Dream Theater - Distant Memories - Live In London

CD Reviews, Dream Theater - Distant Memories - Live In London

Im Februar 2020 nahmen "Dream Theater" im Zuge ihrer seinerzeit laufenden "The Distance Over Time Tour: Celebrating 20 Years of Scenes From a Memory" zwei Shows in London auf, die sie am 27.11.2020 in unterschiedlichen Formaten veröffentlichen werden (Ltd. Deluxe 3 CD+ 2 Blu-ray + 2 DVD Artbook; Ltd. black 4 LP + 3 CD Box Set; Ltd. 3 CD + 2 Blu-ray Digipak; 3 CD+2 DVD Multibox; Digital Album). Hier beschränken wir uns auf das Audioformat, sprich das digialte Album bzw. die drei CDs.

21 Songs umfasst das aufgenommene Material, sechs Lieder kommen vom 2019er Album "Distance Over Time", einer ("A Nightmare To Remember") stammt vom 2009er Album "Black Clouds & Silver Linings", der andere ("In The Presence Of Enemies - Part 1) wurde vom 2007er Album "Systematic Chaos" ausgewählt. 

Beim Rest hat man das komplette "Metropolis Part 2: Scenes From A Memory" aufgeführt. 

Mit "Live Scenes From New York" aus dem Jahr 2001 hat man das letztere Programm zwar auch schon mal live aufgenommen, dennoch finde ich es nicht tragisch, dass man "Metropolis Part 2: Scenes From A Memory" nun neuerlich wieder mitgeschnitten hat. 

"Distant Memories" gefällt mir sehr gut. Richtig überschwänglich bin ich in meiner Bewertung trotzdem nicht. Das liegt nicht am Bandsound. Mich stört auch nicht, dass ich 
"Metropolis Part 2: Scenes From A Memory" ja bereits im oben erwähnten Livegewand seit 2001 im DVD- und CD-Fach liegen habe. Der Bandklang und die Aufnahmetechnik haben sich zum positiven verändert. Jedoch, und da ist mein Lieblingslied "Fall Into The Light" vom Album "Distance Over Time" der Indikator, verpasst man im Mix, möglicherweise vorab durch die gewählte technische wie auch organisatorische Mikrophonierung, den Rezipienten richtige goose bumps moments empfinden zu lassen. Die Bridge von "Fall Into The Light" war schon auf dem Studioalbum bemerkenswert, bei der Liveversion hört man leider nur sehr leise das Mitgröhlen der Melodie durch die anwesenden Fans. Es wäre ein perfekter Moment geworden für Gänsehaut. 

Nichtsdestotrotz ist "Distant Memories" kein unnötiges Livealbum, man kann es sich bedenkenlos anhören. 

Zum Schluss eine kleine humoristische Anmerkung: "Dream Theater" waren bei der Nachbesetzung des Drummers Mike Portnoy konsequent in Bezug auf die identische Initiale des Vornamens beim Nachfolger [die engsten Kandidaten waren der Deutsche Marco Minnemann (u. a. mal H-Blockx) und Mike Mangini. Letzterer wurde es, weil Minnemann den Eindruck erweckte, dass "Dream Theater" nicht seine 100 % Aufmerksamkeit erfahren würde.). Jay Weinberg (Slipknot) oder Joey Jordison (Ex-Slipknot) wären für mich neben der technischen Finesse noch aus anderen Gründen ernsthafte new hires gewesen: "Dream Theater" hätten nämlich dann für Inkognitoauftritte als "The Five Js" unterwegs sein können.  

Line Up

James LaBrie - Gesang
John Petrucci - Gitarre
Jordan Rudess - Keyboards
John Myung - Bass
Mike Mangini - Schlagzeug

Tracklist

1. Untethered Angel
2. A Nightmare To Remember
3. Fall Into The Light
4. Barstool Warrior 06:41
5. In The Presence Of Enemies – Part 1
6. Pale Blue Dot
7. Scenes Live Intro
8. Scene One: Regression
9. Scene Two: I. Overture 1928
10. Scene Two: II. Strange Déjà Vu
11. Scene Three: I. Through My Words
12. Scene Three: II. Fatal Tragedy
13. Scene Four: Beyond This Life
14. Scene Five: Through Her Eyes
15. Scene Six: Home
16. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity
17. Scene Seven: II. One Last Time
18. Scene Eight: The Spirit Carries On
19. Scene Nine: Finally Free
20. At Wit’s End
21. Paralyzed (Bonus Track)

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