Dirkschneider & The Old Gang - Arising EP

CD Reviews, Dirkschneider & The Old Gang - Arising EP

DATOG: Selbst in der Kurzversion ist der „Bandname“ fast noch so bescheuert, wie der der „Horror Rock Rock Band“ von Burg Schreckenstein. Während DIRKSCHNEIDER & THE OLD GANG irgendwie nach einer Truppe pensionierter Studienräte und Musikschullehrer klingt, die einige Stones Songs auf dem Herbstfest des Altenheims covern, wissen wir natürlich alle, dass sich hinter der Formation ein explosives Heavy Metal Gemisch verbirgt.
Schon der Opener „Face of A Stranger” liefert den Beweis, dass wir es hier nicht mit Alteisen für den Schrotthändler zu tun haben, sondern mit erstklassigem deutschem Stahl, der modern und gleichzeitig traditionell klingt. Nicht allein durch die gesangliche Dreifaltigkeit in Person von Udo, Peter Baltes und Manuela Bibert klingt der Song frisch und lässt den Hörer nicht mehr los. Stilistisch könnte die Nummer noch am ehesten auf U.D.O.s „Faceless World“ Album ihren Platz finden.
„Very Heart is Burning“ ist ein flotter Metal Song, der eigentlich kaum ins ACCEPT/U.D.O. Schema passt, auch wenn der Metal Tango Rhythmus in der Strophe bestens zu Udos Bühnenperformance passt. Das Arrangement und viele Melodien klingen jedoch nicht nach der Solinger Metalschmiede, was wiederum z. T. auch auf die Gesangsunterstützung von Dirkschneiders Mitstreitern zurückzuführen ist. Das es bei der Truppe aber nicht einfach nur um eine weitere Dirkschneider-Band geht zeigt sich auch in der Instrumentalisierung, die jede Teilnehmer genügend Raum gibt, um zu glänzen. So stampft Baltes‘ Bass in „Every Heart Is Burning“ kraftvoll durch den Song wie die strammen Waden einer badischen Weinkönigin durch den Most. Apropos stramme Waden. Auch Dirckschneider Junior rührt amtlich die Kessel und dank der gelungenen Produktion klingen die Drums richtig fett. Bei dem Bass Drum und Snare Sound fühlt man sich fast an alte Studio M Produktionen erinnert, bei denen der Schlagzeuger seine Felle noch in einer großen Halle verdreschen durfte.
„Where The Angels Fly“ ist ein Überbleibsel aus U.D.O.s Zusammenarbeit mit dem Bundeswehr Orchester. Da man die Nummer jedoch nicht in der Asservatenkammer verkommen lassen wollte, wurde der Track kurzerhand etwas aufgehübscht. Bibert hatte die dritte Strophe ohnehin schon eingesungen und Baltes und Dirkschneider teilten sich den Rest. Fertig. Gute Nummer, die jedoch durchaus auch Schlager-Metal Potential im Sinne von SCORPIONS treffen SABATON hat. Etwas plüschig, aber dennoch ein guter Abschluss für diese EP, deren Höhepunkt für mich allerdings eindeutig „Face of A Stranger“ darstellt.

Da geht die Sonne auf: Udo, Baltes, Kaufmann und Dieth gemeinsam auf einem Tonträger. Das konnte ja kaum schiefgehen. Dank der betörenden Performance von Manuela Bibert, dem explosiven Drumming von Sven Dirkschneider und dem modernen Arrangement der Songs ist „Arising“ weit mehr geworden als nur ein Corona geschuldeter U.D.O./ACCEPT Abklatsch. Man hofft tatsächlich, dass es nicht bei den drei Songs bleibt.



Line Up

Udo Dirkschneider (Vocals),
Peter Baltes (Bass/Vocals)
Manuela Bibert (Vocals)
Stefan Kaufmann (Guitars)
Mathias Dieth (Guitars)
Sven Dirkschneider (Drums)

Tracklist

01 - Face Of A Stranger
02 - Every Heart Is Burning
03 - Where The Angels Fly
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