Rose Tattoo, Gutbucket

  • Datum: Donnerstag, 15 März 2007
  • Ort: Musikzentrum Hannover
  • Redakteur: Eric Ossowski

Endlich gab sich die zweitbeste australische Hardrock-Band mal wieder im guten alten Hannover die Ehre. Als clever es erwies sich, statt wie bei der letzten Tour im doch recht spärlich gefüllten Capitol aufzutreten, nunmehr das kleinere, aber dafür umso besser gefüllte, Musikzentrum auszuwählen. Eröffnen durften den Abend die Kieler von Gutbucket, die mit ihrem groovigen Hardrock recht gut zu Rose Tattoo passten. Live klingen Gutbucket äußerst erdig und verbinden ihren im Kern klassischen Hardrock mit modernen Einflüssen, ohne dabei entweder altbacken oder zu trendy zu klingen. Balladen gibt's gottlob keine, es wird die gesamte Dreiviertelstunde ohne Unterlass drauflos gerockt. Ein Kritikpunkt von mir: Auf Dauer sind die Songs etwas eintönig und meist im Midtempo gehalten. Die ein oder andere Abgehnummer oder einige behutsam eingesetzte ruhigere Klänge würden die Mucke der Nordlichter noch aufwerten. Trotzdem wussten Songs wie "Burn The Radio", "Body Go Whoo" oder "Gimme Some Action" zu gefallen und stimmten das Publikum auf die Tatts ein. Die kamen dann nach einer halben Stunde Umbaupause wie immer ohne viel Brimborium auf die Bretter. Keine langes Intro oder sonstiger Schnickschnack, einfach nur ein Grinsen von Angry ins Publikum und los ging's mit "Man About Town", meinem persönlichem Lieblingssong vom aktuellen "Blood Brothers" Album. Gleich danach wurde dann mit "One Of The Boys" der erste Klassiker dargereicht. Die Temperaturen stiegen im Laufe des Auftritts unaufhörlich an und nach ca. einer Stunde Spielzeit war dann auch das Fassbier ausverkauft (und das bei völlig überfordertem und langsamen Thekenpersonal). Bass-Monster Steve King trank auch nicht mehr ausschließlich aus der wie immer bereitstehenden Scotch Flasche, sondern gönnte sich hier und da auch mal ein Bierchen zur Erfrischung. Aber auch Angry Anderson war einmal mehr in Topform. Nicht nur, dass er mit seinem Dauergrinsen ohnehin zu den symphatischsten Frontleuten des Erdballs gehört, er schrie sich auch mal wieder die Seele aus dem kleinen Leib. Die Setlist war natürlich auch wieder mit Schmankerln en masse bestückt. Egal, ob Klassiker wie "Scarred For Life", "Assault And Battery", "Rock'n'Roll Is King"; "Nice Boys Don't Play Rock'n'Roll" oder aktuelle Brecher wie "Black Eyed Bruiser" oder "Nothing To Lose", die Tatts wissen, wie man sein Publikum zufrieden stellt. Nach der letzten Zugabe (dem Übersong "We Can't Be Beaten") und knapp 100 Minuten Spielzeit bleibt demnach wieder nur ein Fazit: Jungs, ihr seid großartig!