Auch das noch – Reviews kurz und knapp März/April/Mai 2021

CD Reviews, Auch das noch – Reviews kurz und knapp März/April/Mai 2021

So viel Musik, so wenig Zeit: Hier gibt es einige Vorstellungen kurz und knapp!
Cannibal Corpse – Violence Unimagined
Metal Blade

Jedes Album ist der Versuch, das beste CANNIBAL CORPSE-Album zu erschaffen ließ Basser Alex Webster jüngst im Deaf Forever verlauten. Inwiefern dies mit „Violence Unimagined“ gelungen ist, wird sicherlich erst mit etwas Abstand zu sagen sein. Sicher ist aber so viel: auch auf Album Nr. 15 klingen die Amis brutal wie eh und je. Neuzugang Erik Rutan an der Gitarre hat neben der Produktion auch kleinere Teile des Songwritings übernommen, was aber für einen CC-Gelegenheitshörer wie mich keine hörbaren Unterschiede macht. Der Sound ist zwar für meinen Geschmack nicht ganz so massiv wie bei „Torture“, aber doch deutlich kraftvoller als etwa auf „A Skeletal Domain“. Und mit Songs wie „Inhumane Harvest“ oder „Bound and Burned“ zeigen die Meister des Gore-Metal mal wieder, dass es nicht unbedingt immer rasende Geschwindigkeit braucht, um ungemein brutal zu klingen. Für mich bleiben CC nach wie vor am stärksten, wenn sie das Tempo etwas drosseln. Darüber hinaus gilt: „Violence Unimagined“ wird dem Albumtitel gerecht und dürfte keinen Fan enttäuschen.
12/15




Die 3 Senioren – Diagnose: Mörderisch (4)
Contendo

Was aussieht wie eine Mumie ist Julians 93-jähriger Vater (gesprochen von Eckhart Dux), der im Krankenhaus vermeintlich mit seinem Leben kämpft. Schnell stellt sich heraus, dass der kauzige Alte absichtlich seine Herztabletten abgesetzt hat, um ins Krankenhaus zu kommen. „Aber warum?“, fragt sich nicht wohl nicht nur sein Sohn. Samuel Parks will einen Mord aufklären! Nach anfänglichen Zweifeln fallen auch den drei Senioren-Detektiven bald Unregelmäßigkeiten im Krankenhausbetrieb auf. Doch wer steckt hinter den seltsamen Todesfällen? Es kommt zum Showdown im Krankenhaus.
Ein guter Fall und ein herausragender Eckhart Dux machen den vierten Fall der Senioren-Detektive zum bisher besten Teil der neuen Hörspielserie. Spannung und humorvolle Unterhaltung halten sich hier bestens die Waage.
12/15




FM – Tough it Out Live
Frontiers

Die Briten tourten vor zwei Jahren, um den 30. Geburtstag ihres Zweitwerks „Tough it out“ zu feiern, welches bei dieser Gelegenheit in Gänze dargeboten wurde. Schöne Sache. Als Bonus gab es handverlesene Songs, die nicht so häufig in der Playlist der Truppe auftauchen. Songs wie das titelgebende „Tough It Out“, „Don’t Stop“ oder “Bad Luck” atmen auch heute noch den Geist der ausgehenden 80er Jahre und haben nichts von ihrem Charm verloren. Tolle Melodien, kernige Riffs und Stadionatmosphäre. Obwohl es in den letzten Jahren ja bereits Livemitschnitte von FM gab, sollte dieses fast zweistündige Album in keiner Sammlung fehlen, zumal „Tough It Out“ in seiner ursprünglichen Version ja heuer nicht mehr ohne weiteres zu haben ist. Insofern möchte man den Herren nur zurufen: Don’t Stop….




Johan Kihlberg’s Impera – Spirit of Alchemy
Metalville

So ganz ist mir nicht klar weshalb IMPERA nun unter JOHAN KIHLBERG’S IMPERA firmieren, denn musikalisch hat sich die Band nicht wirklich verändert. Ist aber egal, denn mit LION’S SHARE Klampfer Lars Chriss hat Kihlberg (Drums) offenbar den passenden Partner in Crime gefunden, um seine Visionen zu verwirklichen. Und da NOCTURNAL RITES Shouter Jonny Lindkvist die Vocals übernommen hat, erinnert „Spirit of Alchemy“ deutlich mehr an das hörenswerte Frühwerk von LION’S SHARE als die heutige Band, man höre sich nur mal „Read It and Weep“ an. Ein weiterer Höhepunkt ist sicherlich „When Souls Collide“, welches sowohl den Fans der bereits erwähnten Bands als auch den vielen QUEENSRYCHE Jüngern gefallen dürfte. Kurz: JOHAN KIHLBERG’S IMPERA liefern auf „Spirit of Alchemy“ zwar nicht ausnahmslos Hits ab, aber doch viele angeprogte Melodic Metal Songs mit hörenswerter LION’S SHARE/NOCTURNAL RITES Note. Mir gefällt’s.
13/15



Maverick – Ethereality
Metalapolis

Hier wird uns „Heavy Rock der Extraklasse“ aus Belfast versprochen und eingeweihte Szenegänger kennen die Truppe um die Balfour Brüder natürlich längst. Mit „Ethereality“ legt die Truppe bereits ihr viertes Album vor, welches Corona bedingt etwas länger brauchte als geplant. Aber der neue Schlagwerker Jason-Steve Mageney aus Wuppertal konnte aufgrund der Pandemie lange nicht an den Schlagzeugtracks arbeiten. So oder so, das Warten hat sich gelohnt, ebenso wie die Bühnenerfahrung an der Seite von H.E.A.T., WHITESNAKE oder CRASHDIET.  Die Truppe verbindet melodiösen Hardrock wie man ihn auch von CHINA & Co kannte, mit der Eingängigkeit der neuen Generation á la H.E.A.T. oder ECLIPSE. In Songs wie „Dying Star“ blitzt dann aber sogar eine leichte Punkattitüde á la MARYSLIM auf. Klasse Scheibe,
12/15
 



No Use For A Name – No Use For A Name: Vol.2
Fat Wreck

Es hat einige Jahre gedauert, doch nun liegt der zweite Teil der Raritätensammlung aus den Archiven der Amis aus Sunnyvale vor. 15 Songs in knapp 40 Minuten, mal schnell, mal etwas getragener („Stunt Double“), so kennt man kalifornischen Punk Rock. Wer sich den Lockdown-Sommer etwas versüßen möchte, ist mit dieser Sammlung sicherlich nicht schlecht beraten. Fans von PENNYWISE, NOFX & Co greifen sicher zu.

ScreaMachine – ScreaMachine
Frontiers

Basser Francesco Bucci (STORMLORD) hat einige Kollegen um sich geschart, um seiner Vorliebe für den wahren Heavy Metal zu frönen. Unterstützung gab es u.a. von Steve Di Giorgio und Labelkollege Herbie Langhans im Song “Wisdom Of The Ages”. Doch auch Frontmann Valerio “The Brave” Caricchio liefert eine respektable Leistung irgendwo zwischen Rob Halford und Ralf Scheepers ab, muss sich also keineswegs verstecken. Und musikalisch wandeln die Italiener dann auch auf eben diesen Pfaden, wobei die Songs des selbstbetitelten Debüts für meinen Geschmack deutlich besser sind als die des abgefeierten letzten PRIMAL FEAR Werks. Titel wie „The Metal Monster“ sprechen natürlich für sich, aber auch „The Human God“ besticht durch eingängige Melodien und variantenreiche Vocals. Aber ab und zu blitzt auch die Vorliebe für kernigen Heavy Rock durch, z. B. in „Mistress of Disaster“. Im Vergleich zu alten Hasen wie JUDAS PRIEST oder PRIMAL FEAR fehlt SREAMACHINE eigentlich nur die lange Historie, in Sachen Songwriting können sie mit den jüngeren Alben der Szeneflagschiffe problemlos mithalten. Schön.
13/15



Stranger Vision – Poetica  
Pride&Joy

Die Plattenfirma überschlägt sich förmlich in ihrer Beschreibung der Italiener: frisch, authentisch, charmant, originell, technisch, aber nicht zu komplex, kraftvoll… Und dazu gibt es noch den Hinweis auf einige prominente Musiker (Zac Stevens, diverse TRICK OR TREAT Musiker usw. Bei so viel Schaumschlägerei fragt man sich unweigerlich, ob die Band wirklich so scheiße ist, dass sie das nötig hat. Doch hier kann man Entwarnung geben: Schon „Gates of Tomorrow“ punktet mit einem geilen Refrain und steht so exemplarisch für die gesamte Scheibe: melodiöser Power Metal ohne übertriebenen italienischen Pomp und Protz. Selbst die Ballade „Memories of You“ kommt ohne viel Schmalz daher. Fans von NOCTURNAL RITES, SONATA ARCTICA und TRICK OR TREAT können beherzt zugreifen und sich von großen Refrains wie in „Rage“ verzaubern lassen. Ein saustarkes Debüt, dessen einziges Manko die Tatsache ist, dass es nicht auch im Vinyl Format erscheint, so dass das gelungene Coverartwork im kleineren CD-Format dahinvegetieren muss.
14/15



Thunder – All the Right Noises
BMG

Der Letzte macht das Licht aus. Doch dieses musikalische Statement bezieht sich keinesfalls auf ein drohendes Karriereaus der Briten, sondern mit „Last One Out Turn Off The Lights“ verpassen die Herren ihrem Premier und seiner Brexit-Politik eine schallende Ohrfeige. Überhaupt geht es recht kritisch und politisch zu bei THUNDER. So gibt es mit „Force Of Nature“ einen Song aus der Sicht von Donald Trump, „She’s A Millionairess“ nimmt die Probleme der Superreichen aufs Korn und „Young Man“ darf an musikalisches Kopfschütteln über die heutige Zeit, die für die Jugend ungleich schwerer zu sein scheint als vor 50 Jahren. Musikalisch geben THUNDER entsprechend Gas und ein Song wie „Destruction“ haut einem richtig heavy Riffs um die Ohren, während „You Gonna Be My Girl“ typischen THUNDER Hard Rock bietet. Geprägt wird die Scheibe vom nach wie vor überragend Gesang von Danny Bowes. Und wer die Briten einmal live gesehen hat, der wird sich erinnern, dass Drummer Harry James mehr Punch als ein Profiboxer hat – auch dies ist auf „All the Right Noises“ zu hören. Klasse Hard Rock Album mit einem musikalischen Querschnitt aus über 30 Jahren Erfahrung.   

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