Kjeld / Wederganger - Split

CD Reviews, Kjeld / Wederganger - Split

Was treibt Bands dazu, eine Split-CD zu veröffentlichen? Ist es Geldmangel? Fehlende Kreativität, um ein ganzes Album zu füllen? Oder der Versuch, den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern?

Bei den Niederländern von WEDERGANGER und KJELD scheint keiner der Gründe zu stimmen. Zum einen liefert man die Scheibe nur als 12“ Vinyl-Schallplatte, limitiert auf je 100 schwarze und 200 weiße Exemplare aus, sodass sich vermutlich mit dem initialen Verkauf eher wenig Geld verdienen lässt und das Release auch wenig zur Reichweitenerhöhung beiträgt.

Zum anderen ist es für beide Bands nicht das erste Mal, dass sie an einer Split-LP mitwirken (KJELD lieferte schon eine Kollaboration mit CIRITH GORGOR ab, WEDERGANGER tat sich letztes Jahr mit LASTER zusammen und hat jetzt schon eine dritte Split angekündigt), also kann es auch nicht an mangelnder Inspiration liegen.

Und das merkt man auch, wenn man die Platte das erste Mal rotieren lässt. KJELD machen den Anfang und dürfen drei Songs ihres ungeschliffenen Black Metals in reinstem Friesisch loslassen, die keine Fragen offen lassen. Sowohl bei „Banier“ als auch bei „Wanskepsel“ liegt der Fokus auf Blastbeats und unmenschlichem Gegrowle, die lediglich kurz zum Atemholen unterbrochen werden. Midtempo-Passagen sind rar gesät, die Abwechslung ergibt sich durch die gesanglich Variation und den ab und zu, vor allem bei „Keningsein“, zum Vorschein kommenden Synthieteppich.

Anders machen es da WEDERGANGER, deren beide Songs zum einen deutlich länger sind, als auch mehr Abwechslung zeigen. „Laaiende Haat“ ist insgesamt langsamer und hat mehr mittelschnelle Abschnitte, und der Gesang variiert neben dem -natürlich- vorhandenen Gegrowle mit sopraneskem Klargesang, der so ähnlich auch von THE VISION BLEAK kommen könnte. Das Ganze nimmt auch dem zweiten Song „De Galgenberg“ die Härte, die KJELD vorgelegt hat und wirkt deutlich eingängiger.Extra Props gibt es für das Artwork des weltumspannenden Drachens, das sich auch gut als Wandtattoo machen würde.

Insgesamt ist dieser Output von Ván Records wohl vor allem für Sammler gedacht, die Gefallen daran haben, sich wertige Schallplatten ins Regal zu stellen, die nicht jeder hat. Wenn dann die Musik auch noch so hörenswert ist, wie in diesem Fall, können diese bedenkenlos zuschlagen. Wer nur an der Musik interessiert ist, wartet wohl lieber auf ein Full-Release seiner favorisierten Gruppe.