Devil May Care - Divine Tragedy

CD Reviews, Devil May Care - Divine Tragedy

Gerade in unseren apokalyptischen Zeiten ergibt es sehr viel Sinn, den Blick auch einmal nach hinten zu werfen. Da kann es dann bisweilen etwas dauern, bis einer „Stop“ sagt. Und so sind DEVIL MAY CARE in der Renaissance angekommen, und zwar bei Dantes „Göttlicher Komödie“, die sich unter anderem mit den Höllenqualen der Sünder im Fegerfeuer beschäftigt.

„Sünden und Fehler“ gibt auch heute noch genug und so ist es nur konsequent, dass die Post-Hardcorer sich den verschiedensten, mitunter selbstzerstörenden Aspekten des menschlichen Daseins angenommen und selbige mehr als überzeugend in Songform gegossen haben. Denn die hochexplosive Mischung aus energetischer, kompromissloser Brachialität und tiefgründiger, melancholischer Zerbrechlichkeit mit einer gehörigen Portion wuterfülltem Angepisstsein kann das menschliche Auf und Ab bestens zum Ausdruck bringen.

Hinzu kommt, dass sich DEVIL MAY CARE tatkräftige Hilfe bei Szenegrößen wie RISING INSANE, VENUES, LIKE PACIFIC geholt haben, um gemeinsam noch etwas Gewaltigeres zu erschaffen. Man höre nur Tracks wie das melancholisch mitreißende 'Tragedy', das emotional energiegeladene 'Painter' oder das gefühlvoll brachiale 'Dayblind'. Natürlich können es die Jungs auch allein, denn sonst wären Songs wie das überaus sozialkritische eingängige und fast ein wenig EMIL-BULLS-mäßige 'Into The Abyss' oder das phasenweise gnadenlose 'Dead In The Water' gar nicht möglich.

Kurz: DEVIL MAY CARE haben mit „Divine Tragedy“ ein überaus vielseitiges und facettenreiches Post-Hardcore-Album erschaffen, das sich gekonnt im Spannungsfeld von brachialer Brutalität und emotionaler Melancholie bewegt und somit in überzeugender Manier die wenigen Höhen und vielen Tiefen der menschlichen Existenz in musikalischer Hinsicht zum Ausdruck zu bringen vermag. Weltklasse und mit Sicherheit auch ein freudespendendes Geschenk unter dem Weihnachtsbaum.


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