Wolfszeit Festival 2020 - Samstag

Wolfszeit Festival 2020 - Samstag
  • Datum: Samstag, 26 September 2020
  • Ort: Entenfang Torgau
  • Redakteur: Carsten Brand

bra 234 09 hexadar 3444HEXADAR eröffnen den zweiten Festivaltag vor einem fast komplett ausgestorbenen Infield. Der strömende Regen ermutigt wohl die wenigsten dazu, sich schon um kurz nach eins auf die größtenteils schutzlose offene Fläche vor der Bühne zu stellen. Davon lassen sich die Jungs von HEXADAR aber keinesfalls beeindrucken, sondern legen trotzdem maximale Spielfreude an den Tag, sodass es sich mit einem heißen Met in der Hand schon bald warmgeschunkelt hat.


bra 252 10 kankar 3562Auch bei KANKAR bleibt es vor der Bühne noch recht leer, weil die meisten Zuschauer beim Bierwagen oder dem etwas weiter entfernten Zelt Schutz suchen. Das heißt allerdings nicht, dass der Funke nicht überspringen würde. Glücklicherweise haben die Black Metaller beim Corpsepaint auf wasserfeste Schminke zurückgegriffen, sodass der Trveness der Darbietung keinen Abbruch getan wird. KANKAR haben heute trotz erschwerter Bedingungen bestimmt einige neue Fans dazugewonnen.


bra 260 11 obscurity 3637Sobald die ersten Klänge von OBSCURITY ertönen, ist der Regen dann auf einmal wie vergessen. Die Meute strömt vor die Bühne um Klassiker wie „Bergische Streitmacht“ aus nächster Nähe mitzusingen und bei der Frage „Wessen Unterhose ist auch nass?“ gibt es zahlreiche Meldungen, doch die gute Laune ist ungebrochen. Belohnt werden die wetterfesten Fans nicht nur mit einem oberkörperfreien Agalaz, der vom Wellenbrecher aus seinen Hass in die erste Reihe brüllt, sondern auch mit dem neuen Song „Schwertmission“. Da lohnt es sich, nass zu werden.


bra 308 12 nachtblut 3803Davon lassen NACHTBLUT sich nicht so schnell abhängen und ziehen voll mit. Auch Sänger Askeroth entledigt sich bald seines Oberteils, muss allerdings nach dem Set zugeben, dass er die Kälte deutlich unterschätzt hat. Zumindest vor der Bühne steigt die Temperatur aber endlich, zu Klassikern wie „Der Tod ist meine Nutte“ wird gemosht, gefeiert und getanzt. Da sind die beiden neuen Songs „Meine Grausamkeit kennt keine Grenzen“ und „Leierkinder“ vom neuen Album „Vanitas“, das erst ein paar Tage später erscheint, quasi die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.


bra 326 13 eisregen 4405Mittlerweile ist das Infield anständig gefüllt und warmgetanzt und auch EISREGEN treffen genau den Nerv des Publikums. Mit einem heißen Kirschmet in der Hand muss man bei der Antwort auf die Frage „Sind wir nicht alle ein bisschen blutgeil?“ keine Sekunde überlegen. Die Thüringer gehen mit ihrer Setlist auf Nummer sicher, Lieder wie „Knochentorte“, „1000 Tote Nutten“ und „Panzerschokolade“ kann jeder mitsingen und die Partylaune der Wölfe nähert sich am zweiten Festivaltag ihrem Höhepunkt.


bra 370 14 equlibrium 5572Der ist erreicht, als EQUILIBRIUM die Bühne betreten. Robse als Sänger der Herzen brettert mit „Waldschrein“ direkt los und zu „Born to be Epic“ muss der Sicherheitsabstand kurz der Ekstase weichen, die sich in einer Wall of Death mit anschließendem Moshpit entlädt. Trotzdem ist 2020 vermutlich das erste Jahr in der Geschichte von EQUILIBRIUM, in dem man die Musik auch genau vor der Bühne noch genießen kann, ohne von einem nicht abreißen wollenden Strom von Crowdsurfern abgelenkt zu werden. Ob das eine schöne Abwechslung oder doch eher traurig ist, ist allerdings noch ungeklärt.


bra 393 15 batushka 6259Die ausgelassene Stimmung verwandelt sich sofort in ehrfürchtige Vorfreude, als das Läuten einer Kirchenglocke den Auftritt von BATUSHKA ankündigt, die in dunkle Roben gehüllt langsam die Bühne betreten. Die Band rund um Krzysztof Drabikowski setzt wie immer auf maximale Atmosphäre, mitten auf der Bühne steht ein weißer Sarg, komplett in rotes Licht getaucht und über das Wolfszeit breitet sich eine gespannte Stille aus. Kurz darauf bricht der atmosphärische Sound der Polen los und zieht die Zuschauer direkt in seinen Bann. Der Sound ist glasklar und gut gemischt, sodass die Atmosphäre und Energie von BATUSHKA noch verstärkt werden.


bra 408 16 belphegor 6695Auch BELPHEGOR schließen sich mit einem Bühnenbild mit umgedrehten Kreuzen der unheiligen Stimmung des Abends an. Als die Band die Bühne betritt ist direkt klar, dass Hellmuth und seine Jungs hochmotiviert sind. Die Österreicher spielen sauber und energetisch und präsentieren eine über mehrere Alben verteilte Setlist, bei der jeder Fan auf seine Kosten kommen sollte. BELPHEGOR sind ein würdiger Abschluss für das größte Metalfestival des Jahres 2020 und fackeln ein letztes, beeindruckendes Feuerwerk aus Black und Death Metal ab, bevor das Wolfszeit viel zu früh wieder zu Ende ist.


Auch wenn zwei Tage kaum gereicht haben, den Festivalentzug eines ganzen Jahres wieder auszugleichen, bleibt nur noch eines zu sagen: DANKE! Danke an die Veranstalter rund um VARG-Sänger Freki, den Fans in einem Jahr wie diesem doch noch ein Festival zu bieten, das trotz mehr als erschwerten Bedingungen bei der Organisation so reibungslos abgelaufen ist und dazu auch noch so ein fettes Line Up auf die Beine zu stellen. Und einen großen Dank natürlich an die Teilnehmer, die sich ohne zu Murren brav in die Hygienerichtlinien gefügt haben, um damit in Zukunft hoffentlich noch weitere Festivals möglich machen zu können. Die Wölfe haben sich erhoben!

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