Grave Pleasures - Motherblood

CD Reviews, Grave Pleasures - Motherblood

Ich glaube kaum, dass Grave Pleasures eine Band für jedermann ist. Viele hingegen fasziniert diese Band bereits seit ihren "Beastmilk"-Zeiten. Nach dem Debut "Dreamcrash", welches bereits unter dem Namen Grave Pleasures erschienen ist, gelang der Band dann auch der Sprung auf die internationale Ebene. Und das meiner Meinung nach absolut zurecht. Mit "Motherblood" hat man nun endgültig seinen Stil gefunden.

 

Grave Pleasures verbinden alten "Bowie"-Spirit mit "The Cure" Finsternis und "Killing Joke"-Vibes. Ich persönlich bin fasziniert von der Vielschichtigkeit der Musik. Sie passt sowohl zu einem kühlen Herbstabend, den man in aller Gelassenheit nur der Musik lauschend zuhause verbringt aber auch dazu, zwischen verschwitzten, gröhlenden Menschen vor einer großen Bühne zu stehen. Und ich glaube, dass das auch genauso beabsichtigt ist. Textlich bewegt man sich laut eigener Aussage eher in die Abgründe unentdeckter menschlicher Dunkelheit und Albträume aber die Musik selbst ist trotz aller Verzweiflung von Mat McNerney's Gesangsstimme eher rockig bis post-punkig. Spätestens seit der letzten CD von "Hexvessel", dem anderen Projekt des Sängers, bin ich sowieso ein großer Fan von McNerneys Stimme, die von der sehr guten Produktion und dem klaren Sound noch mehr unterstützt wird.

 

Fazit: wer das Vorgängeralbum oder auch den Release von Beastmilk mochte, der muss sich auch dieses Album kaufen. Fans von Pinkish Black, Soror Dolorosa oder Fields Of The Nephilim werden ebenfalls Gefallen an "Motherblood" finden. Lediglich die Länge von weniger als 37 Minuten ist mir ein wenig zu kurz geraten. Ansonsten liefern Grave Pleasures mit "Motherblood" ihr bisher stärkstes Album ab.

 

Anspieltipps: "Infatuation Overkill", "Be My Hiroshima", "Falling For An Atom Bomb".