Of Hannibal' zu unerwarteter und ungeahnter Perfektion gebracht wird, die leider im Folgenden auch nicht mehr ganz erreicht wird. Denn hier treffen melodische, mitreißende Eingängigkeit auf das richtige Maß an treibender riffiger Härte. Wirklich ein kleines Meisterwerk. Hammer! Die martialische, epische Aggression bleibt dann zwar erhalten und verleiht dem Sound auch die nötige Durchschlagskraft, allerdings kommt bisweilen das episch-hymnische Moment etwas zu kurz.

Dadurch drängt sich mitunter auch ein Gefühl leichter Eintönigkeit auf, die das Besondere trotz der authentischen Bodenständigkeit Etwas vermissen lässt. Ein Rätsel ist zudem, wo dann im fünften Song plötzlich Cato der Ältere herkommt, der im Zweiten Punischen Krieg als Quästor (Finanzbeamter) des Scipio kaum eine Rolle spielte und dessen berühmter, sprichwörtlich gewordener Ausspruch "Übrigens bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss (Carthago delenda est)!" aus viel späterer Zeit stammt. Nun, ja. Aber immerhin gibt es hier in Puncto Riffs gehörig etwas auf die Ohren und auch die hintergründige Melodik kommt schön festlich daher. Der römische Sieg kündigt sich schließlich in 'Ad Victoriam' an, ein Song, der seine Feinheiten erst nach mehrmaligem Hören preisgibt. Etwas unmotiviert kommt dann 'The Spoil Of War' daher, ehe 'The Roman' in epischer Hinsicht noch einmal alle Register zieht.

Fazit: Das KATAKLYSM-Nebenprojekt EX DEO hat mit "The Immortal Wars" ein Opus vorgelegt, das martialische Durchschlagskraft, epische Eingängigkeit und einen interessanten historischen Stoff miteinander verbindet. Ein insgesamt durchaus gelungenes melodisches, episches (Death) Metal-Album!