Hellraiser Open-Air 2007

  • Datum: Freitag, 25 Mai 2007
  • Ort: Mark Schönstedt/Wurzen bei Leipzig

Ja wie der Zufall manchmal so spielt. Vielleicht hätte ich nie von diesem Festival erfahren, aber Thorsten seine Schwester studiert in Leipzig und so fand der Flyer den Weg in meine Hände. Und bei dem Aufgebot gab es keine Frage daß ich fahre. Dann der erste Schock
„Belphegor„ spielen nicht, schade , habe ich noch nie und hätte ich gern gesehen . Perfekt das ich grad Urlaub hatte und schon am Donnerstag Abend anreisen konnte . Da die Jungs von uns mal wieder zu schlaff waren kurzerhand meine Schwester eingepackt und los. „Mark Schönstedt„ ein ca. 100 Seelen Dorf , wie ich später von einer Besucherin aus dem Ort erfahren durfte, war leider nicht in meinem Atlas verzeichnet. Gefunden haben wir es dank der Ausschilderung aber problemlos. Eine herzliche Begrüßung am Eingang , was will man mehr, und schon waren wir auf der großen Wiese die leider nicht gemäht worden war .Aufgrund der im Moment akuten und auch ernstzunehmenden Zeckengefahr eine Tatsache die man für das nächste Mal überdenken sollte.

„Betrayer„ eröffneten am Freitag um 14.00 Uhr das Festival und boten ordentlichen wirklich hörenswerten Death-Metal. „We are from fucking New Zealand „ wenn ich das richtig verstanden habe, so eröffneten >„Dawn Of Azazel„ Ihren Gig deren Musik ich aber zu chaotisch fand. Über „Grave„ viele Worte zu verlieren wäre unnötig, Sie gehören einfach zur Speerspitze des Death-Metal, ich denke das reicht. Die beiden folgenden Bands „Lifthrasil„ und „Asmodeus„ habe ich nicht gesehen. Die beiden letzten Alben von „Krisiun„ waren für mich etwas langweilig und konnten nicht an die Qualität von
„Ageless Venomous„ und „Conquerors Of Armageddon„ heran reichen worüber ich etwas enttäuscht bin, aber live sind die Brasilianer absolut sehenswert und wenn es eine Band verdient hat dann „Krisiun„. Seit Beginn an in der gleichen Besetzung hat man hart gearbeitet und ich hoffe sehr das die nächste Veröffentlichung der absolute Knaller wird. Schon das neue Werk „Collateral Defect„ von „Graveworm„ konnte mich überzeugen und auch der Auftritt der Italiener war ein voller Erfolg, der phantastische Gesang kam genau so gut rüber wie auf CD und der Keyboard-Sound fiel nicht so stark ins Gewicht was mich sehr glücklich machte :-) . Dann spielte für mich der heimliche Headliner auf . Seit dem phänomenalen `91 Debut „Dawn of Possession„, an dessen Qualität man leider nie wieder heran reichen konnte, bin ich >„Immolation„ Fan und ich weiß nicht genau ob es der einzigartige, abstrakte Gitarren-oder Bass Sound oder einfach nur die Optik von „Ross Dolan„ und dessen Gesang ist aber die Amis sind live eine absolute Macht, brillant. „Ensiferum„ habe ich vor kurzem im Rock-Club in Hildesheim und die sind nicht mein Fall habe ich mir also geschenkt. „Behemoth„ wollte ich mir eigentlich unbedingt ansehen, doch es ging nichts mehr gerade mit letzten Kräften habe ich es zum Zelt geschafft :-) ich könnte mich zu Tode ärgern denn die Polen sollen der absolute Hammer gewesen sein wie mir meine Schwester berichtete. Wieder erstarkt stand ich Samstag Mittag wieder auf der Matte. „Thrudvangar„ habe ich verpasst aber wer die folgende Band verpasst hat der hat was verpasst. „Purgatory„ waren für mich die Überraschung des Festivals, war mir die Band bisher hauptsächlich nur vom Namen bekannt wird sich das in Zukunft ändern. Brutaler schnörkelloser Death-Metal so wie er sein soll wurde geboten. Vor allem der Gesang konnte vollends überzeugen, wie ein Tier brüllte der Shouter um dann genial in ein Gekeife zu wechseln, einfach klasse. Ich bin absolut gespannt wie die Band auf CD klingt. Bei „Outrage„ und
„Moshquito„ legte ich eine Pause und sollte mich ärgern denn „Moshquito„ sollen richtig gut gewesen sein. Dann war ich gespannt auf
„Eminenz„. Ich stehe auf das Song-Material der Band und finde Sie sind eine der wenigen Truppen die wissen wie man ein Keyboard vernünftig einsetzt ohne das es nervt. Der Auftritt jedoch, ohne Basser war man am Start, war nichts besonderes und auch das umgedrehte Holzkreuz hätte man sich sparen können. „Eluveitie„ habe ich mir geschenkt kann ich nichts mit anfangen. Über die Shooting-Stars der letzten zwei Jahre „Legion Of The Damned„ brauche ich wohl auch nicht viel zu schreiben jedem dürfte die Band bekannt sein ebenso grundsolide war Ihr Auftritt. Mit großer Spannung von allen erwartet und für viele glaube ich der Top Act des Festivals waren „God Dethroned„. Für mich sind zwar alle Alben der Holländer überdurchschnittlich aber der wirkliche Killer fehlt. Und so sind dann Songs wie „Boiling Blood„ oder
„Villa Vampiria„ für mich einfach nur Durchschnitt, hätte gerne „The Art Of Immolation„ gehört aber man kann nicht alles haben. Trotz allem ein klasse Gig einer der wohl symphatischten Bands der Szene. Auf CD richtig geil und auch der letzte Output „Attera Totus Sanctus„ killt waren die schwedischen Black-Metaller von „Dark Funeral„ live wieder einmal einfach nur langweilig und ich verließ den Platz. Monotoner geht es kaum . „Disaster KFW„ hatte ich noch nie zuvor gehört und so kam ich am Sonntag erst zu „Dawn Of Fate„ auf den Platz ein lokale Leipziger Band die Ihren Death-Black Mix ganz ordentlich herunter spulte.„Helrunar„ habe ich nicht gesehen. „Damn„ eine Band aus dem Raum Salzgitter/Braunschweig waren für „Sulphur
„ eingesprungen, eine gute Wahl . Besonders der Gitarren-Sound gefiel mir sehr gut. Schneller harter Death-Metal aber immer von melodischen Parts durchsetzt daß es nicht langweilig wurde. Auch die Show stimmte, nur das tierische Gebrüll der Sängerin, was ja anfangs ganz nett wirkte sollte man in Zukunft etwas variabler gestalten denn auf die Dauer wurde das dann doch etwas eintönig , aber brutal wars allemal. Ein klasse Gig. Bei „Illnath„ legte ich mal wieder eine Pause ein. Dann kamen „Obscenity„ und es tut mir leid aber ich kann weder live noch auf CD irgendetwas mit der Band anfangen die Songs laufen komplett an mir vorbei und so verließ ich nach den ersten Stücken den Platz. Ein Gewitter setzte ein und so kam ich ein wenig zu spät zu „Vader„. Und ich konnte es kaum glauben schon von weitem hörte ich den Gesang klar und deutlich, unglaublich. Waren die Polen für mich bisher die Band mit dem miserabelsten Sound, das eigentlich sehr gute Shouting von Peter konnte ich sonst immer nur erahnen , so stimmte diesmal endlich mal alles und dementsprechend geil war der Auftritt. Über „Endstille„ kursieren viele Gerüchte auf die ich jetzt nicht eingehen möchte. Eines steht jedoch fest live sind Sie eine Macht! Fiesester hasserfüllter Black-Metal so muß das sein, wie schon beim letzten Gig spielte man die„mächtigen„ „Dark Funeral„ vollends an die Wand. Ein klasse Auftritt bis auf den Gitarristen der nur apatisch da stand und die Bewegung eines Gulli-Deckels noch unterbot. Wer mich kennt weiß das ich jetzt gehen musste. „Die Apokalyptischen Reiter„ nein das muß ich mir nun wirklich nicht antun. Die Menge feierte die Band ab, ok ich war froh das ich weit weg war . „Unleashed„ beendeten das Festival mit einem bekannt souveränen Auftreten, wobei mir der letzte Gig in Hannover besser gefallen hatte, sind die Schweden immer wieder sehenswert. So bleibt als Fazit ein kleines urgemütliches Festival das einfach nur Spaß gemacht hat. Eine hervorragende Bandauswahl , gute Bierpreise ( 0,4 2 € ) eine klasse Organisation, die gute Location, eine nette Security, und einfach geile Fans runden das Bild ab. Wie ich hörte sollte man beim Essensangebot nachbessern , na ja perfekt ist nichts das ist unmöglich. Hoffentlich gibt es nächstes Jahr eine Fortsetzung , ich bin auf jeden Fall wieder dabei!