Duerer - Zugvogel (EP)

CD Reviews, Duerer - Zugvogel (EP)

Nach der EP "Melancholische Euphorie" (2014) und der EP "Luftschloss" 2016 legen "Duerer" im Oktober 2019 eine weitere EP vor. Ihr Titel lautet "Zugvogel". Wie wäre es denn mal mit einem kompletten Album, statt der Salamitaktik zu frönen?

Hätten mir "Duerer" ein Begriff sein müssen? Ich schrieb "hätten", da ich nicht den mittelfränkischen Künstler aus dem Mittelalter meinte. Hm? Vor nun fünf Jahren hatten sie im Oktober 2014 ihre sog. 15 min of fame (nach Andy Warhol), als sie Thüringen beim Raab´schen Bundesvision Songconstest vertraten. Gewonnen hat damals Bremen mit "Revolverheld", ein mächtiger Competetor. Laut Begleitschreiben hat sich das Quintett in der deutschen Indieszene einen Namen gemacht, durch hymnische Songs einen Namen gemacht. Gut, in der Szene habe ich keine Aktien. Ingesamt kommen sie mit ihren Produktionen nun auf eine Songauswahl von 15 Songs. Immerhin. Und damit kann man auch gut Konzerte geben. 
Nun zur EP. Diese bietet drei Lieder. Ich weiche von der Chronologie ab, "Mackie Messer" ist tatsächlich die Moritat Bert Brechts - nur im Indiegewand. In der Dreigroschenoper durch Kurt Weil dodekanoponisch komponiert, hier nicht. Wenn man so will, funktioniert diese Coverversion und wird in der Szene ihre Anhänger finden und ggf. eine Beschäftigung mit Brecht (und Weil) nach sich ziehen bei dem ein oder anderen Rezipienten. Sublime Form der Kulturbildung. 
Der Titeltrack "Zugvogel" ist eine Nummer, die in den Strophen eher getragen wirkt und zum Refrain immer wieder "aufbricht" und dann mit der Feststellung "Zeit zu gehen" wieder in die getragene Stimmung wechselt. 
Ohrwurmcharakter hat der Starter "Auf ein letztes Wort". Groovt schön und annimiert mich sofort zum Mitwippen. Auch der Refrain mit seiner Mehrstimmigkeit ist top arrangiert. Für mich ist dies das beste Lied auf der EP und könnte auch überregional im Radio funktionieren und der Band mehr Aufmerksamkeit bedingen. 
Der Rest bleibt bei mir im Ohr nicht allzu präsent. Außer, dass es ein weiteres Cover von Mack the knive gibt. 
Mir tat es nicht weh, das Album zu hören. Aufgrund der Wirkung des Liedes "Auf ein letztes Wort" habe ich es auch nicht bereut, mir diese EP anzuhören. Die Band könnte damit ihre Anhängerschaft auf alle Fälle vergrößern und sich mehr Relevanz verschaffen.  

Und immer dran denken: Thür ringen muss olympisch werden.

 

Line Up

Gesang: Danny Müller-Sixer
Schlagzeug: Felix Müller-Litz
Keyboard: Alexander Lorenz
Bass: Marcel Jakob
Gitarre: Daniel Matz

Tracklist

1. Auf ein letztes Wort
2. Mackie Messer
3. Zugvogel
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