Traitor’s Gate – Fallen

CD Reviews, Traitor’s Gate – Fallen

Gerade erst hat „Bräsident“ Trump Strafzölle auf europäischen Stahl eingeführt. Wenn er es mit seiner Drohung genau nimmt, dürfte das erste Album von TRAITOR’S GATE in den USA unerschwinglich sein, denn mehr Stahl geht wohl kaum.

Im Grunde handelt es sich bei „Fallen“ um das Debüt der NWoBHM Recken. Doch bei den Briten haben wir es keinesfalls mit einer Retroband oder einem Newcomer zu tun. Die erste EP „Devil Takes The High Road“ ist bereits 1984 erschienen. Dann war schnell wieder Schicht für die Jungs und erst 2016 kam es zur Reunion, um auf dem Brofest 2017 zu spielen. Weitere Shows folgten und schließlich verließ Sänger Dave McLean die Band. Mit Sy Davies (ex-Mayhem Messiah, REACHER) wurde ein richtig guter Ersatz gefunden und so entstand 2017 die EP „Only The Strong“. Die Songs der Scheibe schafften es nun auch auf den ersten Longplayer der Band.

Schon mit dem Opener „Retribution“ beweist die Band, dass sie den Geist der 80er Jahre hervorragend konserviert hat. IRON MAIDEN Fans dürften ihre Freude haben. Aber auch Jünger von JUDAS PRIEST („Edge of Destruction“) oder TITAN FORCE (z.B. „Fallen“) dürften an den Metal-Haudegen Gefallen finden. Der Fünfer wechselt geschickt zwischen schnellen Nummern und eingängigen Stampfern (z.B. „Solar Plains“) mit Ohrwurmcharakter. Songs wie „Deceiver“ lassen auch durchaus Erinnerungen an METAL CHURCH wach werden.

Mit „Fallen“ haben TRAITOR’S GATE ein starkes Eisen geschmiedet, das in den 80er Jahren möglicherweise echten Kultstatus erreicht hätte. Aber auch anno 2018 ist „Fallen“ stark genug, um sich gegen die aufkommende New-NWoBHM Konkurrenz durchsetzen zu können. Starkes Album!