Jahrespoll 2018 - Kersten Lison

TOP Alben des Jahres


01. BLOODBATH - THE  ARROW OF SATAN IS DRAWN

Lange vier Jahre mussten die Death-Metal-Gourmets auf den Nachfolger des grandiosen Longplayers „Grand Morbid Funeral“ warten. War 2014 mit der Veröffentlichung die bange Frage verbunden, ob Nick Holmes von PARADISE LOST als neuer Sänger überhaupt in der Lage sein würde, die Brachialität und Gravitas des schwedischen Death Metal gesanglich zu meistern (Natürlich JA), so war 2018 der Verlust von Per „Sodomizer“ Eriksson zu verzeichnen, der sich für so manchen genialen BLOODBATH-Song songwriting-technisch verantwortlich zeigte.

Doch schon nach den ersten Tönen, die aus den Boxen dröhnen, scheinen sich die Befürchtungen in Luft aufzulösen. Denn der Opener „Fleischmann“ knüpft in eindrucksvoller Manier an die so sehr verehrte Mischung aus brachialer Brutalität und düsterer Eingängigkeit an, die den Sound so unwiderstehlich macht. Hammer! Das schon vorab als Single veröffentlichte 'Bloodicide' besticht durch seine dampfwalzenhafte Dynamik im Verein mit einem infernalen Refrain. In 'Wayward Samaritan' wird das Tempo noch einmal in ungeahnte Bereiche angezogen. Wahre Schwerstarbeit für den neuen Gitarristen. 'Levitator' atmet sehr gekonnt in entschleunigter und dadurch intensiverer Weise den Odem von Verwesung, Fäulnis und Verderben und zeigt nicht nur die vier Musiker mit Instrumenten in Hochform, sondern auch Nick Holmes, der seine Stimme zu ungeahnten Höchstleistungen bringt, weg vom teuflischen Geknarze hin zu tiefen Growls. Unbelievable! 'Deader' kommt zunächst etwas unscheinbarer wie ein Mauerblümchen daher, vermag dann aber eine furiose Durchschlagskraft zu entfalten.

Furchteinflößend intensiv ist auch der unaufhaltsame 'March Of The Crucifiers', 'Morbid Antichrist' besticht dann durch seine Vielseitigkeit in Puncto Atmosphäre und Tempo. Fordernde Riffs und ein hohes Maß an Martialität machen 'Warhead Rituals' aus. Ähnliches gilt für 'Only The Dead Survive', wobei hier der melodischen Düsternis wesentlich mehr Raum eingeräumt wird. 'Chainsaw Lullaby' schließlich ist eine gekonnte, ungekünstelte Todesmetal-Hommage an den bekannten Horrorfilm, der vor langer, langer Zeit Furore machte.

Kurz: Die Todesmetaller von BLOODBATH haben mit „The Arrow Of Satan Is Drawn“ einen durchaus würdigen Nachfolger für „Grand Morbid Funeral“ erschaffen, der insgesamt zwar monolithischer als sein Vorgänger zu sein scheint, aber Nick Holmes im Hinblick auf die growlige Sangeskraft und seine Mitstreiter an den Instrumenten in Puncto Spielfreude, Dynamik und Intensität in Bestform zeigt. Ansonsten erfüllt das Album alle Aspekte der Eigendefinition (Anders Nyström im Interview mit dem #twilightmagazin) von gutem Death Metal, der nämlich dann vorliegt, wenn er extrem und düster daherkommt, nicht zu perfekt produziert ist, also when you can feel there's some kind of magic in it, an undeniable atmosphere emerging like a fog with the burst of the music!“

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02. Weak Aside - Forward Into Darkness

03. Wolfheart - Constellation Of The Black Light

04. Interpol - Marauder

05. Decembre Noir - Autumn Kings

06. Majestic Downfall - Waters Of Fate      

07. Hooded Menace - Ossuarium Silhouettes Unhallowed

08. Demonical - Chaos Manifesto

09. Lik - Carnage

10. 1914 - The Blind Leading The Blind     

   

Bester Song

Decembre Noir - Hymn Of Sorrow

Bestes CD-Cover

Demonical - Chaos Manifesto

Bestes Konzert

Nada Surf - Landeshauptstadt/ Capitol

Bestes Festival

Rock Harz

Reinfall des Jahres

Erdmöbel - Hinweise zum Gebrauch