Chez Kane – Chez Kane

CD Reviews, Chez Kane – Chez Kane

Die Zeiten in denen Rockfans daran Anstoß nehmen, dass eine Band „gecastet“ wurde, scheinen lange vorbei. Warum auch nicht, denn immerhin haben auch in den guten alten Zeiten Leute wie Desmond Child, Steve Plunkett, Jeff Paris oder Richard Marx Songs für zahlreiche hardrockende Acts geschrieben. Mit CHEZ KANE erfolgt nun eine europäische Neuauflage des amerikanischen Erfolgsmodels.
Die Britin CHEZ KANE hat mit ihrer Band KANE’D bereits einige Alben veröffentlicht und sich zudem durch zahlreiche YouTube Videos einige Aufmerksamkeit verschafft. Genügend jedenfalls, um das Interesse von CRAZY LIXX Danny Rexon auf sich zu ziehen. Dieser hat Chez das vorliegende Album dann auf den Leib geschneidert. Herausgekommen ist eine musikalische Wiedergeburt des 80er/90er Jahre Hard Rock á la VIXEN, LITA FORD oder ROBIN BECK.
Mit „Better Than Love“ hat man zwar für meinen Geschmack nicht den besten Einstieg gewählt, da der Song zum einen qualitativ hinter vielen anderen Titeln zurücksteht und da Chez hier anfangs stimmlich auch nicht so überzeugt wie im weiteren Verlauf.
„All of it“ wäre da sicherlich der bessere Opener gewesen, zumal man sich allein schon durch den Titel irgendwie an LAOS erinnert fühlt. Mit „Rocket On The Radio“ wird dann noch eine Schüppe nachgelegt: Ein echter Smasher im Stil von BLUE TEARS‘ „Rockin‘ With The Radio“. „Get it on“ ist allein schon wegen des eingängigen Refrains ein gefälliger Übergang zur ersten Singleauskopplung: dem grandiosen „Too Late For Love“. Hier wird die musikalische Nähe zu den ersten beiden VIXEN Alben besonders deutlich, zumal Chez hier auch stimmlich durchaus an Janet Gardner erinnert. Etwas gemäßigter geht es in „Defender of The Heart“ zu. Doch die Verschnaufpause braucht man auch, um beim folgenden „Ball N‘ Chain“ richtig abgehen zu können. Für mich der vielleicht stärkste Song, der selbst meinen einjährigen Sohn regelmäßig zum abrocken bringt. Hier kommen die stärksten Elemente einer ROBIN BECK mit BON JOVI Riffing zusammen und gipfeln im Stadiontauglichen Refrain inklusive „Dadadada“-Passagen! Einziger Kritikpunkt: Stimmlich hätte Chez hier noch mehr an ihre Grenzen gehen können. Etwa wie man es von Richie Sambora & Co in „Living on a Prayer“ kennt oder eben auch von Robin Beck, die beispielsweise in ihrem grandiosen Duett mit Joe Lynn Turner in „That All Depends On You“ mit überschlagender Stimme für Glücksgefühle sorgt.
In „Midnight Rendevouz“ wird das Tempo nochmal angezogen, bevor es in „Die in the Name of Love“ eine fette Keyboardbreitseite gibt. Einer der poppigsten Songs, dessen Refrain mich allerdings nicht so catcht. Mit „Dead End Street“ gibt es dann ein für alle Fans versöhnliches Ende, jedoch vermag der Song keine großen Akzente mehr zu setzen.
Mit ihrem selbstbetitelten Debüt beweist CHEZ KANE, dass man für gute Laune Hard Rock nicht unbedingt aus dem sonnigen Kalifornien stammen muss. Die Kooperation mit CRAZY LIXX Frontmann Danny hat sich ausgezahlt und das Album enthält einige der besten 80s/90s Hardrocker die ich im 21 Jahrhundert bisher gehört habe. Darüber, dass nicht alle Songs gleichermaßen zünden, trösten sensationelle Ohrwürmer wie „Rocket on the Radio“, „Too Late For Love“ und vor allem „Ball N‘ Chain“ hinweg.



Line Up

Chez Kane - Vocals

Producer: Danny Rexon (Crazy Lixx)

Tracklist

Better Than Love
All Of It
Rocket On The Radio
Get It On
Too Late For Love
Defender Of The Heart
Ball N' Chain
Midnight Rendezvous
Die In The Name Of Love
Dead End Street

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