My’tallica – Tribute To Metallica

My’tallica – Tribute To Metallica
Nicht dem Ruf des Goldes, sondern dem der METALLICA Cover Truppe MY’TALLICA aus Nordrhein-Westphalen waren die Metalfans an diesem Freitagabend ins EXIL in Göttingen gefolgt. Nichtsdestotrotz eröffnete das Quartett den Reigen standesgemäß mit dem legendären „Ecstasy of Gold“…
Die Truppe um den heutigen „James Hetfield“ Andread Adam hatte alles aufgefahren, was die Bühne im EXIL zuließ: Double Bass und Backdrops mit  Metallica-Show. Nur auf Pyros musste aufgrund der räumlichen Verhältnisse verzichtet werden – wobei sich der originale James ja bekanntlich auch bereits in den eigenen Pyros kross hat braten lassen.
Das Exil war gut gefüllt, doch wer in einer Studentenstadt wie Göttingen auf ein studentisches Publikum gewettet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Von Studenten keine Spur, stattdessen Metalheads aus dem gesamten Umland und der Optik nach zu urteilen der eine oder andere Professor für wakalubischen Frühklassizismus oder niederdeutsche Volkskunde. Die Band hatte es also mit einem kritischen Fachpublikum zu tun. Doch anstatt die Fingerfertigkeit der Jungs auf der Bühne mit akademischem Stoizismus zu analysieren wurde die Band vom ersten Riff an abgefeiert. Kein Wunder, bei der brachialen Bühnenpräsenz von Klampfer Tom, Basser Martin und Schlagwerker Stephan. Die musikalische Qualität der METALLICA Kompositionen tat wohl ein Übriges. Freunde des Spätwerks der kalifornischen Thrash-Legende wurden mit Songs wie „Atlas, Rise!“ oder „Moth into Flame“ bedient. Darauf hätte ich verzichten können, ebenso wie auf „Fuel“. Aber die Jungs nehmen natürlich die gesamte Diskografie von METALLICA in den Blick. So wurde auch „Memory Remains“ amtlich abgefeiert – inklusive langem Mitsingpart. Klassiker wie „Ride The Lightning“ oder „For Whom The Bells Tolls“ wurde bereits frühzeitig auf die Fans abgefeuert. „Welcome Home Sanatorium“, „One“ und „Nothing Else Matters“ sorgten – zumindest kurzzeitig –
 für kleine Verschnaufpausen. Fans der „..and justice for all“ Phase mussten sich bis zum Schlussteil gedulden, als der Vierer „Blackend“ durch die Boxen dreschte. Superhits wie „Enter Sandman“, „Wherever I may roam“ oder „Sad but true“ wurden euphorisch abgefeiert, ebenso wie die Songs vom Master of Puppets Album. Tieftöner Michael erwies dem verstorbenen Cliff Burton die letzte Ehre und zockte ein paar Takte „Anesthesia“ und schließlich zelebrierte die Band „Orion“ – für mich ja hier wie bei den Vorbildern ein verzichtbares Vergnügen. Wer nach der „Kill ‘Em All“ das Interesse an METALLICA verloren hatte, dürfte heute enttäuscht gewesen sein, denn mit dem abschließenden „Seek & Destroy“ schaffte es lediglich ein Song auf die Playlist. Schade. Ebenso wie die Tatsache, dass die „. . . and justice…“ Scheibe mit nur zwei Songs natürlich ebenfalls sträflich vernachlässigt wurde. Den Fans war es egal, die bangten nämlich lieber zu „Battery“ oder „Creeping Death“, als sich über die Playlist Gedanken zu machen.
Die Qualität von MY’TALLICA zeigte sich nicht zuletzt in der Tatsache, dass selbst meine Begleitung Christian – seines Zeichens Metal-Allergiker und beinharte Grunger – über die gesamte Spielzeit ordentlich abrockte und der Band spätestens nach der Hälfte der Spielzeit ein hervorragendes Zeugnis ausstellte. Nach guten zwei Stunden Spielzeit kochte das EXIL jedenfalls und man schaute in zufriedene Gesichter als schließlich die Lichter auf der Bühne ausgingen. Für einige der Anwesenden war es wohl das Trainingslager für die diesjährige METALLICA Tour, für andere die preisgünstigere Alternative zum extrempreisigen Original. So oder so, sind an diesem Abend alle Fans auf ihre Kosten gekommen!