Suicicidal Tendencies, Crushing Caspars

Suicicidal Tendencies, Crushing Caspars
  • Datum: Mittwoch, 17 Juni 2015
  • Ort: Berlin, Huxleys
  • Redakteur: Tobias Trillmich

CC 1Als ich im Huxleys ankomme, spielen die CHRUSHING CASPARS bereits. Die Rostocker scheinen so etwas wie der Standard Support von Szenegrößen zu sein, haben sie doch auch schon für AGNOSTIC FRONT und SICK F IT ALL eröffnet. Ich kann mir die Band live gut geben, wirklicher Fan war ich nie und das ändert sich auch nach diesem Gig nicht. Der Sound ist mäßig, die Snare ist zu dominant und den Gitarren fehlt der Druck. Gegen Ende wird der Sound dann besser und das Set wird mit ´Viva La Rostock´ und ´Eye For An Eye´ solide beendet. Schade, dass es immer noch nötig ist, als Hardcoreband  zu erwähnen, dass die Szene auf rechte Vollpfosten verzichten kann. Weil es aber nötig ist, ist es gut, dass die CRUSHING CASPERS hier klare Kante zeigen.

Nach der obligatorischen Umbaupause beginnt dann die heilige Crossover Messe in der Church Of Suicidal. SUICIDAL TENDENCIES brauchen wahrlich kein neues Album, um einen Abend zu füllen. Schon bei den ersten Tönen vom ´You Can´t Bring Me Down´ Intro steigt die Erwartung und wird nicht enttäuscht. Denn nach dem inzwischen üblichen Einstieg legt die Band gleich mit ´I Shot The Devil´ nach. Auch in der Folge gibt es Kracher vom Debüt, dessen Songs auch nach 32 Jahren nichts an Relevanz verloren haben. Und auch Tracks wie ´Freedump´ oder ´How Will I Laugh Tomorrow´ überzeugen auch 2015.
sui 5Auch wenn SUICIDAL nun wieder regelmäßig auf Tour sind, so bleiben die Shows weiterhin energiereich. Ich hab zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Band das Set  einfach nur routiniert  runterspielt. Und auch Berührungsängste mit dem Publikum gibt es weiterhin nicht. Dieses Mal wird bereits in der Mitte des Gigs zu ´Possessed To Skate´ die Bühne mit dutzenden Fans geteilt, die auch zum Schluss wieder mit der Band feiern. Beim Blick auf die Bühne wird auch nochmal deutlich, warum SUICIDAL so wichtig für die Szene ist, denn sie vereint Anhänger unterschiedlicher Szenen; da gröhlen nebeneinander Leute in BOT THROWER und Shirts und Turbojugend Jacken aus voller Kehle´Pledge Your Allegiance´.

Auf Nachfrage von Mike wurde schon deutlich, dass es einige gab, die die Band vorher nicht gesehen haben. Für die, die regelmäßig zu SUICIDAL Gigs pilgern, wären ein paar mehr  Änderungen in der Setlist wünschenswert. Die Band hat viele gleichwertige Songs, die ich auch gern mal wieder oder überhaupt mal live hören möchte. Aber das ist Gejammer auf sehr hohem Niveau. Auch wenn SUICIDAL diesmal nicht ganz so brillierten  wie beim letzten Berlin Gig, sorgten sie doch für ein großartiges Konzert.

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Setlist

1. You Can't Bring Me Down
2. I Shot the Devil
3. Subliminal
4. Two Sided Politics
5. We Are Family
6. War Inside My Head
7. Freedumb
8. Send Me Your Money
9. Cyco Vision
10. Go Skate (Possessed to Skate '97)
11. I Saw Your Mommy
12. How Will I Laugh Tomorrow
13. Pledge Your Allegiance
14. Institutionalized