Amon Amarth - The Great Heathen Army

CD Reviews, Amon Amarth - The Great Heathen Army

Im späten 9. Jahrhundert zog ein munteres Trüppchen Skandinavier,das „große heidnische Heer“ um Ivar dem Knochenlosen, Halfdan und Ubba Ragnarsson Richtung England, um den Angelsachsen mal zu zeigen, wo der Hammer hängt. Motivation dahinter war vermutlich die Hinrichtung ihres Vaters, dem legendären Ragnar Lodbrok. Fans von Vikings erzähle ich an dieser Stelle nichts neues.

Diese Armee, „The Great Heathen Army“ wird auf dem zwölften Album von den Berserkern von Amon Amarth entfesselt, und eines ist mal sicher, Gefangene machen sie auch im dreißigsten Jahr des Bandbestehens nicht, hier gibt 43 Minuten lang auf den Helm.

Der Opener „Get in the Ring“ rumpelt druckvoll los und legt gleich mit dem ersten Riff schon die Marschrichtung für die nächsten Minuten fest. Die Nummer ist dem Profiwrestler Erik Redbeard auf den Leib geschrieben, der im dystopischen, an Mad Max erinnernden Video, auch gleich die Hauptrolle übernimmt.

Beim Titeltrack „The Great Heathen Army“ wird einem spätestens bewusst, das Amon Amarth sich hier auf ihre alten Alben besinnen und wieder ein bisschen härter zu Werke gehen als auf dem Vorgänger.

Hymnisch und mythologisch wird es dann bei „Heidrun“. Zu „Who’s the goat“ Shouts wird Heidrun, die metgebende Ziege, die auf den Hallen von Valhalla steht und die Einherjer mit Met versorgt, besungen.

Beim folgenden „Oden owns you all“ werfen Johan Hegg und seine Mannen einem alles entgegen, was sie haben. Der aggressive Track ist mit seinem Riff, den Blastbeats und seinem höllischen Tempo einer der härteren Vertreter auf der Scheibe.

„Find a way or make one“ und „Dawn of Norsemen“ sind wieder melodischer, aber nicht weniger aggressiv. Beide Titel halten das Tempo weiterhin hoch.

„Saxons and Vikings“ besingt nicht nur die Schlacht zwischen Angelsachen und Wikingern, sondern es ist auch musikalisch eine Schlacht zwischen Wikinger Johan Hegg und Saxon– Frontmann (Sicher nur Zufall) Biff Byford. Der abwechselnde, in den Stilen grundverschiedene Gesang macht die Schlacht fast spürbar. Ein echter Highlight- Track.

Über „Skagul rides with me“ geht es dann auch schon zum letzten Track. „The Serpents Trail“ ist ein epischer Abschluss eines runden Albums. Amon Amarth erzählt mit spoken words ihre Geschichte, in deren Verlauf sich der Track immer weiter steigert. Das ist zum Ende noch einmal richtig stark.

Johan Hegg und seine Berserker von Amon Amarth legen hier ein sehr gutes Album vor. Zum dreißigsten Geburtstag beschenken uns die Wikinger mit einem, an alte Tradition anknüpfendem, Melodic Death Metal Album, das wieder ein wenig härter dröhnt als der Vorgänger. Die Produktion hat wieder Andy Sneap übernommen, und das muss man anerkennen, das Album klingt rundherum phantastisch. Einziger Kritikpunkt, und das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, ist der wenig variantenreiche Gesang von Johan Hegg.

Was dem Album außerdem zugute kommt, ist seine Laufzeit von 43 Minuten über 9 starke, axtschwingende und bluttriefende Songs, es bleibt einfach kein Raum und keine Zeit für Filler. Auch im dreißigsten Jahr begeistern Amon Amarth mit ihrem Feuer und ihrer Spielwut.

 

Line Up

Johan Hegg – Gesang, Growling
Johan Söderberg – Gitarre
Olavi Mikkonen – Gitarre
Ted Lundström – Bass
Jocke Wallgren – Drums

 

 

Tracklist

1. Get In The Ring
2. The Great Heathen Army
3. Heidrun
4. Oden Owns You All
5. Find A Way Or Make One
6. Dawn Of Norsemen
7. Saxons And Vikings
8. Skagul Rides With Me
9. The Serpent’s Trail

 
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