Body Count - Carnivore

CD Reviews, Body Count - Carnivore

Auf dem letzten Album „Bloodlust“ waren es 'Raining Blood' und „Postmortem“ von SLAYER. Dieses Mal ist es 'Ace Of Spades' von MOTÖRHEAD. Denn wenn man erst einmal das Level von BODY COUNT erreicht hat, kann man getrost den eigenen Helden huldigen. Doch wie sieht es mit den eigenen neuen Songs aus, die die Promoabteilung der Plattenfirma in die Schublade „Rap-Metal“ einordnet. 

Tja, früher hieß das Crossover, aber das was sich früher bewährt hatte und aus Erfahrung gut war, hat ja für viele heute keinen Wert mehr. Zum Glück ticken die Mannen um Ice-T da vollkommen anders. Denn auch auf „Carnivore“ wird der genuin eigene Sound mit all seinen Facetten kultiviert und zelebriert. Das bedeutet, dass das bekannte Groovemonster in bekannter Manier gemästet wird. So lassen die Riffs von Ernie C keinen Stein auf dem anderen und die Vocals von Ice-T sorgen für das richtige Maß an Crossover-Feeling und sozialkritischem Angepisstsein. Hinzu kommt das Händchen für die richtige Dosierung des melodischen Momentes.

Das kann allerdings insgesamt nicht darüber hinwegtäuschen, dass mir die Songs mitunter etwas zu fade erscheinen. Bestes Beispiel dafür ist der Opener und titelgebende Track 'Carnivore', dem irgendwie das besondere Etwas von Tracks wie 'No Lives Matter' fehlt. Die zweite Vorabveröffentlichung 'Bum-Rush' kann aufgrund ihrer intensiven Dynamik dann schon eher überzeugen. Etwas ruhiger, aber dennoch herrlich groovig kommt 'Another Level' daher, ein Track, auf dem sich auch Jamey Jasta von HATEBREED die Ehre gibt. Mit 'Colors' covert Ice-T dann seinen eigenen Hit aus dem Jahre aus dem Jahre 1988. Wenn das mal nicht gelebte Nachhaltigkeit ist! 'No Remorse' ist unbezweifelbar ein Höhepunkt des Longplayers, vereint er doch alle Zutaten der BODY-COUNT'schen Erfolgsformel. Ähnliches gilt für 'The Critical Beatdown'.

'In 'When I'm Gone' wird Verlust eines ermordeten Freundes thematisiert, für die LACUNA-COIL-Atmosphäre sorgt dabei AMY LEE, die durch ihre unverwechselbaren Vocals für eine ungeahnte emotionale Tiefe sorgt. Wie in einem Satz, in einem Text oder eben auch auf einem Album kommen die wichtigsten Dinge am Anfang oder am Ende. Deshalb ist es auch folgerichtig, dass das phasenweise angethrashte Anti-Hass-Manifest 'The Hate Is Real' den Hörer wieder in die traurige Realität entlässt.

Fazit: Wahrscheinlich ist es einfach nur ungerecht, aber die Erwartungen, die der Vorgänger „Bloodlust“ geweckt hat, kann „Carnivore“ nicht wirklich erfüllen. Trotzdem ist der neue Longplayer durchaus hörenswert, zelebriert er doch in gekonnter Manier den unverwechselbaren Crossover-Sound, der seine ganze Wirkung durch das Zusammenspiel von Monster-Grooves, den vorwurfsvollen, angepissten Vocals von Ice-T sowie der richtigen Portion Melodiosität entfaltet. Aber hört selbst....

Line Up

Ice-T - vocals
Ernie-C - lead guitar
Vincent Price - bass/vocals
ill Will - drums
Sean E. Sean - sampler/vocals
Juan of the Dead - 2nd guitar

Tracklist

01. Carnivore
02. Point The Finger (feat. Riley Gale)
03. Bum-Rush
04. Ace Of Spades
05. Another Level (feat. Jamey Jasta)
06. Colors (2020)
07. No Remorse
08. When I’m Gone (feat. Amy Lee)
09. Thee Critical Beatdown
10. The Hate Is Real
11. 6 In Tha Morning (2020) (unreleased demo)

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