Draconian - Sovran

CD Reviews, Draconian - Sovran

Im engeren Sinne sind DRACONIAN eigentlich keine female-fronted Band des Melody-Metal-Sektors mehr, denn dafür nehmen die Growls von Anders Jakobsson einfach zu viel Raum ein.

Zudem sind die Schweden all das, was die hochgelobten Szenegrößen, die sich fast jedes Jahr aufs Neue die Klinken beim M'era-Luna-Festival in die Hand geben, sind, eben nicht. DRACONIAN stehen nämlich mittlerweile für überaus düstere Schwermütigkeit mit einem unüberhörbaren Hang zum trübsinnigen Doom Metal, der melodischere gothic-metallische Hoffnungsschimmer nur im Umfeld mit den Vocals von Heike Langhans zulässt. Wer operesken Kitsch und barocken, einfach nur nervenden Klangbombast sucht, der sei auf die nicht näher zu nennenden Mainstreamcombos verwiesen.

Im Gegensatz dazu reiht sich der nunmehr sechste Longplayer „Sovran“ mehr als organisch in die Reihe der dieses Jahr erschienenen, phänomenalen Alben der Gothic-Metal-Pioniere von PARADISE LOST und der Doom-Metal-Legenden von MY DYING BRIDE ein. Und zwischen diesen beiden Polen bewegen sich die Songs von DRACONIAN überaus eindrucksvoll.

Einen ersten Vorgeschmack gab das schon vorab veröffentliche 'Stellar Tombs', ein Song im Spannungsfeld von Sehnsucht, Hoffnung und Wehmut, der durch seine vielfältigen Stimmungen und durch die Kontrastierung grimmiger Rauheit mit frohgemuter Zerbrechlichkeit den Hörer sofort in seinen Bann zieht. Ein nahezu undurchdringlicher Nebel infernaler Schwere dominiert in 'No Lonelier Star', der allerdings durch die melancholisch, mitreißenden Vocals von Langhans sowie von gothic-mäßiger Power immer wieder durchbrochen wird. Unglaublich. Perfekter kann man einen Song nicht schreiben. Etwas ruhiger und sphäriger kommt 'Dusk Mariner' daher, bei dem traurige Emotionalität stärker im Vordergrund steht.

Einem wahren Wechselbad der Gefühle in überaus vielfältiger Manier ist man in 'Dishearten' ausgesetzt, denn druckvolle, riffige Härte trifft auf immer wieder gebremst diabolische Nachdenklichkeit oder beschleunigte düster-melancholische Dynamik. Ein überzeugender Beweis dafür, dass Eintönigkeit in diesem Genre kein Muss ist. 'Rivers Between Us' ist der Track, der der fast schon obligatorischen Ballade eines jeden Albums am nächsten kommt, zumal es hier, abgesehen vom Finale, fast nur Klargesang gibt, konnte man doch Daniel Änghede (CRIPPLED BLACK PHOENIX) als Gastmusiker gewinnen. Hier wird dann phasenweise klangliche Nähe zu den klaren PARADISE LOST besonders deutlich.

Die anderen Songs zu beschreiben, ist nicht sehr leicht, gehen einem doch langsam die Superlative aus und Wiederholungen überlassen wir doch lieber dem Fernsehen. Anzumerken ist nur noch, dass der Raussschmeißer 'The Marriage Of Attaris' der Schwermut ein eindrucksvolles Denkmal errichtet, dass der Opener 'Heavy Lies The Crown' unter anderem aufgrund seiner orgelmäßigen Keyboards eine gekonnt trübselige Festlichkeit verbreitet und dass 'The Wretched Tide' und 'Pale Tortured Blue' mitunter durch die Violinenklänge eine MY-DYING-BRIDEmäßige Intensität und Tiefgründigkeit erreichen, ohne selbige in irgendeiner Art und Weise zu kopieren.

Fazit: Never mind WITHIN TEMPTATION oder NIGHTWISH. Das, was DRACONIAN mit ihrem neuen Longplayer „Sovran“ vorlegen, ist düstester Gothic Metal der doomigen Art im Spannungsfeld von PARADISE LOST und MY DYING BRIDE, der aufgrund des genuin eigen Stils und seiner genialen, phänomenalen Einzigartigkeit mehr als zu überzeugen weiß. Ein wahrhaftes Meisterwerk!

Line Up

Anders Jacobsson - Vocals
Johan Ericsson - Guitar
Daniel Arvidsson - Guitar
Jerry Torstensson - Drums
Fredrik Johansson - Bass
Heike Langhans - Vocals

Tracklist

01. Heavy Lies The Crown
02. The Wretched Tide
03. Pale Tortured Blue
04. Stellar Tombs
05. No Lonier Star
06. Dusk Mariner
07. Dishearten
08. Rivers Between Us
09. The Marriage Of Attaris
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