Stone Sour - Hydrograd

CD Reviews, Stone Sour - Hydrograd

STONE SOUR legen jetzt mit "Hydrograd" ihren sechsten Longplayer vor. Und die Mannen um Corey Tailor (SLIPKNOT) haben wieder einmal alles richtig gemacht, um die crazy crowd der hiesigen Festival-Szene, die nach harten Tönen schmachtenden Emo-Mädchen oder die auf Abi-Parties Feiernden in verzückende Ekstase zu versetzen.

Denn die Songs hören sich runter wie ein alkoholisiertes Mischgetränk. Schmeckt lecker, hat auch Wums, aber hinterlässt auch keinen wirklich bleibenden Eindruck. Dass die Jungs etwas von ihrem Metier verstehen, bleibt natürlich unbestritten. Zugleich sind STONE SOUR ähnlich wie die FOO FIGHTERS auch Brückenbauer, gelingt es ihnen doch, aus den verschiedenen härteren Musikstilen das für ihren Sound Passende zu extrahieren, um dann im Wesentlichen versöhnlich, melodische und eingängige Rocksongs zu schreiben.

Wer sich die vorab veröffentlichten Songs angehört hat, wird wissen, was ich meine. Der Track 'Song #3' besticht durch seine angeloopte nachdenkliche Leichtigkeit mit hohem Schmachtfaktor. 'Fabuless' kommt da schon etwas härter daher, kann aber auch nicht auf die obligatorische Eingängigkeit verzichten. 'Mercy' geht dann auf seiner Riffs und seiner mitreißenden Atmosphäre sofort ins Ohr und stellt die unbändige Spielfreude unter Beweis, auch wenn der Refrain nicht zu überzeugen weiß. 'Taipei Person/ Allah Tea' lebt dann vor allem durch seine Riffigkeit im Verein mit einer aufstachelnden Raise-your-fist-Attitüde. Nicht schecht, Herr Specht.

Unklar bleibt dann allerdings, warum „Hydrograd“ zum Titeltrack gemacht worden ist. Und bei ' Rose red violent blue' hat man tatsächlich den Eindruck, als ob man hier einen Song der FOO FIGHTERS hört. Für Abwechslung sorgt das akustische 'St. Marie', auch die anderen Songs lassen sich mehr als hören, vor allem das Lenny-Kravitz-mäßige 'Thank God It's Over' oder angegrungte quirrlige 'Whiplash Pants'.

Fazit: STONE SOUR sind und bleiben Brückenbauer. Denn auch auf "Hydrograd" kombinieren sie ihren harten Rock mit allerlei Elementen aus anderen Genres wie Punk, Hardcore oder Metal, die durch eine riesige Portion melodischer Eingängigkeit zusammengehalten werden. Somit sollte dieser Longplayer ein Muss für all diejenigen sein, die sich in Gemeinschaft auf den entsprechenden Festivals oder allein in nachdenklichen Momenten einmal so richtig treiben lassen wollen. Wirklich nett anzuhören.

Line Up

Corey Taylor - Vocals
Josh Rand - Guitar
Christian Martucci - Guitar
Johny Chow - Bass
Roy Mayorga - Drums

Tracklist

01. YSIF
02. Taipei person / Allah tea
03. Knievel has landed
04. Hydrograd
05. Song #3
06. Fabuless
07. The witness trees
08. Rose red violent blue (This song is dumb & so am I)
09. Thank God it's over
10. St. Marie
11. Mercy
12. Whiplash pants
13. Friday knights
14. Somebody stole my eyes
15. When the fever broke