Blut & Schweiß SICK OF IT ALL - Die Geschichte der Koller-Brüder

  • Blut & Schweiß SICK OF IT ALL - Die Geschichte der Koller-Brüder
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  • Genre: Autobiografie Musik
  • V.Ö.: 26 Februar 2021
  • Iron Pages Verlag
  • Bewertung: Blut & Schweiß SICK OF IT ALL - Die Geschichte der Koller-Brüder
  • Redakteur: Tobias Trillmich
Nach Roger Miret legen mit den Koller Brüdern nun zwei weitere Fixsterne des New York Hardcore ihre Biographie vor. Die unterscheidet sich in Aufbau und Form von dem Gros dieses Genres. Zum einen sind die Kapitel oft inhaltlich ausgerichtet, daher geht es nicht streng chronologisch voran. So kann man später zielgenauer nachschlagen, es führt aber auch zu vereinzelten Doppelungen. Zum anderen handelt es sich nicht um einen klassischen Fließtext, sondern um Zitate. Die stammen logischerweise in der Regel von Lou und Pete, aber auch die anderen Bandmitglieder und das musikalische und familiäre Umfeld kommen zu Wort. Trotz dieses Aufbaus lesen sich die gut 270 Seiten flüssig. Wenn man so will ist es das wohl längste SICK OF IT ALL Interview aller Zeiten. Klassischerweise geht es (angenehm kurz) um das Aufwachsen, das Entdecken der Szene und dann zu Touren und Aufnahmen. Erfreulich ist, dass keine Schmutzwäsche gewaschen wird und auch auf peinliches Bloßstellen wird verzichtet. Selbst Hardcore Hardcore Fans werden sicherlich noch Neuigkeiten erfahren, wer weiß beispielsweise schon, aus welchem guten Grund ´District´ nicht mehr live Gespielt wird? Lesern, die einen Einblick in Musik und Werte der Szene bekommen möchten, wird dieser lesenswert gewährt.
SICK OF IT ALL sind mir mit ihrer Haltung und Bodenständigkeit eine der liebsten New York Hardcorekapellen, sind sie doch weit von testosterontriefendem dicke-Eier-Gehabe entfernt. Das heißt aber nicht, dass sie keine Standpunkte was Musik und Werte haben und diese nicht konsequent verträten. Damit haben sie mehr für die Szene erreicht, als viele die (vielleicht auch aus Neid) an der Band rumkritteln.
Beachtlich ist, wie die Jungs ihr Ding seit 1986 ohne zwischenzeitliche Auflösung und seit fast 30 Jahren in stabiler Besetzung durchziehen. Es ist angenehm bestätigt zu bekommen, dass die Vier sich dabei weder von externen Widerständen noch der internen Szenepolizei einschüchtern lassen. Die Jungs mach(t)en das, was sie für richtig halten. Das reicht von Konfettikanonen bis zu Plattenverträgen beim nicht „truen“ Punk Label (Fat Wreck Chords) der sogar Pfuipfui Majors. Sicher sehe ich einiges anders aber es geht nicht darum, alles zu unterschreiben. Lou und Pete stehen für ihre Meinung ein und ziehen ihr Ding nach ihren Werten durch. Lou bringt es auf den Punkt: „Aber wenn es um Musik geht sagen wir uns nie und nimmer „Oh, ich muss ein Album schreiben, mit dem ich meine Hypothek abbezahlen kann“. Ich will ein Album schreiben, das in mir den Wunsch weckt, einen Streifenwagen zu demolieren!“.

Unterm Strich bleibt eine Biographie, die streng bei den Ansichten der Musiker bleibt und wenig einordnet oder mit weiteren Hintergründen versieht, wie es beispielsweise in der ausführlicheren PARADISE LOST Bio der Fall ist, die ebenfalls auf Interviews fußt. Aber ein so straightes Werk passt zu SICK OF IT ALL und dem New York Hardcore.

Herausgeber: I.P. (26. Februar 2021)
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 272 Seiten
83 Fotos
ISBN-10: 3940822140
ISBN-13: 978-39408221477
Preis: 19,99

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