Die Drei Fragezeichen vs. TKKG – Kreaturen der Nacht (209) und Schutzgeld für Dämonen (218)

CD Reviews, Die Drei Fragezeichen vs. TKKG – Kreaturen der Nacht (209) und Schutzgeld für Dämonen (218)

Während die Veranstaltungswelt Corona-bedingt seit einem Jahr in der Totenstarre verweilen muss, ist sowohl in Rocky Beach als auch in der Millionenstadt der Teufel los. Im beschaulichen Küstenstädtchen findet ein Nachwuchs-Musikfestival statt und TKKG tummeln sich auf dem Rummelplatz. Hier wie da bekommen es die jungen Protagonisten mit gruseligen Kreaturen zu tun.
Der Titel des Albums der bekannten Hip Hop band FMTM lautet „Kreaturen der Nacht“ und so laufen Band und Fans mit entsprechenden Kostümen und Maskierungen auf dem Festival umher. Zudem wird Justus auf dem Flohmarkt des Festivals Opfer einer diebischen Hexe. Die Ermittlungen führen die Drei Fragezeichen zum schrägen Ehepaar Murphy, welches offenbar Schwierigkeiten mit der Firmenbezeichnung des Detektivbüros hat und mehr oder weniger alle Satzzeichen durchdekliniert.



Auf dem Rummelplatz beschränken sich die Dämonen und Geister offenbar nicht nur auf die Geisterbahn, in der Klößchen von einem einarmigen Ritter mit dem Schwert angegriffen wird. Viel mehr stellt sich heraus, dass die Schausteller Schutzgeld an mittelalterliche Dämonen zu zahlen scheinen. Die Erklärung dafür liefert der mittelalterliche Codex Gaudorum, der beschreibt, weshalb die Schausteller Teile ihrer Einnahmen an die Geister der Unterhaltung abgeben müssen. Die TKKG Freunde schalten sich ein und wollen einfach nicht an überirdische Kräfte glauben.

Marco Sonnleitner (Die Drei Fragezeichen) und Martin Hostetter (TKKG) setzen in ihren aktuellen Fällen zwar im Kern auf das Thema Grusel, was sich ja auch in dem durchaus gelungenen Coverartwork zu „Kreaturen der Nacht“ zeigt. Jedoch halten beide Hörspielabenteuer nicht was sie versprechen und vor allem der Fall aus Rocky Beach entwickelt sich über weite Strecken zu einem recht fragwürdigen Klamauk. Doch den „Profis in spe“ geht es kaum besser, denn auch in ihrem aktuellen Fall passieren mir zu viele seltsame Dinge und der verängstigte Schausteller Jakob Schneider kann als Überzeugter Geistergläubiger kaum beeindrucken – alles wirkt etwas konstruiert, streckenwiese sogar albern. Insofern unterscheiden sich die beiden Hörspiele also kaum voneinander.
Aber es gibt noch einen Kritikpunkt, der beide Hörspiele gleichermaßen betrifft: Für meinen Geschmack ist das Auftreten der verschiedenen Charaktere zu verwirrend und zunächst fällt es schwer dem Ganzen überhaupt richtig zu folgen, ohne durcheinanderzubringen wer nun wer ist. Insgesamt fallen die Hörspiele also etwas unübersichtlich aus und der rote Faden will sich nicht so wirklich finden lassen.

Unterm Strich ist die Geschichte von TKKG vielleicht eher gelungen als die „Kreaturen der Nacht“, welches hingegen mit einem tollen Artwork punkten kann. Schade, dass die Story hier nicht mithalten kann. Ohnehin versprachen die Titel der beiden Hörspiele deutlich mehr als halbgaren Klamauk und eher unglaubwürdige Plots. Insgesamt ziehen TKKG also knapp an schwachen Drei Fragezeichen vorbei, bleiben aber ebenfalls weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Letztlich können wir uns vor allem merken, dass keines der beiden Hörspiele besonders hörenswert geworden ist. Schade eigentlich!

Line Up

Erzähler - Axel Milberg
Justus Jonas, Erster Detektiv - Oliver Rohrbeck
Peter Shaw, Zweiter Detektiv - Jens Wawrczeck
Bob Andrews, Recherchen und Archiv - Andreas Fröhlich
Tante Mathilda - Karin Lieneweg
Oisin Murphy - Douglas Welbat
Lelia Murphy - Katja Brügger
Virgil - Steffen Groth
Wanda Waffle - Anja Topf
Smiddie - Ivo Möller
Clown - Andreas Birnbaum
Zamora - Rainer Schmitt
Easly - Paul Michaeli

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