Cancer – Death Shall Rise (Re-Release)

CD Reviews, Cancer – Death Shall Rise (Re-Release)

Soviel Coolness muss man erstmal haben: Wenn man 1991 den damaligen Musiksender Sky einschaltete, kam man nicht umhin, eine zottlige Truppe im Kuhstall headbangen zu sehen. CANCER wussten damals offenbar, dass sie ausreichend Evilness versprühten, um ihren Song „Back From The Dead“ genreuntypisch weder aus einer brennenden Kirche oder von einem nächtlichen Friedhof zu präsentieren, sondern ganz bodenständig aus dem Heuschober von Bauer Meyer.

Dank der Zusammenarbeit mit ex-Obituary/ex-Death Klampfer James Murphy und mit Kult Death Metal Produzent Scott Burns aus Tampa, Florida war „Death Shall Rise“ wohl das medienwirksamste Album der britischen Todesmetaller. Schaut man mal in die Archive der führenden Metalblättchen, so zeigt sich schon an dieser Scheibe, warum der Metal Hammer kurze Zeit später das Metal aus seinem Namen gestrichen hat – an Fachkompetenz fehlte es in dieser Hinsicht scheinbar schon 1991. Immerhin fand Robert Müller „To The Gory End“ „ziemlich schwach“ und kritisierte an „Death Shall Rise“, dass sie den Hörer „nicht in neue Sphären des Death-Metal-Himmels entführt“. Blieben 4 von 7 Punkten. Ganz anders Rock Hards Götz Kühnemund, der die Note 8 zog und der Band attestierte, abwechslungsreich genug zu sein, „um in der momentanen Death Metal-Flut bestehen zu können“. Recht hat er, den “Death Shall Rise” ist 2014 noch ebenso höresnwert wie 1991. Dank des druckvolleren Morrisound Sounds und dem vom Thrash Metal beeinflussten Riffing, sollte das Zweitwerk der Briten auch 13 Jahre nach der Erstveröffentlichung noch für Begeisterungsstürme bei Death Metal Fans sorgen. Der große Durchbruch ist CANCER zwar verwehrt geblieben, dennoch sind sie sicherlich in einem Atemzug mit Bands wie OBITUARY, DEATH, MASSACRE oder BOLTTHROWER zu nennen. Songs wie „Tasteless Incest“, „Back FroM The Dead“ oder „Internal Decay“ (bei dem sich die Band zwar anfangs etwas selbst zitiert) sind einfach zeitlose Death Metal Granaten.

Anno 2014 können wir jedenfalls mit Fug und Recht feststellen, dass „Death Shall Rise“ den Test der Zeit bestanden hat und eine Wiederveröffentlichung dieses Death Metal Klassikers längst überfällig war. CANCER zeigen mit diesem Album, das Tampa auch in England liegen kann und dass man mit den Songs von „Death Shall Rise“ für jede Gelegenheit bestens ausgestattet ist – und sei es für eine zünftige Hüttengaudi inmitten von Heuballen.  

Line Up

1.            Hung, Drawn and Quartered
2.            Tasteless Incest
3.            Burning Casket
4.            De
ath Shall Rise
5.            Back from the Dead
6.            Gruesome Tasks
7.            Corpse Fire
8.            Internal Decay

BONUS-TRACKS:
 
9.            Hung, Drawn And Quartered (Live 1992)
10.          Blood Bath (Live 1992)

Tracklist

James Murphy - Lead Guitar

Carl Stokes - Drums

John Walker - Vocals, Guitar

Ian Buchanan - Bass

 

Guest musician:

Glen Benton - Backing Vocals on "Hung, Drawn and Quartered"

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Cancer