Blazing Rust - Line of Danger

CD Reviews, Blazing Rust - Line of Danger

Vor ziemlich genau 31 Jahren spielten die russischen Hardrocker GORKY PARK beim legendären MOSCOW MUSIC PEACE FESTIVAL. Der Eiserne Vorhang ist lange gefallen, zwischenzeitlich schien die Welt sogar näher zusammenzurücken. Doch in all den Jahren sind die Gebiete der ehemaligen UdSSR – zumindest für mich – ein ziemlich weißer Fleck geblieben. Mit BLAZING RUST liefert ein Vertreter der New Wave of True Heavy Metal nun sein zweites Album ab.
Der Blick aufs Cover lässt für mich keine eindeutige stilistische Zuordnung zu. Doch bereits beim eröffnenden „Let It Slide“ wird klar, dass hier alte Helden aus den 80ern Pate gestanden haben und das Riff versprüht jede Menge Rock’n’Roll, bevor Frontmann Igor Arbuzov seine stimmlichen Qualitäten unter Beweis stellt. Dass der gute Mann seine Stimme sehr flexibel einzusetzen weiß wird bereits beim sehr guten Titeltrack „Line of Danger“ deutlich. Während der Opener eher von KROKUS & Co beeinflusst sein könnte, werden beim titelgebenden „Line of Danger“ Erinnerungen an frühe EUROPE wach, auch wenn BLAZING RUST ohne Keyboards auskommen. Braucht man auch nicht, wenn man dafür ein solch eingängiges Riff und so tolle Hooks im Gepäck hat. Bei „Amidst The Furious Waves“ schimmert hingegen ein gewisser THIN LIZZY Einfluss bei den Gitarrenleads durch. Mit „Race With Reality“ liefern die St. Petersburger schließlich den legitimen Nachfolger zu KILLERS‘ „Marshall Lokjaw“ ab, zumal Frontmann Igor eine ähnliche Rotzigkeit an den Tag legt wie dereinst Paul Di’Anno. So hätte das Material auf „Menance To Society“ klingen müssen, um KILLERS nach ihrem guten Debüt auf die nächste Stufe zu hieven.
Auch die zweite Hälfte von „Line of Danger“ trägt eine deutlich hörbare britische Handschrift, wobei sich diese Einflüsse nicht nur auf IRON MAIDEN reduzieren lassen. „Murder“ etwa überzeugt mit tollem Chorus, während bei „Only To Burn“ das Tempo etwas angezogen wird. Mit „Crawling Blind“ findet das Album dann einen würdigen Abschluss.
Insgesamt begeistert mich die erste Hälfte der Scheibe mehr als die zweite Hälfte, allerdings ist diese auch keineswegs schlecht. Die richtigen Knaller finden sich aber in der ersten Hälfte der Spielzeit.
Insgesamt kann man BLAZING RUST attestieren alles Richtig gemacht zu haben: Sound, spielerisches Können, Songwriting, tolle gesangliche Leistung. BLAZING RUST liefern mit „Line of Danger“ ein tolles zweites Album ab, welches sich nicht hinter Szenegrößen wie PRIMAL FEAR & Co zu verstecken braucht, und dass uns daran erinnert, den Blick auch ruhig ab und zu mal gen Osten schweifen zu lassen. Absoluter Geheimtipp.



Line Up

Igor Arbuzov – vocals
Roman Dovzhenko – guitars
Serg Ivanov – guitars
Dmitry Pronin – bass
Dmitry Dovzhenko – drums

Tracklist

1. Let It Slide
2. Line Of Danger
3. Amidst The Furious Waves
4. Race With Reality
5. The Son Of Lucifer
6. Murder
7. Only To Burn
8. Crawling Blind

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