Demored - Sickening Dreams

CD Reviews, Demored - Sickening Dreams

DEMORED kommen aus der niedersächsischen Löwenstadt Braunschweig und waren mir bislang noch kein Begriff. 2012 gegründet, bringt es das Quartett bisher auf zwei EPs, "Slaughtering The Son Of God" (2014) und "Absolution Through Dissolution" (2016).
Aller guten Dingen sind drei und so ist es nun an der Zeit für das Debut bzw. den ersten Longplayer, den man in Kooperation mit Neckbreaker Records vorlegt.
"Sickening Dreams" nennt sich das gute Stück und steht für für erfrischenden, unverbrauchten und abwechslungsreichen Death Metal, bei dem die Niedersachsen das Rad natürlich nicht neu erfinden, aber eine gelungene musikalische Brücke zwischen der skandinavischen Schule, den Ausprägungen auf dem europäischen Festland sowie des US-Todesstahls schlagen. Man nehme das Gespür der Nordeuropäer für Melodien und Atmosphäre, die Ruppigkeit und Roheit des deutschen und niederländischen Death Metal´s und kombiniere dies mit der Schwere und Technik der Amis, irgendwo zwischen Genre-Institutionen wie Hypocrisy, God Dethroned und Morbid Angel. Dabei sind DEMORED zwar erwartungsgemäß nicht wirklich innovativ, aber die krankhaften Träume, die sie da auf dem gleichnamigen Album verarbeiten zeugen nicht nur davon, dass die Jungs ihr Handwerk verstehen und die Instrumente beherschen, sondern, dass sie durchaus das Potenzial haben, mehr als die stilistische Summe des Namedroppings zu erschaffen. Egal ob DEMORED frei und brutal nach vorne los prügeln, doomig schleifen, technisch versiert grooven oder aber das exzellente Gespür für außergewöhnliche Leads und Melodien unter Beweis stellen, mit denen sie nicht nur in den beiden Interludien und im Outro wahrhaft finstere und bedrohliche Stimmungen erzeugen. Die Band ist auf dem richtigen Weg. Natürlich ist in Sachen Songwriting noch deutlich Luft nach oben aber was jetzt schon möglich ist, damit beeindrucken meine persönlichen Favoriten "Drenched In Dysphoria" und "Dread Return (Life Reformed)", bei denen das Viergestirn in Sachen Härte, Brutalität, Melodie und morbider Atmosphäre auftrumpft. Gesanglich geht es mal tief und mal kreischend hoch aber immer kehlig ebenfalls abwechslungsreich zur Sache, wenn er mir auch deutlich zu weit in den Hintergrund gemischt ist. Insgesamt ist "Sickening Dreams" mehr als ein Achtungserfolg, ja eigentlich schon ein kleines Ausrufezeichen aus dem Untergrund und ich gehe davon aus, dass mit DEMORED auch zukünftig zu rechnen sein wird. Bis dahin wird "Sickening Dreams" keinen Todesstahl-Maniac enttäuschen. Im Gegenteil!
Perfekt in Szene gesetzt wurden Album und Musik, die als CD und als Tape erhältlich sind, übrigens durch ein überragendes Juanjo Castellano - Artwork.
 
 
DEMORED antesten auf Youtube:


Line Up

Magnus: Guitar/Vocals
Spain: Guitar
Lennart: Bass
Nils: Drums 

Tracklist

01. Bodyswap
02. From life to ichor
03. Omnious venesection
04. Interlude 1
05. Drenched in dysphoria
06. One with the dead
07. Sickening dreams
08. Interlude 2
09. Dread return
10. Cease to exist
11. Dismal mutualism
12. Outro