Armageddon - Captivity and Devourment

CD Reviews, Armageddon - Captivity and Devourment

War denn nun früher alles besser? In mancher Hinsicht trifft das sicherlich zu. Wer kennt nicht mindestens eine Band die in ihren Anfangstagen bessere Musik gespielt hat als heute? Vom Benehmen der Jugend wollen wir erst gar nicht anfangen. Und doch lassen sich diese beiden Thesen irgendwie beim Stichwort ARMAGEDDON zusammenbringen.

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Wer in letzter Zeit mal versucht hat einer Klasse voller Teenager irgendetwas sinnvolles beizubringen, der wird sich – so wie ich – gewünscht haben, dass er doch lieber damals Musiker in einer Death Metal Band geworden wäre. Oder doch wenigstens Follow Me Man auf dem Flughafen. Wenn man drei Stunden neben einer laufenden Turbine gestanden hat, bringen einem die Mitmenschen wohl zumeist mehr Verständnis für das strapazierte Trommelfell entgegen als wenn man 4 Stunden vor lärmenden Neuntklässlern zugebracht hat. Und doch lässt sich an der Faktenlage nichts rütteln: Schule ist Krieg! Und was braucht der geschundene Frontkämpfer am Ende des Tages mehr als alles andere? Richtig. Eine anständige Death Metal Scheibe. In der Vergangenheit durfte dies unter anderem gerne mal eine Scheibe von ARCH ENEMY sein. Womit wir uns in Windeseile unserem eigentlichen Thema nähern. Genau, ARMAGEDDON spielen Death Metal und Bandleader Christopher Amott ist uns allen natürlich mindestens von seiner Gitarrenarbeit an der Seite seines Bruders Michael bei ARCH ENEMY bekannt. Wer sich jedoch ein wenig auskennt, der wird sich jedoch auch an die Sologehversuche Christophers aus dem Jahre 1997 erinnern. Damals erschien mit „Crossing the Rubicon“ das Debüt der als Studioprojekt gedachten Band des Schweden bei WAR Records. Stilistisch unterschied man sich damals nicht so ganz groß von der Band des Bruders und doch sind Songs wie „Asteroid Dominion“ bis heute Dauergäste auf meinen Playlisten.

Danach verschwand die Band von meinem Radar. Und die zwei Alben die folgten, „Embrace the Mystery“ und „Three“, entschieden sich dann doch deutlich vom bisherigen Schaffen des Flitzefingers – allein schon wegen des cleanen Gesangs. Vor 12 Jahren war dann erstmal Schluss mit den Alleingängen und ARCH ENEMY standen wieder ganz oben auf der To Do Liste von Christopher.

Mit „Captivity and Devourment“ kehrt die Band nun mit neuem Line Up und altem Stil wieder zurück. Ob aus Gründen der Selbsttherapie oder aus Freude am Stil, weiß ich nicht. Nur eins ist klar, „Captivity and Devourment“ dürfte jedem ARCH ENEMY Fan wie goldener Honig durch die Gehörgänge fließen. Kraftvolle Gitarrenriffs und verspielte Melodieläufe treffen auf schreiende Vocals und druckvolle Drums. Für gnadenlose Hochgeschwindigkeit standen die Amott Brüder ja eigentlich noch nie und so bleibt das Tempo auch auf dem vierten ARMAGEDDON Album eher gemäßigt. Das Hauptaugenmerk liegt eher auf technischer Raffinesse und roher Brutalität mit schwedischem Einschlag. Auf diese Weise gelingt es der Band richtige Ohrwürmer abzuliefern: „Locked In“, „Fugitive Dust“, „Giants“  oder „The Watcher“. Und mit einem Instrumental wie „Background Radiation“ geben die Damen und Herren dem Hörer auch mal eine Verschnaufpause für die Ohren – ganz im Gegensatz zu unseren Neuntklässlern.

Während es bei ARCH ENEMY heute mehr um bunte Bilder greller Sängerinnen und VIP Tickets zu gehen scheint, kehren ARMAGEDDON zu ihren Wurzeln zurück und präsentieren ein astreines Melodic Death Metal Album. Insofern kann ich zumindest in einem der anfangs erwähnten Punkte Entwarnung geben. In Sachen Brutalität, Eingängigkeit und melodischer Technik steht „Captivity and Devourment“ dem Erstlingswerk aus dem Jahre 1997 in nichts nach – im Gegenteil: Die Anzahl potentieller Evergreens scheint mir auf dem aktuellen Album eher noch höher zu sein als auf dem Debüt. Sollte ich also in nicht allzu ferner Zukunft meine Klassenraumbewaffnung durch meinen iPod aufrüsten, so darf dieses Album als auditiver Schülerlärmschutz keinesfalls fehlen. Eine Gewaltphantasie aus der Konserve: Gut für Herz, Darm und Gemüt!  

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Line Up

Matt Hallquist - Lead vocals
Christopher Amott - Guitars and clean vocals
Joey Concepcion - Guitars
Sara Claudius - Bass
Márton Veress – Drums

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Tracklist

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