The Vision Bleak - Into the Unknown

  • Datum: Montag, 11 April 2016
  • Ort: Markthalle Hamburg / From Hell Erfurt
  • Redakteur: Carsten Brand

Also auf nach Hamburg. Das Konzert fiel auf einen Sonntag, nicht der beste Tag, um einen vollen Konzertsaal zu erwarten. Dennoch fanden viele Fans den Weg in das kleine Marx. Die erste Vorband war niemand geringerer als Aggalochs Mastermind JOHN HAUGHM. Als Solokünstler betrat er allein mit seiner Gitarre die Bühne. Eine extravagante und sehr spezielle Show. Auf seine experimentelle Gitarrenmusik muss man sich einlassen können. Hinzu kamen in Hamburg wohl technische Probleme, die den Auftritt erschwerten. Jedenfalls war es sehr schwer, dem kompletten Auftritt zu folgen.
Schon einfacher war da der Auftritt von SATURNUS. Zwar schwingt auch hier eine reichliche Portion Doom mit und die Musik ist vergleichsweise schwere Kost, doch kommt mit den Dänen auch das Publikum in Fahrt. „Rain wash Me“ als Opener führt hinein in ein schleppendes Meer aus tiefen Growls unterstützt von schweren Gitarren. Auf SATURNUS muss man sich einlassen können und das kleine Marx ist selbst an diesem Sonntag der ideale Ort dafür. Die niedrige Bühne schafft eine unheimliche Nähe zur Band. Augen zu und abtauchen in eine fantastische, tief düstere Welt. Zwischen den Reihen sieht man auch einige Leute Headbangen. „Wind Torn“ und „Empty Handed“ seien als herausragende Stücke des Abends zu erleben. Sänger Thomas zeigt keine große Bühnenshow, doch wäre eine solche auch reichlich fehl am Platz bei derart Musik.
Nach kurzer Umbaupause wird es ein wenig voller im kleinen Marx und es ist Zeit für den Headliner. THE VISION BLEAK haben die Arbeiten zum neuen Album gerade abgeschlossen, eine EP gibt es bereits am Merch in Vinyl und CD Form zu ergattern. Passend dazu kommt die INTO THE UNKNOWN -Tour daher. Mit sichtlicher Spielfreude und einer gehörigen Portion Motivation betreten die Herren Schwadorf, Konstanz und Co die Bühne. Mit „Spirit oft he dead“ geht es hinein in eine schaurig schöne Setlist. „Night oft he living dead“ ist zwar eines der älteren Stück, funktioniert aber immer. Neben einer perfekt eingespielten Band, ist auch das Publikum nun mehr als warm und geht fleißig mit. „The Kindred of the sunset“ war bereits als Vorab Video im Netz zu bewundern und auch live überzeugt der Titel  auf ganzer Linie. Weiter geht es quer durch den Vision Bleak´schen Gemüsegarten. Eine fantastische Zeitreise aus neuen und alten Stücken, was die Fans ordentlich in Stimmung bringt. Mit „The Lone Night Rider“ schließt eine großartige Setlist und die Band verabschiedet sich in den Feierabend, nicht ohne noch fleißig Autogramme am Merch Stand zu geben.

Da so eine großartige Tour eigentlich nicht nur einmal allein angesehen werden sollte, geht es am nächsten Tag gleich zum nächsten Termin der Tour: Club From Hell, Erfurt. Das From Hell hat einen picke packe vollen Terminkalender mit zahlreichen großartigen Touren. Man könnte fast schon sein Schlafzimmer auf dem Parkplatz aufbauen. Ein großes Lob an den Club und seine Mitarbeiter für die vielen großartigen Konzerte!
Bevor es  in Erfurt allerdings ans Konzert ging, konnten Tobi und ich im Tourbus zur exklusiven Prelistening Session zum neuen Album von THE VISION BLEAK Platz nehmen. Diese raren Plätze konnten im Vorfeld gewonnen werden. Also hinein in den Nightliner und Lauscher auf. Trotz einer eher schmalen Anlage gab es einen recht großen Wow-Effekt. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen, ist das neue Album eines der besten. Dazu verbindet es viele Elemente aus den unterschiedlichen Vorgängern. Sozusagen die logische Entwicklung der Band. Ich freu mich schon sehr, den Silberling bald in Händen halten zu können.
Durch das Prelistening haben wir leider den Anfang von JOHN HAUGHM verpasst. Erfreulicher Weise gab es wohl in Erfurt weniger technische Probleme, und der Auftritt war nochmal um einiges besser als noch am Vorabend. Auch konnten sich die Erfurter besser auf den Experimentalkünstler einlassen.
Doch auch Saturnus legten noch einmal eine Schippe drauf. Das From Hell bietet eine hervorragende Lichtanlage. Gepaart mit einem maßvollen Einsatz an Nebel verwandelt sich so die Bühne in eine hervorragende Kulisse. Wieder geht es düster-schwer zur Sache. Die etwas größere Bühne verschafft den einzelnen Musikern mehr Platz und es ist  mehr Bewegung in der Bühnenshow zu verzeichnen.
Auch THE VISION BLEAK legen einen großartigen Auftritt hin. An einem Montagabend über 100zahlende Gäste zu haben, kann sich schon sehen lassen. Der wilde Ritt durch die Biografie wird auch beim zweiten Mal in keinster Weise langweilig. Vielmehr kann man sich auf bestimmte Passagen konzentrieren, die einem am Vortag entgangen sind. Es sind die vielen kleinen Momente, die das Konzert aufleben lassn und zu etwas Besonderem machen. Nicht nur Schwadorf und Konstanz brillieren, auch der Rest der Band zeigt neben Spielfreude auch ein hohes Maß an guter Laune und Motivation.
Einen schönen Gruß noch an Tonmann  Frank, der wieder einmal hervorragende Arbeit leistete und für die richtige Beschallung sorgte.


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