Doro – Triumph and Agony Live

CD Reviews, Doro – Triumph and Agony Live

Eigentlich ein Selbstläufer, so scheint es, denn immerhin gilt „Triumph And Agony“ bis heute allenthalben als Meisterstück von DORO und ihrer damaligen Band WARLOCK. Doch bei einem großen Onlinemusikalienhändler wurde „Triumph And Agony Live“ mit nur einem Stern abgestraft. Wie kommt’s?
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Abgesehen von der Tatsache, dass die Scheibe tatsächlich in vielen verschiedenen und teilweise echt tollen Versionen (CD, Blu-Ray, Box, Vinyl, Tape, mit Aufsteller usw.) erhältlich ist, ist der Inhalt einfach genial und zeitlos. Ende der 80er jagte eine wild schreiende Blondine mit ihrer langhaarigen Entourage dem Establishment mit einem Song wie „Touch of Evil“ noch kalte Schauer über den Rücken. Heute sorgt der kraftvoll vorgetragene Einstieg ins Liveset bei den gealterten Fans zweifelsohne für Gänsehaut. Dem geneigten Fan fällt spätestens jetzt auf, dass die Originalplaylist des Studioalbums natürlich nicht eingehalten wurden. „All We Are“ am Anfang des Sets zu verbraten, schien DORO dann doch zu gewagt, wie sie im Interview verlauten ließ. Recht hat sie wohl. Allerdings macht auch diese Setlist deutlich, dass es auf „Triumph And Agony“ keine Füller gab, sondern nur Knüller. Beachtlich ist dabei nicht nur der oberamtliche, druckvolle Sound, sondern auch die kraftvolle Stimme, mit der Frau Pesch die zackig vorgetragenen Songs raushaut. Vor allem bei Songs wie „Touch of Evil“ oder dem genialen „East Meets West“ kann DORO richtig glänzen. Doch auch das schnelle „Three Minutes Warning“ gefällt, denn ihre Band – verstärkt um Gitarrist Tommy Bolan – treibt die Metal Queen geradezu vor sich her, so dass der Song fast thrashig anmutet, wenn DORO die Lyrics mit überschlagender Stimme rausschreit. Dem gegenüber steht die Gänsehautballade „Für Immer“, die den Weg zum Höhepunkt der Show einleitet. „Cold, Cold World“, „Make Time For Love“ wärmen die Meute nochmal richtig auf, bevor DORO zum „Metal Tango“ lädt und schließlich mit „All We Are“ zum Totalabriss ansetzt.
Dass jede Zeit ihre eigenen Besonderheiten hat, zeigt sich in der Tatsache, dass Langzeit-Basser Nick Douglas nach mehr als 30 Jahren wohl hier zum letzten Mal in DOROs Band zu hören sein wird. Früher führten musikalische oder persönliche Differenzen zu Trennung, heute spaltet Corona die Welt. Wer ihn also nochmal in voller Aktion sehen möchte, der sollte sich die beiliegende DVD/Blu-Ray der Show reinziehen. Auf jeden Fall sehenswert.
Auch wenn der Geburtstag ein Jahr zu früh begangen wird, so ist „Triumph And Agony“ eine rundherum gelungene Geburtstagssause geworden: Neben einem tollen Artwork, welches Vergangenheit und Zukunft perfekt verbindet, punktet die Scheibe mit einem fetten Sound, zeitlosen, genialen Songs, einen spielfreudigen Band und nicht zuletzt mit einer DORO in Bestform.



Line Up

Doro Pesch – Vocals
Johnny Dee – Drums
Nick Douglas – Bass
Luca Princiotta – Guitars/Keyboards
Bas Maas – Guitars
TommyBolan - Guitars

Tracklist

01 Legacy (Intro)
02 Touch Of Evil
03 I Rule The Ruins
04 East Meets West
05 Three Minute Warning
06 Kiss Of Death
07 Für Immer
08 Cold, Cold World
09 Make Time For Love
10 Metal Tango
11 All We Are
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