Amorphis - Circle

CD Reviews, Amorphis - Circle

Von „erhaben“ bis „erbärmlich“ reichen die Kommentare zum neuen, elften Studioalbum der Finnen von Amorphis. Obwohl die Band bei mir nach wie vor vorm allem als Mutter des legendären „Tales From The Thousand Lakes“ Albums im Gedächtnis verankert ist, möchte ich doch wenigstens ein Länzchen für „Circle“ brechen.

 

Frische und Optimismus sind nun vielleicht nicht gerade die Stärken des lieben Kollegen Kersten, aber „Circle“ bietet doch auch eine gewisse Melancholie. Aber vielleicht entspringen meine versöhnlichen Gefühle auch aus der Kenntnis der Interimsalben, die zwischen 1996 und heute liegen. Zwischenzeitlich hatten die einstigen Melodic Death Metal Urgesteine den Metal Pfad ja scheinbar gänzlich verlassen – nur düstere Schunkel-Metal Fans wie der ehemalige Kollege Marci Marc konnten diesem Hippie-Metal etwas abgewinnen.

Auf „Circle“ wurde der Härtegrad nun doch wieder deutlich angezogen, was auch dem Einfluss von Produzent Peter Tägtgren zu verdanken sein mag. Immerhin wird schon im Titeltrack ordentlich gegrowlt, auch wenn es dann in der Folge etwas gediegener weitergeht – allzu fröhliche Kompositionen kann ich im ersten Drittel der Scheibe dennoch nicht finden: ich würde es eher schwungvoll nennen. Und das ist ja nun bei Leibe keine Sünde. Meinetwegen mag man dem ersten Songquartett vorwerfen, dass den Kompositionen ein wenig die Ecken und Kanten fehlen. Differenzierter geht man erst bei „Hopeless Days“ zu Werke – hier widmet man sich jedoch vor allem dem Gothic Rock, so wie wir ihn von alten DESIRE Alben (z.B. „Assembled Forever“) kennen. Der Vergleich mit H.I.M. wird dem Ganzen dann doch wohl nicht ganz gerecht.

Immerhin können wir uns darauf einigen, dass man mit „A New Day“ einen wirklich versöhnlichen Rausschmeißer auf der Scheibe hat, der alte Qualitäten der Band durchblitzen lässt.

Ich habe es im Review zur letzten Scheibe bereits angemerkt: AMORPHIS werden sicherlich nie wieder einen Meilenstein wie „Tales…“ abliefern, aber immerhin gibt es wieder hörenswerte Vollwertkost (z.B. „Shades of Grey“).

Line Up

Tomi Joutsen (vocals)

Esa Holopainen (guitar)

Niclas Etelävuori (bass) 

Jan Rechberger (drums)

Tomi Koivusaari (guitars)

Santeri Kallio (keyboards)

Tracklist

1. Shades Of Gray

2. Mission

3. The Wanderer

4. Narrow Path

5. Hopeless Days

6. Nightbird’s Song

7. Into The Abyss

8. Enchanted By The Moon

9. A New Day

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