Décembre Noir - A Discouraged Believer

CD Reviews, Décembre Noir - A Discouraged Believer

Graveyard Of Souls war die bisher einzige Death Doom Band bei FDA REKOTZ. Mit DECEMBRE NOIR hat das Label nun eine weitere Band aus diesem Sektor gesingned, die den Platzhirschen den Rang streitig machen kann.

Ich will hier aber keine labelinterne Konkurrenz schüren – für gute Bands ist immer Platz. Wenn es um dieses Genre geht, kommen immer die Vergleiche mit der Peaceville Troika bestehend aus Paradise Lost, My Dying Bride und Anathema, die das Genre Anfang der 90er prägten. Diese Bands geben aber nur die grobe Richtung vor. Das ist gut, denn DECEMBRE NOIR verzichten darauf, lediglich eine Blaupause genannter Bands zu sein.
Der Hauptunterschied liegt darin, dass die Thüringer stellenweise schneller als die Briten spielen. Insbesondere bei ´Thorns´ ziehen sie das Tempo an und schrecken auch vor Blastbeat-Passagen nicht zurück.
In aller Regel geht es aber eher in schleppendem Tempo voran. Bis auf wenige akustische Zwischenspiele ist ´A Discouraged Believer´ schwer, düster und verzerrt. Dabei wechseln sich eher rockige Parts mit gelungenen Gitarrenmelodien ab.
Es ist der Band anzuhören, dass sie inzwischen über einige Erfahrung verfügt. Die Wurzeln der Band reichen bis ins Jahr 2008 zurück. So nervig die lange Zeit bis zur Veröffentlichung des Debüts für die Band war, so gut ist sie für den Hörer, denn die Stücke klingen ausgereift. Das ist in Zeiten von Homerecordings bei Debüts ja nicht mehr so oft der Fall.

Was ich an der Platte schätze, ist, dass sie völlig frei von Kitsch ist. Es gibt nur selten und dann unaufdringlich Keyboards beziehungsweise Streicher (´Decembre Noir´) und auch nur dezente female Vocals, die zum Glück nicht zu trällerig daherkommen.

Mir gefallen DECEMBRE NOIR umso besser, je schleppender sie spielen, denn dann steigern sie die Intensität der Songs.
Schade ist, dass die Platte ein so oberflächlich kitschiges Cover bekommen hat. Da wäre mir ein anderes Motiv als das typische Ich-hocke-verzweifelt-und-blutend-in-der-Ecke-eines-usseligen-tristen-Raumes wesentlich lieber gewesen. Im Booklet finden sich wesentlich bessere Bilder.

Alles in Allem bleibt ein überzeugendes Debüt, das allen gefallen dürfte, die auf erdige, fette und gleichzeitig düstere Klänge stehen.

Line Up

Sebastian - Guitar
Martin - Guitar
Kevin - Drums
Lars - Vocals
Mike - Bass

Tracklist

01. A Discouraged Believer
02. Thorns
03. The Forsaken Earth
04. Decembre Noir
05. Stowaway
06. Resurrection
07. Escape To The Sun

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