Twilight präsentiert die Allgäu-Orient-Rallye 2014

Hildesheim goes Orient.

Nicht mit dem Flugzeug, nicht mit dem Zug, mit Autos die keine Autobahnen oder Mautstraßen sehen dürfen fahren sechs posivtiv Verrückte bis nach Amman in Jordanien.
Das Hildesheimer Team, welches unter der Startnummer 78 bei der diesjährigen Allgäu-Orient-Rallye teilnimmt, hat bis heute schon viele Hürden gemeistert.

"Da war zum einen die Anmeldeprozedur", erinnert sich Frank Gross, Teamchef der FuntasticSix, dem offiziellen Teamnamen bei der AOR2014. Am 07.07.2013 um 03:33 in der Früh war die Registrierung geöffnet."Es ist bekannt, dass innerhalb von 10 Minuten alle verfügbaren 111 Startplätze vergeben sind", fügt Frank hinzu. Um Punkt 03:15 war die Anmeldeseite nicht mehr erreichbar. "Man könnte meinen, das war schon die erste Sonderprüfung" räumt verschmitzt seine Partnerin Simone Krause ein. Der Reload-Button im Browser wurde im 2 Minuten Takt bis morgens um 09:00 gedrückt. Um 09:10 war es dann soweit. Die Registrierung wurde bestätigt. Jetzt kann es losgehen.

Die Allgäu Orient Rallye findet dieses Jahr zum 9. Mal statt. Sie führt von Oberstaufen im Allgäu nach ca. 8.300 Kilometer durch mindestens 13 Länder nach Amman in Jordanien. Nach der Rallye bleiben die Fahrzeuge (oder was noch davon übrig ist) in Jordanien. Sie müssen dort an einem Sammelplatz in Amman abgegeben werden, bevor sie für einen wohltätigen Zweck versteigert, bzw. als „Ersatzteillager“ genutzt werden. Navigationssysteme sind nicht erlaubt und auch Autobahnen sind tabu. Übernachtet werden darf nur in mitgenommenen Zelten, im Auto oder in Unterkünften, die nicht mehr als 11,11 Euro pro Nacht und Person kosten dürfen. Das verspricht also spannend zu werden. Aber die Strapazen werden auch belohnt. Schließlich gibt es ja auch etwas zu gewinnen. Erster Preis für das Gewinnerteam der Allgäu-Orient-Rallye ist traditionsgemäß ein echtes Kamel! Dieses bleibt aber i.d.R. im Land und wird einem Jungbauern zur Existenzgründung gespendet.

Die Allgäu-Orient-Rallye hat einige Besonderheiten zu bieten, denn es sind nur Fahrzeuge zugelassen, die mindestens 20 Jahre alt sind und trotzdem noch straßentauglich sind. Jüngere Fahrzeuge dürfen nur mit, wenn sie nicht mehr als 1.111,11 Euro Marktwert haben. Jetzt könnte man meinen, diese Rallye ist eine abgedrehte Spaßveranstaltung für wohlhabende Mitteleuropäer, die nichts Besseres mit ihrer Freizeitanzufangen wissen. Doch dieser Eindruck täuscht,denn die Rallye verfolgt auch einen guten Zweck, die Verständigung unter den vielen Völkern zu verbessern und vielen Menschen entlang der Strecke unmittelbar und unkompliziert zu helfen. 2011 beispielsweise wurden – ganz nebenbei – Nähmaschinen an Frauenarbeitsschulen ausgeliefert. 2012 konnte eine Schule in Anatolien mit Computern und Technik ausgestattet werden und darüber hinaus wurden Winterschuhe für 130 Schulkinder übergeben. 2013 schließlich wurde über die Dream Foundation die medizinische Versorgung in einigen Ländern unterstützt. „Und auch im kommenden Jahr werden wir humanitäre Aufgaben bekommen.

Was das genau sein wird, wissen wir allerdings jetzt noch nicht“, so Frank Gross.

Die Idee an einer Rallye teilzunehmen, bei der es nicht in erster Linie um Schnelligkeit und teure Trophäen geht, sondern auch um die Unterstützung humanitärer und sozialer Projekte, hatte Frank Gross schon vor einigen Jahren gepackt. Mit Spannung verfolgte er die bisherigen acht Rennen und hatte sich vorgenommen, Mitstreiter zu finden, um eines Tages selbst dabei sein zu können. In wenigen Monaten ist es nun endlich soweit. „Unsere Anmeldung wurde angenommen, die Formalitäten laufen, wir starten am 3. Mai in Bayern und sind – hoffentlich – am 23. Mai in Amman“, so Frank Gross, der jahrelang in Köln gewohnt hat und nun seit gut drei Jahren wieder in Hildesheim lebt, nachdem er im Jahr 2000 die Region beruflich bedingt verlassen hat. Ins Rennen gehen wird er mit seiner Partnerin Simone Krause und Simone und Jörn Feldhausen, die ebenfalls in Hildesheim am Moritzberg wohnen, sowie zwei weiteren Mitstreitern, die aus der Nähe von Gifhorn kommen.

Insgesamt werden 111 Teams mit jeweils drei Fahrzeugen auf die Reise gehen. Damit ist die Allgäu-Orient-Rallye eine der größten Rallys weltweit.Die Veranstaltung ist eine Rallye, die zwar kein Rennen sein soll, einige Sonderprüfungen wird es aber dennoch geben. Ansonsten gelten, wie gewohnt die Straßenverkehrsordnungen. Diese Sonderprüfungen sind dann im „Roadbook“, das jedes Team erst am Starttag bekommt, beschrieben. „Deswegen wissen wir jetzt eben noch nicht genau, was uns erwartet“, freut sich Frank Gross, der derzeit zusammen mit seinem Team intensiv Karten studiert. Denn die Streckenwahl liegt bei jedem Team selbst. Zwar gilt grundsätzlich freie Streckenwahl, doch bestimmte Etappenorte müssen zur Erfüllung von Sonderprüfungen angefahren werden. Außerdem werden Aufgaben in den durchreisten Ländern zu erledigen sein. Genutzt werden dürfen grundsätzlich alle Straßen, bis auf Autobahnen und Mautstrecken, es sei denn, dass dies ausdrücklich erlaubt ist. Außerdem dürfen täglich im Schnitt nicht mehr als 666 Kilometer zurückgelegt werden. „555 sollten es aber angesichts der Länge der Gesamtstrecke schon sein. Immerhin reden wir hier auch von einer Tagestour“ räumt Frank Gross ein. Die Straßenverhältnisse lassen keine hohen Geschwindigkeiten zu.

Passende Autos hat das Team schon gefunden. "Nach einigem Hin und Her haben wir uns letztendlich für 3 Opel Omega Caravan entschieden" erzählt uns Carsten Krüger, Pilot Nr. 5 der FuntasticSix. Autos in dieser Preisklasse als Privatmann zu kaufen ist heutzutage nicht einfach. "Viele Händler wollten uns die Fahrzeuge nicht verkaufen" fügt Frank Gross hinzu. "Sie wollen die günstigen Fahrzeuge nur exportieren."

"Wir haben uns mit unseren drei Wüstenschiffen, der MS Rose, MS Huckup und dem Wappen von Moritzberg schon angefreundet" lächeln alle. Und das, obwohl sie genau wissen, dass sie ihre Fahrzeuge nach der hoffentlich glücklichen Ankunft in Jordanien sowieso loswerden. Andernfalls würde es nämlich ziemlich teuer. Denn normalerweise werden Fahrzeuge, die nach Jordanien zum dortigen Verbleib eingeführt werden, vom jordanischen Staat sehr hoch besteuert. So beträgt die Einfuhrsteuer üblicherweise für ein Auto 120 Prozent vom Neuwert. Autos, die älter als 5 Jahre sind, dürfen überhaupt nicht eingeführt werden. Für die Allgäu-Orient-Rallye gelten wegen der besonderen Rallyespielregeln, vor allem aber wegen der guten Beziehungen zum Königshaus, Sonderregelungen: Mit dem Grenzübertritt gehen die Fahrzeuge an eine gemeinnützige königlich-jordanische Organisation über. Die Organisation sorgt später dafür, dass die Fahrzeuge im Land als Ersatzteile verwertet werden. Ihr Verkauf erfolgt noch dazu unter Aufsicht des zuständigen Ministeriums.

Das alles ist natürlich nur so möglich, weil die Veranstalter der Rallye offensichtlich einen ziemlich guten Draht zum jordanischen Königshaus haben. Der Thronfolger persönlich, seine königliche Hoheit, Kronprinz Al Hussein Bin Abdullah II. , hat das Patronat für die Allgäu-Orient-Rallye übernommen. „Der Kronprinz wird aller Voraussicht nach auch die Siegerehrung vornehmen“, schätzt Frank Gross und hofft natürlich darauf, vom König das Kamel zu bekommen.

Bis dahin ist es allerdings im doppelten Wortsinn noch ein weiter Weg. „Der eine oder andere Sponsor könnte auch nicht schaden“, findet Frank Gross, „denn natürlich haben wir als Hildesheimer auch vor, einen Gruß aus unserer Heimatstadt mitzunehmen und als Hildesheimer Botschafter aufzutreten. Da die Allgäu-Orient-Rallye nicht nur Spass- und Motorsportziele verfolgt, werden alle Teams mit sogenannten Wunschsteinen eine ‚Wishwall‘ errichten. Die Steine werden mit auf Metalltäfelchen eingravierten Wünschen und Hoffnungen von unseren Freunden, Unterstützern, Sponsoren und hoffentlich auch von unserem Oberbürgermeister nach Rihab gebracht und dort zur Wishwall aufgetürmt.“ Dort ist die älteste Kirche der Welt. Vom Vatikan wurde in diesem Zusammenhang vor kurzer Zeit offiziell bekanntgegeben, dass diese Kirche etwa 200 Jahre älter ist als die Geburtskirche zu Bethlehem

Auf dem Teamblog www.funtasticsix.de kann man Details zur Rallye nachlesen. Während der Rallye kann über die Webseite live verfolgt werden wo sich die „FuntasticSix – Team78“ gerade aufhalten. Jedes Fahrzeug ist mit einem GPS Empfänger ausgerüstet. „Das Organisationskomitee der Allgäu-Orient-Rallye möchte immer wissen, wo wir sind und kann darüber hinaus auch feststellen, ob wir uns daran halten, keine Autobahnen zu benutzen“, lächelt Frank Gross, „und unsere Angehörigen und Freunde können auch besser schlafen“.

Kontakt Frank Gross: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Twilight wird regelmäßig von der Tour berichten und aktuelle Fotos und Vorkommnisse posten.

Wir wünschen dem Team um Frank viel Erfolg und hoffen das alle Teilnehmer heile nach Hause kommen.

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