Cobra Spell – Anthems Of The Night

CD Reviews, Cobra Spell – Anthems Of The Night

Die jungen Wilden aus den Niederlanden legen mit „Anthems Of The Night“ ihre zweite EP vor uns sind momentan auf Tour, um ihren sleazigen Heavy Hard Rock auf die Bühnen der Welt zu bringen.
Gallionsfigur Sonia „Anubis“ Nusselder (ex-ECOCIDE, ex-BURNING WITCHES, ex-CRYPTA) hat sich ihre Shred-Sister Esmée Van Sinderen an die Seite geholt, und zusammen mit HITTEN-Frontmann Alexx Panza, der gebürtigen Ukrainerin Angelina Vehera (Bass) und dem Franzosen Lónard Cakolli (Drums) vier neue Tracks für COBRA SPELL eingetütet. Dabei tritt Sonja nicht nur als Social Media Aushängeschild und Flitzefinger in Erscheinung, sondern zeichnet auch für das komplette Songwriting verantwortlich sowie als Mitproduzentin. Insofern darf man wohl mit Fug und Recht sagen, dass es sich bei COBRA SPELL um ihr Baby handelt.
Optisch lässt die Band den 80er Hair Metal wieder aufleben: große Frisuren, Cowboystiefel, enges Leder, Lack, Ketten, Schminke und große Posen. Der fleischgewordene Albtraum für jede Frauenrechtlerin. Sex sells und man kommt nicht darum umher festzustellen, dass die 23jährige diese Karte geschickt ausspielt. Doch davon allein kann eine Band nicht überleben. Insofern muss auch die Musik genügend Substanz haben. Und das haben die vier Tracks der EP. Wer COBRA SPELL als glitzerndem Jugendtraum einiger niederländischer Mädels abtut, die mittels enger Lederklamotten und viel nackter Haut in die Schlagzeilen vorpreschen, wird sich noch umschauen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich durchaus einige Durchläufe benötigt habe, um mich mit den Songs anzufreunden. Zweifellos laden „Addicted To The Night“, „The Midnight Hour“ & Co auch beim ersten Hören zum gefälligen Kopfnicken ein, doch Ohrwurmcharakter entwickelt sich erst beim wiederholten Konsum. Während ein Song wie „Steal My Heart Away“ mit etwas mehr Sleaze aufwartet, klingt beim titelgebenden Track hörbar mehr Heavy Metal á la JUDAS PRIEST & Co durch. Sonia Anubis lässt hörbar ihre Vorlieben für Metal der verschiedensten Gangarten und für Bands wie W.A.S.P., MÖTLEY CRÜE & Co ins Songwriting einfließen. Allein schon die spitzen Schreie in „Accelerate“ klingen mehr nach Metal als nach Haarspray. Die kernigen Riffs, z. B. in „Addicted To The Night”, sind ebenfalls zu heftig für weichgespülten Poserrock.
Frontmann Alexx Panza hat angesichts des vollen Tourplanes der Multinationalen Truppe mittlerweile den Hut genommen und seinen Platz am Mikro für seine Landsfrau Kristina Vega geräumt, so dass Drummer Léonard mittlerweile der Hahn im Korb ist.
Mit COBRA SPELL formiert sich im Land der Holzschuhe, Tulpen und Tomaten eine erstzunehmende Gegnerin für die New Wave of Swedish Sleaze und Sonja Anubis und ihre Truppen machen mit „Anthems Of The Night“ unmissverständlich klar, dass sie es ernst meinen. Die von mir im Review zu „Love Venom“ erhoffte Steigerung ist auf dem Zweitwerk mit Blick auf das Songwriting, die Produktion und die Performance zweifellos zu hören. Mehr Sex, Sleaze & Rock`N`Roll hat es auf dem europäischen Festland seit den 80ern nicht mehr gegeben.

Line Up

Alexx Panza – vocals - (mittlerweile: Kristina Vega)
Sonia Anubis - guitars
Esmée Van Sinderen - guitars
Angelina Vehera - bass
Léonard Cakolli – drums

Session drums by Marco Prij.
Additional guitars by Sebastian Silva.

Tracklist

01. Addicted To The Night
02. The Midnight Hour
03. Steal My Heart Away
04. Accelerate
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