Shields - Life In Exile

CD Reviews, Shields - Life In Exile

Nach zwei EPs und zahlreichen Konzerten mit Bands wie Born Of Osiris, Chelsea Grin, Ice Nine Kills und Veil Of Maya stehen die 2012 gegründeten SHIELDS jetzt mit ihrem ersten Longplayer in den Startlöchern. „Life In Exile“ heißt das Opus, auf dem überaus moderner Metalcore geboten wird, der sich naturgemäß im Spannungsfeld von brachialer Brutalität und feinsinniger Zerbrechlichkeit bewegt. Also im Westen nichts Neues?

Nicht ganz, denn da wäre zum einen die brutale Durchschlagskraft, die bisweilen an die modernen Death Metaller von DYSCARNATE erinnern, ('Black Dog'), zum anderen die mitreißende Eingängigkeit, die man so von BRING ME THE HORIZON kennt. Hinzu kommt eine ungeahnte Bandbreite der Vocals, die von emotiomal clear über düster gegrowlt bis hin zum diabolisch-schwarzmetallisch krächzend reichen und so für eine ungemeine Variation sorgen. Für emotionalen Tiefgang und Momente der Nachdenklichkeit sind dann die melodischen Parts zuständig, die für das Genre typischen choralen Grölpassagen fehlen natürlich auch nicht. Schließlich kommt auch die erfrischende Dynamik nicht zu kurz, die bisweilen auch durch übelst heftige Breakdowns durchbrochen werden ('It's Killing Me').

Daneben kommt einem mitunter der Werbeslogan „Ist es zu stark, bist du zu schwach“ in den Sinn. Denn die pure Spielfreude und der Hang zu Songtüfteleien verliert sich manchmal in heftigem, schrotigem Krach. Sehr leidenschaftlich geht es in 'Love Is Dead' zu, wohingegen 'Mother' ein wirkliches Brutalo-Monster mit einem hohen Groove-Faktor ist. Da wird dann wohl eine sehr sehr böse Stiefmutter besungen.

Fazit: Mit „Life In Exile“ hat eine Band ihr Debütalbum vorgelegt, die für einen ungestümen, spielfreudigen Metalcore steht, der sich von den Verweichlichungstendenzen des Genres nicht hat anstecken lassen, sondern im Gegenteil der brutalen Brachialität ein eindrucksvolles Denkmal setzt, auch wenn die nachdenkliche Emotionalität nicht zu kurz kommt.

Line Up

Joe Edwards - Vocals
Sam Kubrick Finney - Guitars
Lawrence Welling - Bass
Alex Rayner - Drums

Tracklist

01. Intimacy
02. Black Dog
03. In The Grey
04. White Embers (feat. Spencer Charnas)
05. It's Killing Me
06. Delilah
07. Love Is Dead
08. Mother (feat. Joel Heywood)
09. Sibling
10. N35.E138
11. Aokigahara

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