Iron And Stone - Petrichor

CD Reviews, Iron And Stone - Petrichor

Allen, denen der Stoner Rock bisher als ein eher eintöniges und langweiliges Genre galt, sei dieses Debütalbum wärmstens empholen. Den Anhängern und Fans natürlich auch!

Schon bei den Reviews zu den EPs „Maelstorm“ und „Old Man's Doom“ bediente sich unser Redakteur seines umfangreichen Areals an Gartenmetaphorik. Damit schien er eine nahezu prophetische Gabe zu besitzen, kommt doch jetzt der erste Longplayer von IRON AND STONE auf den Markt, der auf den Namen „Petrichor“ hört. Und „Petrichor“ bezeichnet den Geruch, der entsteht, wenn feuchter Regen auf trockene Erde trifft.

Und dieser Titel passt auch sehr gut zum Sound der im hiesigen Landkreis beheimateten Band, denn dem grundehrlichen, authentischen und bodenständigen Stoner Rock wird durch schauerartige Ausflüge in die melodischen und hymnischen Gefilde das besondere Etwas verliehen. Das ist sehr schön bei 'Caves' zu beobachten, ein Song, der rhythmisch kraftvoll sowie steinig und felsig daherkommt, und durch seinen mitreißenden Refrain ein wahres Suchtpotenzial entfaltet. Etwas mehr doomige bluesige 70-Jahre-Atmosphäre atmet 'Desert', von der gesanglichen Attitüde her kamen mir Parallelen zu CROWBAR (wie auch bei 'Avalanche') 'in den Sinn. Aber das Beste ist, dass der Track unglaublich viele Facetten bietet, die sich von einem Hören zum anderen immer mehr entfalten. Hammer!

Ein Weltklasse-Song ist auch 'Monolith', bewegt er sich doch gekonnt im Spannungsfeld von überaus ruppiger Härte und nachdenklicher Hymnik. Angepisste Angryness trifft auf grungige Leidenschaft. Während dann in 'Northern Lights' der Druck um einiges erhöht wird, besticht 'Meander' durch seine groovige Rotzigkeit und durch nachdenkliche und entschleunigte Intensivpassagen.

'Yugen' kann dann mit ungewohnt düsteren, PARADISE-LOSTschen Lead-Gitarren-Elementen punkten, ehe der Hörer mit dem titelgebenden Track aufgewühlt in die Stille entlassen wird, handelt es sich bei 'Petrichor' doch um ein wahres Stoner-Rock-Monster. Bleibt noch ein Blick auf 'Vortex', ein Song, der eine ungeahnte Dynamik und Kraft zu entfalten vermag.

Kurz: IRON AND STONE legen mit „Petrichor“ einen mehr als überzeugenden Longplayer vor, der gekonnt doomigen Stoner Rock der Premiumklasse bietet. Denn wie der Bildhauer sein Meisterwerk aus einem scheinbar immer gleichen monolithischen Steinblock erschafft, so vermögen es die Niedersachsen, dem Genre vor allem durch hymnische, melodische oder grungige Elemente ungeahnte Vielfältigkeit und Intensität abzugewinnen.