Electric Callboy - Tekkno

CD Reviews, Electric Callboy - Tekkno

Das zur Band gewordene Sommerhaus der Stars, die unangefochtenen Koryphäen des Trash-Metals, die kompromiss- und hemmungslosesten Zerstörer des guten Geschmacks haben eine neue Platte aufgenommen, die nicht nur diese unsere Republik mit ihrem metallisch-techno-donnernden Sound erbeben lassen wird, sondern auch in Bayern und dem Rest der Welt für Furore sorgen könnte.
Vorher muss für die unbedarft Seienden aber gesagt werden, dass „Raider“ jetzt „Twix“ heißt (sich allerdings nichts ändert) und auch der Künstler, der mit 'Purple Rain' sehr bekannt geworden war, später TAFKAP genannt worden ist. Auch bei der hier zu besprechenden Band hat ein Namenswechsel stattgefunden. Aufgrund der Schwierigkeit, den alten Namen an dieser Stelle zu nennen (Deadnaming soll ja ein Straftatbestand werden), und der Unmöglichkeit, den neuen Namen angesichts der Stromkrise ohne Verletzung der Gefühle zarter Geister hier in Vollständigkeit auszuschreiben, wird der erste Teil des Bandnamens mit E-Wort abgekürzt.

Und so stehen E-WORT-CALLBOY mit ihrem neuen Longplayer in den Startlöchern, der die Trademarks der Band in liebevoller Art und Weise scheckheftmäßig pflegt, aber bisweilen auch für ungestüme Ausritte in ungeahnte Gefilde gut ist. Unter anderem ist darauf der Song 'Pump It' zu hören, der sich im Spannungsfeld von 80er und modernem Metal bewegt, aber natürlich im eingängigen Band-Trademark-Gewand die Fitnesstudiobesuchenden zu Höchstleistungen anzutreiben vermag.

'We Got The Moves' bietet eine krasse Mischung aus Heiterkeit und Brachialität und ist zudem sehr dancefloorfähig. Ähnliches gilt für 'Tekkno Train'. 'Mindreader' ist dagegen ein sehr tiefgründiger und ernster Track, gerade trotz seiner Tekkno-Vibes. 'Spaceman' besticht durch seine direkte, unkomplizierte und energetische Eingängigkeit, 'Fuckboi' sprengt dann die bisherigen Bandgrenzen, da er in Richtung eines Pop-Punk-Songs geht und zudem durch seine Zusammenarbeit mit CONQUER DIVIDE“ etwas ganz Besonderes ist. 'Hurricane' reißt mit dem weitreichenden Schlageranteil eine weitere Barriere ein und lässt die Hörenden mehr als verstört zurück. In der heutigen Zeit müsste er eigentlich für die Zartbesaiteten unter uns mit einer Trigger-Warnung versehen werden. 'Parasite' kommt mit einer gehörigen Portion Nachdruck daher, das alliterationistische 'Tekkno Train' sorgt für eine ordentliche Ausschüttung von Glückshormonen. 'Neon' bietet schließlich traditionellen 80er-Synthie-Pop(p)-Metal.

Kurz: Das neue Album „Tekkno“ kann Spuren von Schlager und Punk enthalten und verdient das Prädikat „Im Westen nichts Neues“. Da weiß man, was man hat, guten Abend!
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