Amorphis - Am Universum

CD Reviews, Amorphis - Am Universum

  • Amorphis - Am Universum
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  • Erstellt am: Freitag, 20 April 2001
  • Label: Nuclear Blast
  • V.Ö.: 20 April 2001
  • Bewertung: Amorphis - Am Universum
  • Redakteur: Marcel Hübner

Was sich auf dem letzten Album “Tuonela“ bereits abzeichnete, präsentiert sich auf “Am Universum“ nun in vollster Farbenpracht; AMORPHIS haben ihre Metal-Roots fast gänzlich ad acta gelegt und erfreuen die Zuhörer mit bodenständiger, oftmals melancholischer Rock Musik.

So mußten neben den Metal-Eruptionen auch die Folklore-Elemente fast gänzlich weichen. Die so entstandenen Freiräume werden von den Finnen mit psychedelischen, manchmal fast schon spacigen Keyboard- und Saxophon-Klängen gefüllt. Diese stehen AMORPHIS definitiv hervorragend zu Gesicht und erzeugen eine sonderbare, eigenwillige Düsternis, welche von Mastermind Esa Holopainen in phantastische, zu jeder Zeit ungeheuer ehrlich, selbstbewußt und unverwechselbar klingende Riff-Konstruktionen eingewoben wird. Mit spielerischer Leichtigkeit erzeugt das Sextett so eine atmosphärische Dichte, die sich jeglichen Stileinschränkungen entzieht, trotz der enormen Vielschichtigkeit jedoch nie zu Gunsten des Melodie-Flußes geht. Sicherlich vermisse auch ich von Zeit zu Zeit die traurig wütende Magie des Meisterwerkes “Elegy“, wunderschöne, melancholische Songs wie ‘Veil Of Sin‘ lassen mich diese allerdings schnell vergessen und lenken meine Aufmerksamkeit in Richtung der neuen, relaxten Schönheit. Unterschiede zu “Tuonela“ lassen sich dabei, mal abgesehen von den verstärkten Ausflügen in Sphären des psychedelische Rocks, vor allem beim Gesang Pasi Koskinens und beim Album-orientierteren Songwriting ausmachen. Will heißen, daß die schon immer charismatisch klingende Stimme des Sängers mehr denn je zum Träger der Atmosphäre geworden ist, wobei eben diese Atmosphäre konsequent über das gesamte Werk gehalten wird. Die Folge davon sind durchgehend phantastische Songs, ohne Ausfälle wie ‘Nightfall‘, aber leider auch ohne herausstechende Lieder wie beispielsweise ‘The Way‘ oder ‘Divinity‘ (alle drei von “Tuonela“). Natürlich überzeugt auch die Produktion Simon Efemys auf ganzer Linie, gelingt es dem Sound-Tüftler doch wieder einmal eine ausgewogene Balance zwischen Heaviness und klanglicher Transparenz zu erzeugen. Bleibt abzuwarten, wie AMORPHIS bei der Live-Umsetzung ihrer Emotions-geladenen Songs abschneiden, denn wo man sich bei den letzten Auftritten auf die Eingängigkeit und Härte der bereits erwähnten Tracks verlassen konnte, stehen jetzt zeitlose, intensive Rock-Perlen, welche zwar die typisch AMORPHIS-Trademarks beinhalten, allerdings wesentlich mehr Feinfühligkeit und Einfühlungsvermögen erfordern.

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