Ataraxie - Résignés

CD Reviews, Ataraxie - Résignés

Klasse, dass es noch Bands gibt, die die Fahne des krassen Doom jenseits von Geigen, Keyboards und weiblichem Gesang hochhalten.
Wohlige Melancholie ist es nicht, was diese Platte versprüht. Die vier überlangen Tracks sind sperrig, düster und gleichzeitig kraftvoll. Rumjaulen hat hier Hausverbot. Da gibt es nur sehr selten Gitarrenleads, die ein sehr dezentes Dunkelgrau in die schwarze Atmosphäre bringen. Selbst die akustischen Parts bleiben in dieser Stimmung. Grob würde ich den Sound als Mischung zwischen den ersten ANATHEMA und TOTENMOND Scheiben einordnen. Ganz selten gibt es auch mal schnellere Parts, auch die tun der Stimmung keinen Abbruch, verhindern aber durch nur langsames Tempo eingelullt zu werden. „Nihilistisch“ ist mir als Beschreibung in den Sinn gekommen, ehe ich bei Wikipedia mal nach dem Bandnamen geschaut habe. Daher bezeichnet in der griechischen Antike Ataraxie eine erwünschte, ideale Lebenseinstellung, das unberechenbare Handeln der Götter bzw. Ereignisse des Schicksals gelassen und ruhig akzeptieren zu können. Das trifft es auch und ist nicht so negativ und fatalistisch wie der Nihilismus.
 
Unterm Stich bleibt ein Album, dessen Titel etwas in die Irre führt. ATARAXIE resignieren keinesfalls sondern setzten den immer weiter um sich greifenden Lala- und Kitschtendenzen in diesem Genre gekonnt einen intensiven, pechschwarzen Brocken entgegen. Danke dafür.

Line Up

Gesang, Bass - Jonathan Théry
Schlagzeug - Pierre Sénécal
Gitarre - Frédéric Patte-Brasseur
Gitarre - Hugo Gaspar
Gitarre - Julien Payan

Tracklist

1. People Swarming, Evil Ruling 21:18      
2. Coronation of the Leeches 19:18      
1. Résignés 17:48      
2. Les affres du trépas 25:02