Long Distance Calling, Solstafir, Audrey Horne

  • Datum: Samstag, 02 März 2013
  • Ort: Hamburg - Klubsen
  • Redakteur: Eric Ossowski

An diesem kalten Märzwochenende entpuppt sich der Klubsen als wirklich nette Location für Konzerte: In einem Gewerbegebiet in Hammerbrook gut zu erreichen und innen wirklich schön aber nicht steril, mit einer Tribüne im hinteren Bereich ausgestattet.

Als erst dürfen bei diesem mutigen Package Audrey Horne auf die Bühne und heizen das Publikum mächtig an. Vor allem die Songs des neuen Albums "Youngblood" wie zum Beispiel "Straight Into Your Grave" sind für die Livesituation wie geschaffen. Der Sound besticht den ganzen Abend über durch klaren Klang und nicht übertriebene Lautstärke. Leider ist schon nach 8 Songs wieder Schluss, doch den Applaus des Publikums haben sich die Norweger ehrlich verdient.

Die Isländer Solstafir füllen ihre ca. 40 Minuten Spielzeit anschließend mit gerade einmal 4 Songs. Anfangs kann ich mit dem quäland langsamen Ambient (Black ?) Metal nicht viel anfangen, doch spätestens bei der Ballade "Fjara" komme ich nicht umhin, der Band Qualität und Charisma zu bescheinigen. Gekleidet wie Outlaws aus einem Endzeitfilm versteht es die Band vor allem, Atmosphäre zu erzeugen.

Um Atmosphäre geht es auch bei den Headlinern Long Distance Calling. Es ist schon eine Leistung, als (fast) Instrumentalband ein solches Package anzuführen. Natürlich wirkt sich die Einzigartigkeit der Band auch auf das Publikum aus: Neben versprengten Metallern hat man schon manchmal das Gefühl, dass am Einlass ein Studienabschluss nachgewiesen werden musste. Außergewöhnlich hoch ist auch der Frauenanteil im Publikum. Zur Leistung von LDC: Ich gebe dem Kollegen Börd recht, dass die Musik der Münsteraner auf Konserve hochwertig ist und einen gewissen Reiz entfaltet. Live funktioniert das für mich nicht unbedingt. Es wird zwar sauber gespielt und schlecht ist das Ganze nicht, aber der nur sporadisch eingesetzte Gesang ist mir nicht genug, weshalb nach einigen Songs dann doch Langeweile aufkommt. 

Trotzdem war es insgesamt ein ungewöhnlicher aber gelungener Konzertabend, an dem nur leider die beste Band gleich am Anfang auf die Bretter musste.

Picture by Martin Großmann

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