Fimbul Festival 2020 - Freitag

Fimbul Festival 2020 - Freitag
  • Datum: Freitag, 04 September 2020
  • Ort: Burg Bornstedt
  • Redakteur: Carsten Brand
Ein Festival in 2020. Eines das statt findet. Das Fimbul Festival feiert 2020 seine Renaissance und ist eines der ersten Festivals, was unter Corona Auflagen statt finden kann.

Die Umstände drumherum sind für den Veranstalter recht widrig. Erst eine Woche vor dem eigentlichen Festival kommt die Zusage von den Behörden, im Hintergrund müssen unheimlich viele Strippen neu gezogen werden. Konzepte mit den Behörden abgestimmt und Hygienekonzepte erarbeitet werden. Auch das finanzielle Risiko muss für den Veranstalter in diesen Tag immens sein.
Umsoschöner, dass das Fimbul dann final doch stattfinden konnte. Und das mit verhältnismäßig geringen Einbußen bzw. Einschränkungen.

Im Vorfeld mußte jeder Gast die übliche Registrierung und Datenerfassung ausfüllen. Auf dem Gelände selber gibt es eine Trennung zwischen  Ein und Ausgang. Abstände müssen jederzeit eingehalten werden. Zudem gibt es eine Maskenpflicht. Die Toiletten werden deutlich häufiger gereinigt und es stehen überall Desinfektionsmittel bereit.

Diese Maßnahmen werden von den Besuchern gut aufgenommen und fast zu jederzeit auch umgesetzt. Die Security hat nur wenig zu tun und muß gelegentlich an das Tragen der Maske erinnern. Doch grundlegend kann man hier alle Besucher nur für die Disziplin loben, auch zu späterer Stunde und unter viel Alkohol funktioniert alles super. Sowohl an den Bierständen, als auch beim Cocktailstand und den Fressbuden herrscht zu keiner Zeit Gedränge oder werden Abstand nicht eingehalten. Die Crew leistet einen unheimlich tollen Job und ist stets gut gelaunt. Lobend seien hier auch die sehr fairen Preise für Getränke und Speisen erwähnt, das kennt man auch deutlich teurer. Es findet sich bei uns ingesamt kein einziger Kritikpunkt, den wir an diesem Wochenende auszusetzen hätten. Die Maskenpflicht und die paar Auflagen sind aus dem Alltag ja hinlänglich bekannt, und das mann sich nach dem Pullern mal die Hände wäscht sollte auch nicht neu sein. Somit hier schonmal ein Riesendank an den Veranstalter, sich so weit aus dem Fenster zu lehnen, und das Festival möglich gemacht zu haben.



Wir selber reisen am Freitag Nachmittag an. Wie auch zum großen Bruder DarkTroll verschlägt es uns auf den Campplatz B. Hier ist es verhältnismäßig ruhig und vor allem haben wir hier den hervorragenden Versorgungswagen des örtlichen Vereins. Ein riesengroßer Dank hier an ebendiesen Verein, der mit unheimlich viel Leidenschaft sich um die Besucher kümmert. Ein Platz fürs Zelt ist schnell gefunden. Aufgrund der behördlichen Auflage von maximal 500 Besuchern ist es auchauf allen Cmapflächen recht übersichtlich. Einzig Platz A oben direkt an der Burg ist wie immer voll und dichter becampt. 

Wir erklimmen die 100 Stufen zur Burg. Parallel gibt es auch wieder einen Busshuttle, den man für den obligatorischen Euro benutzen kann. Schon auf dem Hinweg hören wir den Opener INVOKER. Es fühlt sich teilweise noch komisch an, dass das Festival tatsächlich stattfindet und trotz Corona möglich ist. Und es scheint nicht nur uns so zu gehen. Oben angekommen ist es eine euphorische Stimmung und es hätte glaub ich fast jede Band spielen können. Die Besucher sind einfach froh, wieder LiveMusik erleben zu können. Das soll aber in keinster Wiese INVOKER diskreditieren. Ein wenig abseits der eigentlichen Fimbul Bands experimentiert der Veranstalter hier mit Death Metal Einflüssen und das Konzept geht sehr gut auf.


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Und doch ist es ein wenig anders als sonst. Die Besucher halten sich unheimlich gut an die Abstandsregeln und das Tragen der Maske, dadurch ist der Bereich vor der Bühne aber auch sehr aufgelockert gegenüber den Vorjahren. Der Stimmung tut dies allerdings keinen Abbruch.


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Nach der Köthener Band kommt nun Köln zum Zuge: JÖRMUNGAND schlagen ganz tief in die Pagen Kerbe und überzeugen musikalisch sowie mit einer geballten Bühnenperformance. Die Band schafft es, eine wundervolle Grundatmosphäre aufzubauen, um dann im nächsten Moment mit deftigen Black Metal Elementen dazwischen zu hauen. Ein schöner Aspekt dazu noch: die Texte sind auf deutsch. Sänger Stef schafft es auf sehr sympathische Art und Weise, das Publikum in den bann zu ziehen, und durch das Set zu führen. Bei den Besuchern wird das erste Mal mit gebangt. Hier zeigen sich die Vorteile des Abstandkonzeptes: Man verheddert sich nicht mehr so schnell mit dem Nebenmann.


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Nach dem sehr atmosphärischen darf es jetzt etwas dunkler und gleichsam brutaler werden. NORNIR stehen für puren Black Metal ein. Einhergehend damit sind auch die typischen Erscheinungsbilder: Corpse Paint und lange Nietenarmbänder. Nach kurzem Soundcheck verlässt die Band die Bühne, um nach kurzer Pause mit der Show zu beginnen. Die Freiberger zeigen dabei eindrucksvoll, dass sie weiter auf die Wurzeln des Black Metal setzen und die puristische Art ohne viel Schnörkel bevorzugen. „Transzendenz“ eröffnet das Set und stammt vom  „Verdandi“ Silberling, dem ersten Full Length Werk der Band. Ein wenig Folk Einflüsse kommen auch noch zum Vorschein, ohne aber groß vom konventionellen Weg abzulenken. So mischen sich Folk Elemente in „Yggdrasil og Nornene“ mit Klargesang und Akustikgitarre. Für die Band ist die Uhrzeit fast ein wenig früh, senkt sich doch erst nach dem Auftritt die Sonne.


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Zeit für die nächste Band. Doch Maik Pomplun spielte am Freitag nicht die Gitarre bei der nächsten Band, sondern meldet sich als Veranstalter zu Wort. Er erklärt noch einmal die Rahmenbedingungen und die Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Immerhin steht er zusammen mit Kelly für das gerade, was auf der Burg passiert. Doch auch hier sei wieder auf die Disziplin innerhalb des Publikums hingewiesen. Die Worte vom Veranstalter wurden mit Lob und Applaus bedacht. Die Besucher waren einfach froh, dass das Festival überhaupt stattfinden konnte. Da waren die Maßnahmen und die einhergehenden Einschränkungen Nebensächlich und leicht zu verkraften.

Als nächste Band spielten dann aber GERNOTSHAGEN. Beinahe schon mit einem Heimatvorteil ging es musikalisch wieder in die Pagen Black Richtung. Die Band zeigt sich gut gelaunt und präsentiert mit „Einengung“ als Opener auch gleich ein Ausschnitt aus dem neuen Silberling „Ode Naturae“. Und bereits mit dem Opener stellt sich die Band einmal mehr bereits zu Anfang in ihre angestammte Position: Mit bombastischen Elementen, einem heroischen Intro geht es in brachialere Gefilde. Geparkt immer wieder mit ruhigen Passagen bis hin zum Klargesang. Askin beherrscht beides und setzt den Klargesang auch nur akzentuiert dort ein, wo er passt. GERNOTSHAGEN überzeugen mit viel Konzeptmusik, in die man eintauchen und versinken kann. Da passt es gut, dass sich die Burg Bornstedt bereits in Dunkelheit hüllt und der Band so eine ideale Bühne bietet, das Set zu spielen. GERNOTSHAGEN enden mit einem Klassiker und verabschieden die jubelnden Fans mit „Dem Skinir zu Ehren“.


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Als nächstes wurde es noch düsterer. Neben der Dunkelheit um die Burg hielt sich auch das Bühnenlicht bei HARAKIRI FOR THE SKY dezent zurück. Kaum Frontlicht, dafür viel Rot und Gelb von hinten. Aber es soll ja auch um die Musik gehen. Und hier gibt es wohl wenig Grauwerte: man mag die Musik oder man mag sie eben nicht. Die Österreicher sind wohl keine Unterhaltungsmusik für eben nebenbei. Und schon lange keine Partymusik. Man muss sich sowohl inhaltlich als auch musikalisch einlassen können. Im Gegenzug bekommt man dafür aber eine Welt voller Gegensätze, voller Atmosphäre gespart mit rauem Black Metal Elementen. Tief emotionale Lyrics runden die ganze Geschichte ab. Am Publikum merkt man, dass hier viele Fans der Band vor Ort sind. Auch wieder brav im Abstand aufgestellt, wird fleißig mit der Musik mitgegangen und die Haare fliegen nicht nur auf der Bühne. HARAKIRI FOR THE SKY passen perfekt auf so kleine, familiäre Festivals und sind für mich das Highlight des Tages.



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Danach schließen WANDAR den Tagesplan ab. Auch hierbei haben wir es wieder mit Black Metal unter leichten Pagen Einflüssen zu tun. Das Licht auf der Bühne wird noch weiter runtergefahren, die Musiker sind zumeist nur als Silhouette zu erkennen. WANDAR erfinden den Black Metal nicht neu, definieren ihn aber und geben ihre eigene Note. Ein breit aufgestellter Gesang besticht durch starke Growls, aber auch wohl definierten Klargesang. Dazu eine grandiose Wand aus Gitarrenriffs, die zu keiner Sekunde langweilig werden. Unterstütz von einem feinen Schlagwerk, dass viel auf Double Bass zurückgreift. Insgesamt ein würdiger Abschluss des ersten Tages.

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