Abyssaria

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Abyssaria

Damals spielten wir in der Band MANKIND'S ELEGY mit der wir eher die Doom- und Gothicschiene fuhren und Abyssaria war eigentlich zuerst nur als Nebenprojekt von uns gedacht um eben unsere Vorliebe zum Black- und Gothicmetal ausleben zu können. Doch die Band nahm schnell mehr Zeit als die Hauptband in Anspruch und als sich letztere dann wegen personellen und persönlichen Problemen auflösten, war klar, dass wir mit Abyssaria als Hauptband weitermachen würden."

a) Was hat euch motiviert, Musik zu machen?

Mephir: "Also bei mir war's so, dass ich eigentlich schon immer Musik gemacht habe und auch aus einer musikalischen Familie komme. Mit ca. acht Jahren hab ich angefangen Schlagzeug zu spielen und damals schon mit verschiedenen Leuten gejammt, es war aber nie irgendwas Ernsthaftes. Irgendwann lernte ich Davian und Atiscon kennen und wir jammten gelegentlich zusammen u.a. in der Band Viscera mit der wir Death Metal spielten und später eben bei Mankinds Elegy, bis wir an den Punkt gekommen waren wo wir gesagt haben, dass wir das ganze ein bisschen professioneller aufziehen und auch live spielen wollen. Es ist einfach die Liebe zu der Musik die mich motiviert und die Kreativität die man ausleben kann indem man was Eigenes erschafft. Es ist auch der Kick beim live spielen. Das Intro läuft und du stehst neben der Bühne und wartest darauf das du hochgehen kannst und dann macht es einfach nur Spass abzugehen und die Leute zum mitmachen zu motivieren. Es stellt sich vor jedem Auftritt auch die Frage ob alles klappt und wie die Leute auf dich reagieren. Doch wenn es dann glatt läuft ist es einfach nur noch endgeil."

b) Aus welchen musikalischen Lagern kommen eure einzelnen Bandmitglieder?

Mephir: "Mh das ist schwer zu sagen. Ich höre bevorzugt Black Metal, wobei es mir egal ist ob da nun Keyboards bei sind oder nicht. Wenn ich die Musik höre geht es mir um die Atmosphäre und den Spirit den die Bands rüberbringen. Es geht bei mir wirklich vom Ende 80er Black Metal bis hin zum heutigen Gothic Black. Auch Dark-, Doom- und Gothicmetal sind meine Favoriten. Ich muss mit der Musik was anfangen können, dann ist es mir eigentlich egal wie der Stil bezeichnet wird."

Davian: "Ich habe damals mit Sepulturas "Chaos A.D." die Welt der härteren Klänge entdeckt und bin dann eine Zeit lang die Death-/Thrash-Schiene gefahren, mit Bands wie Slayer, Unleashed oder Cannibal Corpse. Erst später kam dann der klassische Metal von Iron Maiden oder Metallica dazu und dann fing auch so langsam die Zeit der düster-atmosphärischen Metalbands wie Samael oder Moonspell an, also dem Sound, der auch unsere Band stilisiert. Val Melkor ist übrigens ebenfalls aus dem Thrash-Lager, bzw. noch viel eher als ich, er bevorzugt Bands wie Sodom, Celtic Frost, Destruction, Kreator und Testament, eben 80er Thrash, Speed und Heavy Metal."

c) Was ist bis heute so bei euch geschehen?

Mephir: "Nachdem wir die Band gegründet hatten, nahmen wir im Frühjahr 1999 unsere erste Mini-CD "Beyond The Darklands" auf. Kurz darauf stieß Val Melkor zur Band um die Gitarren in der Rythmusabteilung zu unterstützen und den Sound druckvoller und abwechslungsreicher zu gestalten. Als dann Adrahil Atiscon am Bass ablöste, wechselte letzterer an die Keyboards. In dieser Konstellation probten wir eine Weile, doch verließ Atiscon kurze Zeit darauf aus persönlichen Gründen die Band und wir bestritten einige Auftritte in dieser 4er Formation. Dann kam gegen Ende 2001 unser erstes full-length Album "All The Dying On Earth" raus und wir präsentierten dieses bei verschiedenes Gigs und ließen es reviewen. Das die Reaktionen fast durchweg positiv waren, hat uns natürlich sehr gefreut und zu neuen Taten motiviert. Anfang des Jahres verließ uns dann Adrahil um bei der Band Ravage Bass zu spielen, da dieser Musikstil im eher zusagte, denn er hört und spielt lieber Death und Grind. So machen wir erstmal zu dritt weiter, sind aber natürlich auf der Suche nach einem neuen Mann am Vier-Saiter."

Davian: "Zudem waren wir in den letzten Monaten nicht sehr oft live präsent, was auch daran lag, das wir in den meisten der lokalen Locations schon gespielt haben und die Leute nicht langweilen wollen. Die Zeit wurde jedoch kreativ genutzt und es stehen schon vier neue Songs, die nur noch mit Texten versehen werden müssen. Demnächst, so im Herbst, wollen wir wieder verstärkt Auftritte wahrnehmen, weitere Songs schreiben und diese dann auch für ein weiteres Album aufnehmen."

2. Welches sind eure größten Einflüsse? Mephir: "Die Bands die mich und mein Leben wohl am meisten beeinflusst haben sind Samael, alte Moonspell, Type 0 Negative zu Bloddy Kisses Zeiten, alte Amorphis, My Dying Bride, Anathema, Burzum (wo noch die Musik im Vordergrund stand), Tiamat, Cradle Of Filth usw. Das waren die Bands die ich angefangen habe zu hören und mit denen ich mich auseinandergesetzt habe. Im Laufe der Jahre kamen dann noch weitere bands wie Dark Throne, Mayhem, Empyrium, Dornenreich, Immortal usw. hinzu die für mich auch eine sehr grosse Rolle spielen."

Davian: "Zu den Bands die ich oben schon teilweise genannt habe, gesellen sich ebenfalls Type 0 Negative, wobei ich auch nicht bestreiten möchte, ein klein wenig von Pete Steeles Gesangsstil übernommen zu haben, der mir von allen Sängern des Düster-Genres eigentlich nach wie vor noch am besten gefällt und mir tiefer Gesang ohnehin eher zusagt als die wahr-metallischen hohen Tonlagen."

3. Wie würdet ihr eure Musik selbst beschreiben und kategorisieren?

Mephir: "Anfangs haben wir gesagt, wir machen Gothic Blackmetal. Wir merkten aber schnell, dass dieser Begriff schon so stark geprägt ist und die Leute eine bestimmte Vorstellung davon haben, was in dieser Sparte des Metals was zu suchen hat und was nicht. So entschlossen wir uns unsere Musikrichtung Abysmal Dark Metal zu nennen, da wir dunklen Metal machen wollen, dem wir unseren eigenen Sound und Stil verpassen. Wir wollen in unsere Musik neue Elemente und neue Sounds einfliessen lassen und da kommen wir nicht sehr weit mit, wenn wir uns in eine zu vorgeprägte Sparte des Metals einordnen, denke ich."

b) Und was haltet ihr von Kategorisierung bzw. Schubladendenken bezüglich Musikstilen

Davian: "Eigentlich halte ich von genauen Bezeichnungen nicht viel, ich denke, wenn eine Band wirklich gut ist und was Eigenständiges macht, definiert sich dadurch der Musikstil und nicht durch eine Bezeichnung. Aber es ist auch klar, das die Leute erste Anhaltspunkte brauchen, um die Band einzuordnen, wobei wir das bei uns wie gesagt "Abysmal Dark Metal" nennen. Diese Bezeichnung führt uns auch wieder mehr zu den Ursprüngen zurück bzw. bringt uns die damaligen Freiheiten wieder, da sich damals noch nicht soviel um Schubladen gekümmert wurde. Heutzutage muss man sich ja fast schon irgendwie rechtfertigen, davon wollen wir so ein bisschen verschont bleiben."

Mephir: "Ich halte ebenfalls nicht besonders viel davon. Es ist zwar schon gut wenn man jetzt beispielsweise eine Band empfohlen bekommt die man nicht kennt und man fragt welche Richtung die spielen und man sich so ein grobes Bild machen kann. Das gleiche gilt für Undergroundkonzerte oder dergleichen. Mich stört aber besonders die Intoleranz die teilweise zu beobachten ist. Sobald eine Band versucht etwas neues zu machen ist es direkt scheisse, weil es nicht in die Sparte des jeweiligen Stils passt."

4. Wie entsteht bei euch das Songwriting und wie läuft eine Recording-Session bei euch ab? Mephir: "Davian schreibt und komponiert die Musik. Früher hat er auch die Texte geschrieben. Mittlerweile teilen wir uns diese Aufgabe. Er zeigt dann der Rest der Band den Song und wir stimmen darüber ab, ob er uns gefällt oder ob wir noch was verändern sollten. Wenn wir denken, dass es ein Abyssaria-Song wird, brennt er mir die Musik auf CD und ich verfasse einen Text dazu, wenn er noch keinen hat. Dann zeig ich ihm den Text und wir verfeinern hier und da noch etwas. Und dann wird der Song geprobt und geprobt und nochmals geprobt, so dass er sitzt und wir ihn live spielen können. Beim Recording ist es so, dass die Drum und Keyboardsounds abgemischt werden und teilweise neu eingespielt werden müssen. Wenn wir mit dem Sound so im Großen und Ganzen zufrieden sind, spielen Davian und Val ihre Gitarren ein. Dann kommt der Bass und schließlich ich, oder auch umgekehrt, was aber auch nicht so eine große Rolle spielt, da der Bass ja nicht wie in anderen Musikstilen eine führende Rolle übernimmt. Nebenbei wird dann auch an der Booklet und CD-Gestaltung gearbeitet."

Davian: "Ja, im Großen und Ganzen läuft das so bei uns ab, obwohl die Entwicklung dahin tendiert, das Abyssaria als komplette Band fungieren und jeder am Songwriting beteiligt ist. Die Recordings zur 'All The Dying On Earth'-CD haben damals schon einige Zeit in Anspruch genommen, besonders die Keyboard-Parts waren eine große Herausforderung, da wir noch nicht über das Equipment verfügten, mit dem das vielleicht etwas schneller und einfacher handzuhaben gewesen wäre. Bei dem nächsten Output wird das wohl doch noch etwas flüssiger gehen, was zum einen daran liegt, das man dazu lernt und zum anderen allem Anschein nach die Keys etwas zurückgeschraubt werden und nur für wichtigste Melodien verwendet werden."

5. Welche Bedeutung mißt Ihr dem Sound bzw. der Produktion generell bei?

Denkt Ihr beispielsweise, dass gute Songs auch mit einem durchschnittlichen Sound funktionieren können? Mephir: "Für uns ist es bei Abyssaria wichtig, dass der Sound stimmig ist. Wir wollen einen klaren, differenzierten und druckvollen Sound. Daher dauern die Aufnahmen mit den verschiedenen Gitarreneinstellungen, die Vocaleinstellungen und das Mixen auch immer relativ lange. Das gute Songs auch mit durchschnittlichen Sound funktionieren können ist klar. Dark Throne, Mayhem, die ganz alten Moonspell, alten Samael haben auch einen eher durchschnittlichen, ja teilweise sogar Demo-Sound. Aber genau dieser Sound ist es ja was die Bands ausmacht. Er passt einfach dazu und ist geil."

Davian: "Wir versuchen einfach, das Beste aus den uns zur Verfügung stehenden Mitteln herauszuholen. Ich denke schon, das der Klang von Abyssaria eine gute Produktion benötigt, um sich vollends zu entfalten. Allerdings darf man da auch nicht ins andere Extrem, einer überproduktion abgleiten. Wir suchen da immer einen guten Mittelweg."

6. Wie sieht es mit Live-Gigs aus?

Mephir: "Da wir ja wie schon gesagt personelle Probleme haben, wussten wir ne Weile nicht, wie wir live weitermachen sollen. Wir suchen mittlerweile über verschiedene Mags und andere Wege nach einem Bassisten. Ab Oktober wollen wir wieder live spielen und wenn wir bis dahin keinen gefunden haben, spielen wir eben ohne oder nehmen einen Live-Bassisten. Aber wir wollen wie gesagt definitiv ab Oktober wieder spielen."

7. Was steckt hinter eurem Bandnamen? Wieso habt ihr diesen gewählt und was bedeutet er für euch?

Mephir: "Der Name Abyssaria ist ein Neologismus und setzt sich aus den Wörtern "Abyss" (Abgrund) und "Aria" (Arie, Gesang) zusammen. So kann man es im übertragenen Sinne als Gesang aus dem Abgrund oder aus der Hölle übersetzen. Wir haben ihm gewählt weil er meiner Meinung nach nicht so platt und plakativ klingt. Zudem ist Gesang etwas, wo du deine ganzen Emotionen reinlegst, der aus deinem tiefsten Inneren kommt, eben aus dem Abgrund, von ganz unten und damit eine Botschaft übermitteln kannst. Der Abgrund spielt in unerer Musik und unseren Texten eine grosse Rolle, was man vorallem auf der "All The Dying On Earth" gut hören und nachlesen kann, dass sich das Album, wie der Titel schon vermuten lässt, damit beschäftigt, dass die Menschheit am Abgrund ihrer eigenen Existenz und der Welt steht. Im heutigen Zeitalter ist der Mensch durch seinen technischen Fortschritt soweit, dass er sich fragen muss ob er weiter existieren will und kann. Der Mensch könnte sich z.B. durch den Vortschritt in der Kriegsführung auf einen Schlag auslöschen. Auch der Versuch sich die Natur Untertan zumachen ist etwas, was den Menschen seine Existenz kostet, wenn er nicht umdenkt, denn die Natur schlägt z.B. immer wieder in Form von Naturkatastrophen zurück. Der Mensch kann diese zwar teilweise eindämmen, aber diese zu verhindern ist unmöglich. So ist es vielleicht ein Trauergesang den die Menschen singen, bevor sie sich ihrem Schicksal ergeben müssen und in den Abgrund fallen, also zu Grunde gehen. Das ganze ist für mich ziemlich schwer zu erklären und nachvollziehbar zu machen, da jeder ja auch eine andere Vorstellung von einem Abgrund(Hölle),dem Weltuntergang oder auch Gesang hat."

8. Was erhofft ihr euch bandtechnisch für die Zukunft? Wann ist mit neuem Material zu rechnen?

Mephir: "Wir hoffen natürlich, dass wir so schnell wie möglich einen neuen Bassisten kriegen, der motiviert ist, bei uns zu spielen. Danach wär ein Keyboarder und ein Schlagzeuger wünschenswert, aber am wichtigsten ist erstmal ein Mann am Vier-Saiter und ein Keyboarder. Natürlich wollen wir uns auch weiterentwickeln und nicht auf einer Stufe stehenbleiben, sowohl spielerisch als auch musikalisch. Wir sind gerade dabei neue Songs zu schreiben und wir hoffen, dass wir gegen Ende des Jahres bzw. im Frühjahr 2003 genug gutes Material haben, welches sich lohnt aufzunehmen und den Leuten vorzustellen."

Davian: "Und ein paar neue Songs spielen wir auch jetzt schon live, bisher kamen die erfreulicherweise recht gut an."

9. Wie steht ihr generell der Metalszene gegenüber?

Mephir: "Ich stehe der Metalszene eigentlich recht positiv gegenüber, wobei ich mir gelegentlich etwas mehr Toleranz wünsche, da es nicht darum geht, dass die einen true sind und die anderen eben nicht, sondern darum, dass wir gemeinsame Interessen,Ansichten und ein gemeinsames Lebensgefühl haben, das wir eben u.a. über die Musik ausleben. Da ich "Metaller" mit psyeudobraunem Gedankengut, was nichts mit dem Spirit der Musik zu tun hat und "Metaller" die andere Metaller auf Festivals und Veranstaltungen beklauen oder aus niederen Gründen angreifen, weil sie sich für was besseres und ultraevil halten, eh nicht zur Metalszene dazuzähle (ich weiss zwar, dass es dieses Problem in der Szene gibt aber das sind nicht die Leute die unsere Szene ausmachen) und sie auch nicht als Metaller bezeichnen würde, fühle ich mich in der Szene recht wohl."

Davian: "Hier in unserer Region kann man zwar nicht gerade von einer Szene sprechen, was recht schade ist. Auf der anderen Seite ist das aber auch nicht so schlimm, da die Szene ja auf größeren Veranstaltungen zusammentrifft. Und da macht man dann sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen, aber das ist in jeder Gruppierung so. Letztendlich würde ich mir auch mehr der viel zitierten Toleranz wünschen, aber ich habe so das Gefühl das Toleranz in der Metalszene mittlerweile der Vergangenheit angehört, was wohl daran liegt, das es damals noch nicht so viele unterschiedliche Stile unter dem Oberbegriff 'Metal' gab. Aber solange es noch genug "open minded"-Leute gibt, mit denen man ohne in ausufernde Diskussionen ohne wirkliches Ergebnis zu verfallen ein Bier trinken kann, geht das in Ordnung."

10. Abschliessende Worte an unsere Leserschaft?

Mephir: "Ein Dank geht an alle die den Underground supporten und auch uns unterstützt haben. Dank geht auch an Euch, dass ihr uns ein Forum bietet, in dem wir uns den Leuten vorstellen können. Ansonsten bleibt nur zu fragen, ob irgendjemand vielleicht Bass oder Keyboard spielt ?! :) Wenn ja, dann meldet euch über unsere Homepage www.abyssaria.de. So mehr fällt mir ab hier nicht mehr ein... Stay Dark..."

Davian: "...und Horns Up!"