Night In Gales - The Last Sunsets

CD Reviews, Night In Gales - The Last Sunsets

Was lange währt, wird endlich gut? Sieben lange Jahre haben uns NIGHT IN GALES auf ihr neues Album warten lassen. Zwischendurch gab es zwar noch die Compilation „Ashes & Ends“, aber das letzte Studioalbum „Five Scars“ ist tatsächlich schon 2011 unter die Leute gebracht worden.

Zwischenzeitlich hat sich auch bei den Rheinländern einiges getan. Am markantesten ist dabei wohl die Rückkehr von Originalsänger Christian Müller, der Mitte der Neunziger beim Debüt „Sylphlike“ und der darauffolgenden limitierten Single zu hören war, bevor er die Band aus den berühmten „persönlichen Gründen“ verließ.

Nun, über zwanzig Jahre später, greift er auf „The Last Sunsets“ wieder zum Mikrofon. Und das tut der Band sichtlich gut. Zum einen besinnen sich die Mannen auf ihre Wurzeln im melodischen Death Metal der neunziger Jahre, zum anderen merkt man aber auch, dass die Zeit nicht stehengeblieben ist und es einige metalcorige Anleihen ins Repertoire gefunden haben. So gibt es natürliche zahlreiche Referenzen an die Schwedentod-Urväter wie IN FLAMES oder AT THE GATES, auch wenn es um den Einsatz von Akustikzwischenstücken geht („The Passage“).

Beim namensgebenden Titeltrack „The Last Sunsets“ könnte man sich auch an HEAVEN SHALL BURN erinnert fühlen. Der Song „Dark Millenium“ (sic! Das kommt von „annus“, nicht „anus“, Leute!) wäre auch ein geiles Stück auf einer ARCH ENEMY-Scheibe geworden.

Insgesamt macht das Album viel Spaß, die zehn Songs (+ zwei Interludien) ballern ordentlich nach vorne, haben neben den oben erwähnten Anleihen genug Eigenständigkeit, um nicht langweilig zu werden, nicht nur wegen der recht kurzen 39minütigen Spielzeit und kommen schnell auf den Punkt. Die fette Produktion kommt von niemand geringerem als Dan Swanö, der wohl schon mal für alle Genregrößen von hier bis Spitzbergen an den Reglern saß.

Für lange Gitarrensoli und Verschnaufpausen ist hier keine Zeit, trotzdem bleibt es immer melodiös und eingängig. Sehr gute Kompositionsarbeit, die man zum Beispiel bei den Anspieltips „The Spears Within“ und „Dust and Form“, die gut die ganze Bandbreite von „The Last Sunsets“ aufzeigen.

Line Up

Tobias Bruchmann     Bass
Adriano Ricci     Drums
Frank Basten     Guitars
Jens Basten     Guitars
Christian Müller     Vocals

Tracklist

1.     The Last Sunsets          
2.     Dark Millenium          
3.     The Mortal Soul     
4.     The Passing          
5.     Architects of Tyranny          
6.     The Abyss          
7.     The Spears Within
8.     Circle of Degeneration          
9.     Kingdome of the Lost          
10. Cessation          
11. In Pain, In Silence          
12. Dust and Form