KONVENT im Interview

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KONVENT im Interview
Das Rock Hard hat jüngst unsere dänischen Nachbarn metaltechnisch unter die Lupe genommen. Stilistisch ging es in der Heimat der Ferienhäuser und Hotdogs eher melodisch zu und man erinnert sich an Bands wie die PRETTY MAIDS, MERCYFUL FATE, ARTILLERY oder FATE. Mit KONVENT betritt nun ein ganz neuer Player die Bühne: Vier junge Damen spielen traditionellen Gothic Death Metal wie man ihn in den 90er Jahren kannte. Als Einflüsse geben die Mädels alte PARADISE LOST, CANDLEMASS  und CULT OF LUNA an. Insofern war dies schon Grund genug, um Frontgrunzerin Rikke Emilie List mit ein paar Fragen auf den Leib zu rücken.

 Rikke, gibt unserer Lesern doch bitte einen kurzen Überblick über die Bandgeschichte und erklär uns, weshalb es an den Drums zum Besetzungswechsel kam.

Als unsere erste Schlagzeugerin Mette 2015 anfing Schlagzeugunterricht zu nehmen, erzählte ihr Lehrer Nicolai (von der Band DIRT FORGE) seiner Mitbewohnerin, dass er begonnen hatte eine Schlagzeugerin zu unterrichten. Seine Mitbewohnerin war unsere Bassistin Heidi, die Mette umgehend kontaktierte und fragte, ob sie gemeinsam eine Band gründen wollten. Heidi hatte schon lange eine Band gründen wollen, aber bisher hatte niemand Zeit gehabt, um ein Projekt mit ihr zu starten. Mette und Heidi befanden sich auf ihren Instrumenten ungefähr auf einem Level und eine Band schien die perfekte Möglichkeit zu üben und Songs zu schreiben. Sie suchten also einen Gitarristen und fragten Mettes Kommilitonen  Alexander, der auch bei DIRT FORGE spielt, ob er seine Freundin Sara fragen könnte. Mette wusste, dass sie bereits in einer Band gespielt hatte. Da man auch eine Sängerin brauchte, fragten sie Mettes Schwester, also mich, da ich seit einem halben Jahr Unterricht für extremen Gesang genommen hatte. Ich hatte Lust und wir trafen uns in einem Probenraum und jammten „7 Nations Army“ von THE WHITE STRIPES. Der Vibe war gut und wir beschlossen eine Band zu gründen und einen Probenraum zu mieten.
Nach drei Jahren musste Mette die Bandverlassen, da sie weiter studieren wollte. Wir hatten das Glück Julie als Ersatz zu finden. Sie war erst 18 Jahre alt, spielte aber schon seit sechs Jahren Schlagzeug und hat uns mit ihrem Talent umgehauen als sie zu den Auditions kam. Wir mussten nicht lange überlegen und unser Line Up war komplett.

Wolltet ihr denn von Anfang an eine reine Mädchenband sein oder hat es sich einfach so ergeben?

Nein, es ist reiner Zufall, dass wir alle weiblich sind. Wir wollten nur eine Band gründen und die Leute die mitmachen wollten waren nun mal weiblich.

Mir fallen keine dänischen Death oder Doom Bands ein. Gibt es eine Szene für eure Musik in Dänemark?

Wir interessieren uns nicht wirklich für Genres, deshalb weiß ich nicht genau, ob es eine Szene gibt. Meistens spielen die Bands wohl entweder Death oder Doom, aber keinen Mix.

Für euer Debüt „Puritan Masochism“ habt ihr auch ein recht puristisches Artwork gewählt und ich bin mir nicht sicher, was es überhaupt darstellen soll. Kannst du uns etwas dazu sagen?

Unser Album ist kein Konzeptalbum, aber wenn du ihm ein Thema geben wolltest – also den Texten, meine ich – dann wäre das wohl „Kontrollverlust über das eigene Leben“. Als wir unserem Designer Mads Berg unsere Ideen geschildert haben, dachte er sofort an Wasser, da es ein natürliches Element ist, das sich nicht kontrollieren lässt.

Euer Album wurde dafür gelobt, dass es den 90er Jahre Death-Doom wiederbelebt hat. Seht ihr euch und eure Musik auch eher als Retro oder seid ihr eher zukunftsorientiert?

Ganz ehrlich: wir wollen einfach nur Musik spielen. Wir wollen nicht in ein bestimmtes Genre, eine Box oder eine Zeit passen. Aber natürlich sind wir wohl von der Musik beeinflusst worden mit der wir aufgewachsen sind und die wir heute hören.

Von eurem 2017er Demo hat e skein Song auf das Album geschafft. Warum nicht?

Als wir das Album geschrieben haben, waren wir uns einig, dass wir nur neue Songs drauf packen wollten und nicht unser altes Material recyclen. Wir fanden, dass es zu einfach wäre einfach ein oder zwei alte Songs auf das Album zu packen und wir wollten uns lieber selber herausfordern.


Auf dem Demo befindet sich ein Song mit dem Titel „Chernobyl Child“. Offensichtlich ein Song über die Gefahren der Atomkraft. Beschäftigt ihr euch mit Problemen unserer Zivilisation, mit Umweltproblemen usw. in euren Texten?

Die Idee zu dem Song entstand während eines Gesprächs mit meiner Mutter über die Katastrophe von Tschernobyl. Die dänsiche Regierung hatte schwangere Frauen gewarnt, dass ihre Fötuse durch radioaktive Strahlung geschädigt werden könnte und meine Mutter war damals mit mir schwanger. Glücklicherweise ist dieser Fall nicht eingetreten, aber in meinem Kopf habe ich die Geschichte eines Worst Case Szenarios weiter gesponnen. Die Geschichte handelt von einem durch Strahlung deformierten Kind, dass später ein Moormonster wird. Es ist kein politischer Song und wahrscheinlich der Song, der am ehesten ein Fantasy Song sein könnte.

Ihr seid gerade auf Tour und habt auch einige Gigs in Deutschland gespielt – u.a. in Hannover. Wie sind die Shows gelaufen?

Die Shows waren wirklich gut. Natürlich gab es einige technische Herausforderungen, aber das gehört ja zu einer Tour dazu. Wir waren überrascht, dass so viele Leute gekommen sind und wir hatten wirklich großen Spaß.

Ein Freund von mir meinte, dass ihr mehr Aufmerksamkeit bekommt, weil ihr eine Frauenband seid. Das hört ihr wahrscheinlich häufiger. Wie reagiert ihr darauf?

Wenn unsere Musik schlecht wäre und wir auch, dann würde die Aufmerksamkeit schnell schwinden. So einfach ist das…





Line Up

Rikke Emilie List – Vocals
Sara Helena Nørregaard – Guitar
Heidi Withington Brink – Bass
Julie Simonsen – Drums

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