Procession - Doom Decimation

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Auch wenn man mittlerweile ins Doom-Hauptland Schweden umgesiedelt ist, betont Bandkopf Felipe Plaza von PROCESSION: "Wir sind eine chilenische Band!"

Doch Exotenbonus hin oder her, fest steht: Mit "Doom Decimation" wird uns ein ganz heißes Eisen vorgelegt, dass sich ohne Umschweife in die Gehörgänge brennt. War der Erstling der Band "Destroyers Of Faith" schon ganz stark, wurde dieser vom folgenden "To Reap Heavens Apart" an Feeling und Melodie nochmals übertroffen. Und "Doom Decimation"? Bündelt die Stärken von PROCESSION und lässt kaum bis keine Wünsche offen. Die Riffs treffen dermaßen ins Mark, dass es eine wahre Freude ist. Mit dem Opener "When Doomsday Has Come", der in weniger als vier Minuten ins Ziel kommt, widerlegt man die gängige Meinung, Doom-Songs müssten immer extrem lang sein. Mit dem folgenden "Lonely Are The Ways Of The Stranger" geht es genau ins Gegenteil: langsam und heavy kriecht der Songs aus den Boxen. Alle Songs können restlos überzeugen und werden von Felipes klagendem, aber nie ins Pathetische abdriftende Organ veredelt. Mit einer Spielzeit von einer Dreiviertelstunde wirkt "Doom Decimation" ungeheuer kompakt und es gibt keine überflüssige Note. Anspieltipps: Das klassisch metallige "All Descending Suns" oder das von Weltklasse-Gitarren und tollen Melodien getragene "As They Reached The Womb".

Sorcerer und Below haben Doom-Anhängern dieses Jahr schon ganz starke Scheiben geschenkt. Doch trotz all der Klasse dieser Bands ist "Doom Decimation" meiner Meinung nach erster Anwärter auf das Album des Jahres in diesem Genre. Ganz groß!