Torturized - Omnivore

CD Reviews, Torturized - Omnivore

"Omnivore" ist der (vorläufige?) Höhepunkt der Entwicklung von TORTURIZED, die zeigt, dass man auch mit Selbstvermarktung in der ersten Liga des Undergrounds bestehen kann., wenn man nur über Herzblut, musikalische, technische und spielerische Qualität sowie Professionalität verfügt.

Und in all diesen Belangen hat das sachsen-anhaltinische Quintett seit Gründung im Jahr 2001 mit jeder Veröffentlichung - immerhin zwei Demos, drei EPs und ein Longplayer - nicht nur hart, sondern auch erfolgreich gearbeitet. Nach "Uncontrollable Hours" (2006) ist "Omnivore" nun das zweite Album und gleichzeitig das Meisterstück, dem man anmerkt, wie es seit dem letzten Ausrufezeichen in Form der 2012er EP "Authority" gereift und gewachsen ist.

TORTURIZED liefern auf "Omnivore" zeitgemäßen Death Metal zwischen Highspeed-Blastgewittern, mörderisch-tonnenschweren Grooves bei denen zur Abwechslung auch mal der Fuß vom Gas genommen wird, technischen Finessen ohne Gefrickel und sogar (dis-)harmonischen Melodien. Wie eingangs erwähnt sind die Magdeburger technisch und spielerisch nicht nur über jeden Zweifel erhaben, sondern man konnte sich in den letzten Jahren in dieser Hinsicht noch einmal hörbar steigern. Das gilt ebenfalls für Sänger Lu, der dem Material entweder mit seinen tiefen, röhrenden Growls oder seinen - zeitweise an einen gewissen Mitch Harris erinnernden - Screams durchaus seinen Stempel aufdrückt. Mit "Chasma" haben TORTURIZED zudem ein Experiment in Form eines Instrumentals gewagt, das fast schon sphärisch startet, um sich im Verlauf der zweieinhalb Minuten zu einem wahrhaftigen musikalischen Inferno aufzutürmen. Über allem thront jedoch die druckvolle und transparente Produktion, die der Brachialität und Brutalität einen weiteren Punch verleihen.

Auch wenn ich es persönlich in Sachen Death Metal in den letzten Jahren wieder zunehmend konservativer, will heißen simpler, roher und ruppiger, mag, so kann ich vor der aktuellen Leistung von TORTURIZED nur den Hut ziehen und die Jungs ermuntern, weiter so akribisch zu arbeiten und mit gleicher Hingabe nach vorn zu schreiten. "Omnivore" strotzt vor klarer Kante und Haltung und ist ein Festschmaus für jeden, der sich in der Schnittmenge von Behemoth, Napalm Death und Dying Fetus geborgen fühlt.

 Chapeau!!!

 

TORTURIZED - OMNIVORE _ Lyric-Video:

 

TORTURIZED LIVE:

MAR 04, Karlsruhe, AKK
MAR 11, Osnabrück, Dirty Dancing
MAR 17, Madgeburg, Factory
MAR 18, Wismar, Fellfresse
APR 07, Oelde, Alte Post Oelde
APR 08, Paderborn, TBA
APR 28, Berlin, Slaughterhouse
APR 29, Bitterfeld, Festung Bitterfeld
JUN 03, Flensburg, Roxy Flensburg
JUN 24, Protzen Open Air
JUL 15, Barleben, Damned Days

Tourflyer

 

UA-27193385-1