Fimbul Festival 2020 - Samstag

  • Datum: Samstag, 05 September 2020
  • Ort: Burg Bornstedt
  • Redakteur: Carsten Brand
Der zweite Tag beginnt erstmal mit einem gesunden Frühstück auf Zeltplatz B. Natürlich darf hier auch die neue Tasse Zeltplatz B 2020 nicht fehlen, die wir uns natürlich gleich gesichert haben. Mit leckerem Rührei, Röstern und einer Fettbemme werden die müden Knochen wieder munter und es kann in den zweiten Festivaltag gehen. Blickt man sich um, so sieht man viele zufriedene, wenn auch müde Gesichter. Es haben wohl viele den ersten Festivaltag ordentlich gefeiert und bis lang in die Nacht gemacht. Zum Glück geht der zweite Tag erst um 15 Uhr los, sodass ausreichend Zeit zum Munterwerden bleibt. Das Wetter hatte auch Erbarmen und es war angenehm frisch, so dass man auch mal den ein oder anderen Zipper tragen konnte.


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Als Opener fungierte ASARHADDON, eine mir bislang gänzlich unbekannte Kombo. Atmosphärischer Blackmetal stand auf der Bandbeschreibung und die enttäuschte nicht. Mal geht es schleppend, fast schon mähfließend voran, dann wird im nächsten Moment drauf losgeprescht. Die Sängerin Anna ist wohl nur als Gastsängerin engagiert, erweist sich aber als überaus richtig platziert. Feine Growls in deutscher Sprache preschen über das Publikum einher. Leider ist die Band im ersten Anlauf etwas langatmig, so will zumindest bei mir der Funke nicht ganz überspringen. Vielleicht muss man sich auch einfach ein wenig mehr mit der Musik auseinandersetzen. Da ASARHADDON ausschließlich vom Werk „Reise“ spielten wird das wohl der nächste Silberling im CD Wechsler zur näheren Betrachtung.


bra 145 08 waldtraene 0071Die nächste Band hingegen bedarf beim Fimbul/DarkTroll keiner größeren Vorstellungsrunde mehr. WALDTRÄNE überzeugten bereits mehrfach als Opener bzw. Auf dem zweiten Slot. Entgegen der anderen Bands spielt das Duo rein akustisch und überzeugt mit folklorischen Liedgut. Flöte, Trommel und Gitarre begleiten dabei den Gesang. Es ist eine schöne Abwechslung, man hätte hier nur vielleicht mit ASARHADDON tauschen sollen.


bra 159 09 theotoxin 0169Zeit für die dritte Band. Es war gerade einmal erst fünf Uhr nachmittags, da gab es schon das erste deftige Brett an diesem Tage. THEOTOXIN machten keine Gefangenen und breschten alsbald drauf los. Corpse Paint und markante Bühnenoutfits unterstreichen den professionellen Gesamteindruck. Die Österreicher wuchsen aus der Idee, die Brechstange in hohem Tempo aus dem Sack zu lassen. Dabei wirken Bandmitglieder  aus ehemaligen Projekten wie Anomalie oder Zombie Inc. mit. Die Messlatte darf also ruhig hoch angelegt werden. Im Gepäck haben die Österreicher frische Ware des kommenden Silberling „Fragment-Erhabenheit“ und testen Stücke daraus auf ihre Live Qualitäten. So ist der Opener „Golden Tomb“ auch der Opener der aktuellen CD. Ohne großes Schnörkelintro geht es direkt zur Sache. Vorab gab es diesen Leckerbissen auch schon als Videopremiere. Insgesamt verdient der Auftritt das Prädikat: besonders wertvoll.


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Danach wurde es wieder etwas ruhiger und gediegener. Die nächste Band bedarf wohl ebenfalls keiner großen Vorstellung in der Fimbul Gemeinde: XIV DARK CENTURIES. Auch Veit von ODROERIR an der Violine braucht man glaub ich wenig vorstellen. Der Fuß wippt automatisch mit und die Musik versprüht einfach gute Laune. Stilistisch irgendwo im Pagen, Viking Metal verwurzelt, mitunter leichte Abrutschgefahr in Richtung Kitsch. Das Publikum jedenfalls ist begeistert und feiert fleißig, mit viel Abstand und Maske, den Auftritt der Band.


bra 214 11 waldgefluester 4817Als nächstes stand mal wieder Black Metal auf der Tagesordnung. Ebenfalls für viele DarkTroll Jünger kein unbeschriebenes Blatt. WALDGEFLÜSTER waren beileibe nicht so leise, wie der Name vermuten lässt. Mit einer Jubiläumsshow, die eigentlich für 2021 geplant war, zogen die Münchener ins Set. Atmosphärische Grundstimmung zersetzt durch feine Black Metal Stilistik. Ein zweiter Gesang, der die klaren Ansagen übernimmt, unterstütz dabei gekonnt das Gesamtbild. „Fermundsmarka“ lautet der Albumtitel und dienst als Basis für die spezielle Show. Hier wurden die Eindrucke aus dem Nationalpark Norwegens verarbeitet, der als Namensgeber fungiert. Und man hätte sich wohl keine bessere Location darf aussuchen können als die Burg und ihren umlaufenden Wald. So fällt das Eintauchen  in die WALDGEFLÜSTER sehe Welt recht einfach. Beinahe schon kurzweilig beenden die Münchner schon nach 60Minuten Spielzeit (Anm: Jede Band hatte diese Spielzeit am Samstag).


bra 241 12 the spirit 1313Die nächste Band stellt einen Underground Tip dar, wobei diese Underground Rolle bald schon vorbei sein dürfte, veröffentlichten sie doch 2018 „Sounds from the Vortex“ über Nuclear Blast. Etwas geschwächt durch die Abstinenz des Wassers machen THE SPIRIT aber von Anfang an klar, dass eine Auftritt Absage nicht in Frage kommt, und die restlichen drei Herren ihr Bestes geben werden. Feuer frei also für Dissection 2.0. Und wenn man sich mit einem Namen soweit aus dem Fenster lehnt, muss da schon eine Menge Substanz hinter stehen. Auch wenn man vielleicht solche Vergleiche als Band nicht hören mag, sind sie doch rein positiver Natur. Zurück zum eigentlichen: der Auftritt reduziert sich inhaltlich auf die Musik, es existiert kein Frontlicht und von hinten schimmert nur wenig rotes Licht und gibt maximal die Silhouetten der Band wieder. Dargeboten wird unter anderem frisches Material von „Cosmic Terror“. Und somit zeigt die Band ganz gut die eigene Entwicklung, ohne ein schnöder Abklatsch etwaiger schwedischer Bands darzustellen. Schnörkels mit dem Prädikat: besonders wertvoll. Im Publikum kommt die Band ebenfalls gut an. Der Bereich vor der Bühne ist sehr gut gefüllt, so voll wie es eben die Maßnahmen und Abstände zulassen. Auch hier sei nochmal die Disziplin der Besucher lobend erwähnt, die nicht wild nach vorne drängeln.


bra 272 13 finsterforst 2087Als nächsten Programmpunkt gab es dann wieder Pagen Black Metal. FINSTERFORST luden zum Musikreigen. Die durchweg grandiose Stimmung von THE SPIRIT schwappte schnell auch zu diesem Auftritt mit rüber und trotz späterer Stunde gab das Publikum noch einmal alles (mit Abstand, versteht sich). Musikalisch holt man sich noch Unterstützung eines bereits gesehenen Sängers: Die Stimme von JÖRMUNGAND unterstützt den Auftritt und passt optisch perfekt ins Bild. Man muss nun genau hinschauen, um die beiden Sänger auseinanderhalten zu können. Geboten wird wieder Pagen Metal mit Black Metal Einflüssen, teils aber auch schon fast Schunkelmusik. Die Fans wissen auf jeden Fall die Leistung der Band zu würdigen und geben fleißig Beifall.


bra 296 14 totenwache 2503Den Schlusspunkt des Abends setzen dann Totenwache. Ein Black Metal Abschluss in puristischer Form. Ebenfalls in sehr dunklem Licht prügeln die drei Mannen munter drauf los und zelebrieren schnörkellosen Black Metal. Unterstütz wird die frostige Darbietung von den tatsächlich immer kälter werdenden Außentemperaturen. Mittlerweile zeigt das Thermometer nur noch 13 Grad. Und nach dem Set schließt sich das Fimbul Festival 2020 und entlässt die Besucher in die Nacht.


Was bleibt zum Schluss zu sagen?
Danke an den Veranstalter, das Risiko auf sich zu nehmen und das Ding durchzuziehen.
Danke an die Besucher, die Maßnahmen durchzuhalten und die Regeln zu befolgen.
Danke an die Besucher, dass sie fleißig getrunken und gespeist haben, um das Festival so hoffentlich auf 0 oder besser zu bringen.
Danke an die Bands, die alles gegeben haben, um das Festival zu dem zu machen, was es war: grandios.

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