Pink Cream 69 – Headstrong

CD Reviews, Pink Cream 69 – Headstrong

1989 tauchte ich in die damals schrill-bunte Welt von PC 69 ein und das selbstbetitelte Debüt rotierte ohne Unterlass auf meinem Plattenteller. Fast 30 Jahre später hat das Album den Test der Zeit zweifellos bestanden und doch zeigt Studioalbum Nr. 12, dass sich die Band immer weiterentwickelt hat.

Der erste große Einschnitt war wohl der Wechsel am Mikrofon und mit David Readman driften die Karlsruher zunächst in etwas gewöhnungsbedürftig-alternative Fahrwasser ab – obwohl selbst dort noch einige gute Songs entstanden sind. „Make or break“ hieß es aber schließlich mit dem „Electified“ Album und schließlich steuerte die deutsche Hardrock Institution wieder in musikalisch heimische Gewässer. Der Kollege Ossowski zeigte sich über das letzte, 2013 erschienene Album „Ceremonial“ etwas enttäuscht und attestierte der Band ihre großen zeiten hinter sich gelassen zu haben. Davon ist 2017 nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil, mit „Headstrong“ zeigt die Band gleich von der ersten Note, dass sie eine ernstzunehmende Metalkapelle sind und „We Bow To None“ unterstreicht die Aussage des Songs mit kräftigen Riffs und die Band lässt so richtig schön ihre Muskeln spielen. Der Song ist eine astreine Power Metal Nummer, die man 1989 wohl kaum von dem flippigen Vierer erwartet hätte. Auch im weiteren Verlauf der Scheibe zeigen sich die Pinkies von ihrer harten Seite: „No More Fear“ oder „Path of Destiny“ beispielsweise sind richtige Kraftprotze, die man auch gut auf so manchem SINNER Album platzieren könnte.

Ihr sicheres Händchen für gute Melodien zeigen die Karlsruher u.a. in „Bloodsucker“ oder dem eingängigen „Man of Sorrow“ – und natürlich in der obligatorischen Ballade „Vagrant Of The Night“. „Headstrong“ präsentiert sich letztlich ausgesprochen wenig verkopft und die Songs klingen authentisch und emotional. Während so manches Riff direkt in die Magenkuhle trifft, gehen andere Songs eher ans Herz: so oder so beweisen PINK CREAM 69, dass sie auch 2017 noch zu den verlässlichen Größen der deutschen Szene gehören und internationales Format haben.

 

Sehr zu meiner Freude gibt es dann auch noch eine Bonus-CD mit Liveaufnahmen aus Ludwigsburg. Zwar hatte man 2009 mit dem Livealbum „Live in Karlsruhe“ bereits zum Rundumschlag ausgeholt, doch man kann die alten Klassiker ja nicht häufig genug hören. „Talk To The Moon“, „Break The Silence“, „Do you like it like that“ oder „Livin my Life for you“ sind ja wie After Eight: sie gehen niemals „out of style“.

Fazit: PINK CREAM 69 präsentieren sich 2017 kraftvoll und ehrlich und haben ihrer ohnehin schon beträchtlichen Hitliste mit Songs wie „We Bow To None“ oder „Man Of Sorrow“ noch einige Tracks hinzugefügt. Do you like it like that? Aber sicher!